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Ein Sonntagsspaziergang

Kaum noch gewohnt, „bescherte“ uns der Winter 1995/96 eine sehr lange Frostperiode mit 10 bis 12 Grad Minustemperaturen. Bis zu 100 cm tief gefror der Boden. Mangels schützender Schneedecke erhöhten sich die Gefahren für Tiere, Pflanzen und Menschen.
Endlich, wenige Tage nach „Lichtmess“, am 2.2, schneite es ein wenig.
Sollte die Bauernregel:
„Wenn’s zu Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit!“,
„Ist’s zu Lichtmess hell und klar, gibt’s ein spätes Frühjahr!“

stimmen, musste mit einem noch andauernden Winter gerechnet werden.

Am 2.Februar 1996 war es nach einer frostigen Nacht sonnenklar.
Hausbesitzerpflichten verlangten, den etwa 40 m langen Bürgersteig vom Schnee zu befreien.
Von welcher Seite man es auch sieht, kann diese Tätigkeit belästigend sein, weil für einen alten Menschen anstrengend. Bei nicht rechtzeitiger Erfüllung, gefahrvoll bis hin dazu, dass bei einem Unfall von Passanten auf dem Gehweg finanzielle Verpflichtungen entstehen.
Andererseits darf die positive, bewegungstherapeutische Wirkung nicht außer Betracht gelassen werden.

Bis auf die Spuren der kleinen Pfötchen unseres „Lamprich“, eines noch kein halbes Jahr alten, niedlichen Katers, war die friedliche, dörfliche, sonntägliche Idylle und die vom Wettergott über Nacht ausgebreitete herrliche weiße Schneedecke noch unbeschädigt.
Vom Schnee befreiter Gehsteig entlang des Grundstücks wirkte dagegen eher störend.
Vom belästigenden Tinitus – Ohrengeräusch war bei der sauerstoffreichen, durch den Schneefall weitestgehend vom Schmutz befreiten, Luft nichts zu bemerken.
Offensichtlich durch die Winterruhe besonders angeregt, hatte das
Langzeitgedächtnis einen „kleinen Goethe“ vorgekramt. Wie ein Damoklesschwert pendelte die Mahnung des Genius darüber:

„Mancherlei hast du versäumet:
Statt zu handeln, hast geträumet,
Statt zu danken, hast geschwiegen,
Solltest wandern, bliebest liegen“

Dem erhobenen Zeigefinger der vierten Zeile konnte heute entgegengewirkt werden.
Als vom ehemaligen Gasthof her, jetzt „van de Water“ – Betrieb,eine Einrichtung, die sich mit der Belieferung von Apotheken mit Werbematerial befass,der
Stauchaer Bürger, Herr Erhard H. nahte, stand fest:
Heute wird der schon lange gemeinsame längere Spaziergang in die Tat umgesetzt!
Herr H. beeindruckt durch seine täglichen, gesundheitserhaltenden Spaziergänge, die ihm sein Lebenswille auferlegt.

Als wir uns über den gemeinsamen Weg verständigten, gab uns die Nachbarin Frau Helene K., sie hatte offensichtlich unser Gespräch mitgehört, mit auf den Weg:

„Seid vorsichtig, in Treben gibt es gefährliche Hunde!“

Unrecht hatte sie nicht. Noch stehen die Bürger unserer Gemeinde unter dem Eindruck des schrecklichen Ereignisses.
Ein Hund von unverantwortlichen Hundehaltern, verletzte ein Kind lebensgefährlich. Ihm wurde die Kopfhaut skalpartig vom Kopf gerissen.
Und hoffentlich ist es nur ein böses Gerücht, ein Hund soll schon wieder vor dem Haus der Eltern des geschädigten Mädchens gestanden haben.

Wir beiden waren die Ersten, die an diesem Sonntagmorgen unterwegs waren. Mein Begleiter erinnerte sich, als wir durch den Hohlweg Richtung Treben schlenderten, dass er als Feuerwehrmann vor Jahren an dieser Stelle ein beinahe folgenschweres Erlebnis hatte.

Staucha leidet bei Starkregen

durch seine Lage am Übergang der Jahnaaue in das Mittelsächsische Hügelland an Überschwemmungen. Einige Wohnhäuser und Stallungen blicken dabei auf unangenehmste Erfahrungen zurück.
Bei einer dieser verheerenden Gewittergüsse, wie sie bei den so genannte Jahrhunderthochwassern in den Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts vorkamen, sollte Wasser mit Wagenbrettern von der Feuerwehr auf dem so genannten „Trebschen Berge“ in die „Trebsche Hohle“ geleitet werden.
Die Schlamm- und Wassermassen, die von daher nach Staucha hineinströmten, richteten in den betroffenen Straßen und Häusern erhebliche Schäden an.
Mit dieser Maßnahme hätte versucht werden sollen, einen Teil der Unwettermassen umzuleiten.
„Trebsche Höhle“ war zu diesem Zeitpunkt noch vorhanden. Noch nicht verfüllt.
Auf dem Wege der beiden Feuerwehrleute zum Trebschen – Berg wurde plötzlich ein großer Leitungsmast der Energieversorgung den Hang heruntergespült, riss den beiden Feuerwehrleuten das große Wagenbrett aus den Händen und prallte es an den gegenüberliegenden Hang. Wie durch ein Wunder blieben die Beiden unverletzt.
Als einer der sehr betroffenen Hausbesitzer, versuchte ich während der Zeit, als die Möglichkeit gegeben war, einen gewissen Einfluss auf das Geschehen bei „Sonnenschein“ auszuüben, die Leitung zu beeinflussen, gegen die Schäden aus diesem Raum etwas zu tun.
Die „Trebsche Hohle“ wurde von der Genossenschaft mit Torfmassen vom Wasserspeicherbau in Hahnefeld gefüllt.
Zur Minderung der Wasserschäden sollten vom „Trebschen„Berge“ aus, durch diese Aufschüttung bis zum Anschluss in das vorhandene Rohrsystem in den „Cutten“, großformatige Rohre verlegt werden. „Cutten“ wird ein nordöstlich von Staucha gelegenes nach Westen und Osten stark ansteigendes Gelände bezeichnet. Um bei Starkregen die Erosion zu mindern wurden von der Genossenschaft entsprechend dimensionierte Betonrohre verlegt. Sie sind in der Lage, durch die an mehreren Stellen angebrachten Einflussöffnungen, Wasser aufzunehmen.
Rohre mit einem Durchmesser von 100 cm wurden beschafft und liegen beeinflusst durch die Wendeereignisse ungenutzt im Objekt der ehemaligen Vermarktungsstation in Gleina noch heute.
Schäden verursachende Wasser- und Schlammassen hätten um Staucha und Dösitz herumgeleitet werden können.
Die Bauleitung der Gemeinde wäre gut beraten, wenn sie die Gefahren bei Starkregen beachtete.
Mit der amtierenden Verwaltung (2001) von „Sonnenschein“ Nutzungsgenossenschaft iL, sollte es möglich sein, einen Konsens über die Nutzung der Rohre zu finden und sie möglicherweise einzubauen. Der abzuwendende Schaden für die betroffenen Teile Stauchas wäre beträchtlich.
Nicht selten sind Rittergutsgebäude von Wasser und Schlammmassen nicht verschont geblieben.
Es wäre kaum zu verantworten, wenn die hohen Investaufwendungen für die aufwendige Rekonstruktion der ehemaligen Rittergutsgebäude durch die zerstörenden Unwetter beeinträchtigt würden.
Anerkennenswert sind die Bemühungen der Gemeindeverwaltung.
Ein errichteter Damm am ehemaligen Feldrain zur Marienhöhe leitet das Überschwemmungswasser bis zum „Trebschen Berg“ Dort sucht es sich mangels geeigneter Weiterleitung den Weg dennoch nach Staucha.
Lediglich das Rittergut hat einen gewissen Schutz.
Bei den wöchentlichen Spaziergängen in Richtung Treben wird dem Verfasser dieser Sachverhalt bewusst. Wünschenswert wäre es, wenn auch die Verantwortlichen der Gemeinde diese Gefahren gebührend einschätzten. Inzwischen ist der Damm an mehreren Stellen geschädigt, so dass er seinen Zweck bei Hochwassergefahr verfehlt.

Ergötzlich war, welche Erinnerungen bei so einem Spaziergang wach wurden.
Als sechsjähriger Junge hatte der Verfasser von einem Opa, wir nannten ihn Papa, im Gegensatz dazu wurde der Großvater mütterlicherseits „Großvater“ genannt, ein Fahrrad geschenkt bekommen. Der Papa führte einen Korbmacherbetrieb. Vorwiegend in den Wintermonaten wurden Weidenkörbe hergestellt. Holzkisten waren in der Landwirtschaft noch nicht gebräuchlich. In den Sommermonaten pachtete er von Rittergütern und Bauern Obstanlagen.Vor allem die um Staucha an zahlreichen Strassen angelegten Kirschalleen waren begehrte Pachtobjekte. Zum Pflücken standen die mehrere Beschäftigte zählende Belegschaft und Aushilfkräfte zur Verfügung. Für besonders ergiebige Stellen stand eine aus Bauteilen zusammenfügbare so genannte „Kirschbude“ zur Verfügung. In ihr und an ihr wurden Arbeitsgeräte und Leitern gelagert. Gepflücktes Obst wurde versandfertig sortiert und verpackt. Aussortierte Kirschen, sächsisch bezeichnete man sie als „Ausscheeflich“ oder „Krietschliche“ , konnten sich Kinder abholen. Täglich kamen Gespanne eines Großhändlers vorbei und übernahmen die bereitstehende Ware. In den frühen Dreissigerjahren des Zwanzigsten Jahrhunderts fanden Pferdefuhrwerke noch Verwendung. Lastkraftwagen setzten sich auf den unzulänglichen Wegen des „flachen Landes“ noch nicht durch.
Ganz uneigennützig war das zu Weihnachten geschenkte Fahrrad nicht.
Der kleine Kerl musste dem Opa beim “ Starehüten „, so bezeichnet man in Staucha Hüten von Kirschen gegen Starfraß, helfen.
Stauchas Umland zeichnete sich zu dieser Zeit und zum Teil heute noch durch große Kirschalleen aus. Jeder Obstbaum wurde abgeerntet. Im Heimatfestlied zum Heimatfest 1929 erhielten die Kirschalleen eine angemessene Würdigung.
Im Gegensatz zu heute. Das meiste Obst verkommt ungenutzt. Ein Frevel!
In Schlechtwetterperioden litten die noch ungenügend befestigten Dorfstrassen zu dieser Zeit unter den Eisenrädern der großen Ritterguts-Gespannwagen. Gummibereifungen waren um 1930 an Pferdewagen noch nicht vorhanden.
Der kleine Radler wollte vor den Sonntagsgästen,es waren zumeist Chemnitzer Verwandte, die bei der Kirschenernte halfen, demonstrieren, dass er´s Gefährt beherrschte. Der Berg von Treben nach Staucha wurde ihm zum Verhängnis.
Aus einer Spurenrinnen kam der kleine Radler nicht heraus und stürzte. Die Folge war eine dreitägige Bewusstlosigkeit.

Durch die angeregte Unterhaltung waren die beiden Wanderer kurz vor Treben angelangt. Mein Begleiter erinnerte sich an eine Begebenheit, die seine Großmutter als so genanntes Dienstmädchen in Ritters Gut in Treben erlebt hatte. Das relativ große Gut ist durch ungeklärte Rechtsverhältnisse heutzutage dem Verfall preisgegeben.
Die Felder der Ritterischen Besitzung lagen in Rufweite um das Gehöft herum. Üblich war es, zum Mittagessen die Mägde und Knechte aus einem Oberbodenfenster heraus zur Mittagspause zu rufen. Als die Ruferin nach längerem Fernbleiben nicht zum Essen erschien, suchte man nach und fand sie am Fenster durch eine umstürzende Kiste erschlagen.

Auch der Verfasser kann sich an die Großmutter des Begleiters erinnern.
Als er eines Tages seine besteigbare zwanzig Meter hohe Fernsehantenne zu Reparaturzwecken bestieg, ging sie auf der Straße vorbei und stellte recht vielsagend fest:

„Herr B. wer hoch steigt, fällt tief!?“

Beim Vorübergehen an einem Erdkeller in Treben erinnerte sich Herr H. an eine kleine Begebenheit:
Als Bauhandwerker half er auf dem Mühlbergischen Gehöft eine Scheune, die einzustürzen drohte, zu stabilisieren.
Zu dieser Bautätigkeit war viel Zement erforderlich. Um ihn fachgerecht lose einzulagern wurde er in einen Erdkeller geblasen. Dem Transporteur war dieses Verfahren ungewöhnlich. Als Herr. H dann noch Wasser holte, um den Zement oberflächlich zu befeuchten, kam der Lieferant aus dem Staunen nicht heraus.
Mit dieser Methode konnte sich eine wasserundurchdringliche Deckschicht bilden, die den restlichen Baustoff vor dem Festwerden schützte.
Bemerkenswert an Treben ist, dass es einer der kleinsten Nebenorte von Staucha ist. In ihm erfolgt aber zur Zeit die meiste Bautätigkeit. Ein ungewöhnliches Eigenheim erregt Aufsehen. In ein weithin leuchtendes Fünffamilienhaus sind seit längerem die Bewohner eingezogen. Weitere Bauten sind vorgesehen.
Selbst das ehemalige große Wohnhaus des Vorwerkes Treben, es gehörte zum Rittergut in Staucha, glänzt durch schmuckes Aussehen.
Nur das Rittersche Gut zerfällt immer mehr.

Als die beiden Wanderer den Ort in östlicher Richtung verließen, fielen Bussarde auf, die vergeblich nach Nahrung suchten. Durch anhaltenden Frost und den Schnee blieben die zur Ernährung notwendigen Mäuse offensichtlich aus.
Sehr auffällig sind die täglich in verschiedene Richtungen fliegenden riesigen Schreigänse-Scharen.
Beeindruckend dabei, die fast immer eingehaltene Pfeilflugordnung.
Offensichtlich ist, dass die Vögel in unseren Breiten die Überwinterung suchen und über die Rapsfelder herfallen.
Den geschädigten Bauern gefallen diese „Himmelsboten ” gar nicht.

Beim weiteren Dahinspazieren nahm ich mit Schmunzeln zur Kenntnis, dass in einer Senke befindliches langgezogenes Gehölz als „Jungfernzwinge“, was immer das bedeuten mag, bezeichnet würde, erzählte mein Begleiter.

Obwohl ich in meinen jüngeren Jahren den damals begeh – und mit Mühe befahrbaren Kirch – Fußweg von Trogen – Grauswitz über Treben nach Staucha täglich mehrmals mit dem Rad und später auch mit dem Moped benutzen musste, war mir diese vielsagende Bezeichnung unbekannt.
Meine in Trogen und Grauswitz in den Jahren ab 1950 – 1960 ansässigen Gemüselieferanten zwangen zur Rhabarberzeit zur halsbrecherischen Wegebenutzung. Es ging dabei um zügige Abwicklung der Kundenfahrzeuge. Zu dieser Zeit wurde noch ab Hof bei den Produzenten Gemüse verladen. In Grauswitz und Trogen lieferten die Rhabarber – Anbauer erhebliche Mengen dieses damals begehrten Gemüses.
Schaute man über die sanft geschwungenen großen Flächen in Richtung Striegnitz, so beeindruckten die aufwändigen Bewässerungsanlagen, die auf einem großen Teil des Gemüseanbaugebietes heute noch mit den Hydranten vorhanden sind. Ein Teil davon wird von einer Nachfolgeeinrichtung der Vorzeige – LPG Striegnnitz noch nach der Wende genutzt.

In Höhe des als „Altsattelsche Windmühle“ bekannten alleinstehenden Gebäudes, wendeten sich die Wanderer auf der Straße nach Lommatzsch wieder nach Westen in Richtung Staucha.
Erinnern kann ich mich noch an die Bockwindmühle, die in den Dreißiger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts noch, wenn auch nicht mehr funktionstüchtig, als Wahrzeichen dastand. Heute noch ist diese Stelle als die Altsattelsche – Windmühle bekannt.

An einem Kreuz am Straßenrand führte der Wanderweg vorüber.
Immer öfter sieht man diese Kreuze am Wegesrand. Sollten sie den jungen Menschen in ihrem Geschwindigkeitsrausch nicht Mahnung sein? Strafen, Alkoholkontrollen, helfen offensichtlich nicht. Es wird weiter gerast und vielen Unschuldigen Leid zugefügt.

Als wir dann am Wartehäuschen am Abzweig Ibanitz standen, musste auf die leidvolle Geschichte der Bewässerung für dieses Gebiet hingewiesen werden.

Die LPG „Sonnenschein“ nutzte die Möglichkeit, aus dem von der Wasserwirtschaft errichtetem Wasserspeicher in Staucha, Beregnungswasser zu erhalten.
Zur Stabilisierung der Futterversorgung für Fleisch und Milch produzierende Genossenschaften und für die Genossenschaft des Gemüsebaus sollte das Marienhöhe – Plateau bewässert werden. Von „Sonnenschein“ wurde empfohlen, das Wasser drucklos von Prositz aus in den Wasserspeicher im Schieritztal zu leiten. Die Höhenverhältnisse hätten diese Lösung zugelassen.
Kostengünstig hätte über die bestehenden in Richtung Dobernitz – Gleina und Treben errichteten Druckverteilungsanlagen sich das Beregnungswasser bis auf die Marienhöhe Ebene leiten lassen.
Aufwändige Trafo – und Pumpstationen hätten nicht errichtet werden müssen.
Die Projektanten lehnten die investkostensparende Variante ab. Über den Berg nach der Marienhöhe, schätzungsweise dreißig- vierzig Höhenmeter überwindend, wurde die millionenteure Leitung konzipiert.
Noch 1990 musste trotz Protestes von „Sonnenschein“ die Bezahlung in voller Höhe erfolgen.
Aufwändige Trafo – und Pumpstation musste errichtet werden.
Die Wasserleitung wurde gebaut, um sie nach der Wende unbenutzt zu belassen.

Fährt man in Richtung Lommatzsch, befindet sich das weiter oben bereits angedeutete einzelne Anwesen, jetzt eine Reparatureinrichtung für Pkw, etwa 500 m vor Altsattel am Ostabhang der Marienhöhenebene. Weiter oben wurde es erwähnt.
Beide Wanderer erinnern sich, dass es sich dabei um das Anwesen der ehemaligen Windmühle Altsattel handelt.
Zu Meinungsverschiedenheiten kam es darüber, wann die Windmühle beseitigt worden sei.
Mein Begleiter wusste von seinem Großvater, dass sie im ersten Weltkrieg von Pionieren abgerissen worden sei.
Der Verfasser konnte sich aber noch erinnern, dass die Windmühle als eine Bockwindmühle noch bestanden habe.
Hierbei gab es die einzige Unstimmigkeit während des ansonsten sehr erbaulichen, unterhaltsamen, erholsamen Spazierganges.

Von der Marienhöhe aus hat man normalerweise einen weiten Blick in das Jahnatal und darüber hinaus bis zum Colmberg.
Abends kann man das erleuchtete Neubaugebiet an der F 169 in Ostrau erkennen.
Heute morgen verwehrte uns Nebel selbst den Blick auf den Kirchturm unseres Heimatortes.
Mein Begleiter stellte fest, dass man normalerweise von hier aus Uhrzeit an der Turmuhr erkennen könne.

Unsere Stauchaer Kirche leuchtet weit hinein in das Riesa – Oschatzer Jahnatal Land. Sie ist Mittelpunkt eines früheren Kirchspiels. Bewundernswert ist, dass es dem Pfarrer mit dem Kirchenvorstand gelang, das Kulturdenkmal zumindest äußerlich ansehenswert zu erhalten. Ab dem Jahr 2002 wird auch im Inneren mit der Rekonstruktion begonnen.

Wenn man von der Marienhöhe nach Staucha, vorbei am etwa 1000 Schritte vom Ort entfernten „Nonnenstein“ hinabsteigt, fällt einem zur rechten Hand ein Gehölz mit großen, alten Bäumen auf.
Nicht unerwähnt bleiben kann, dass es der Gemeindeverwaltung gelang, den Stauchaer Park begehbar herrichten zu lassen. Es lohnt sich, zu jeder Jahreszeit darin zu spazieren und sich auf den Parkbänken zu erholen.
Der Verfasser erinnert sich noch daran, dass er als Schüler der Grundschule in Staucha mit dem Rittergutspächtersohn Franz Ferdinand Uhlemann im gepflegten Park auf gepflegten Parkwegen mit einem Tretauto spielen durfte.
Für diese Zeit vor über nun schon siebzig Jahren eine andere Welt für den Jungen.

Erbaulich war die gemeinsame Wanderung. Ergötzlich die ausgetauschten Erinnerungen, es sollen weitere folgen.

Es stellt sich nun die Frage, was hat das Ganze mit dem „Blumenstrauß für mein Herzchen“ zu tun?
Nicht umsonst wählte ich die Überschrift:

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