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Elektronik unterstützt die GPG – Vorhaben

Elektriker – und Elektroniker der Genossenschaft und Rationalisatoren erhielten die Aufgabe, die neu errichteten Anlagen weitestgehend zu automatisieren.

Hier waren dem Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt.
Mangels geeigneter industrieller Angebote mussten Eigenentwicklungen diese Lücke schließen.
Materiell gewährleistete die ökonomische Stabilität von „Sonnenschein“ solche Vorhaben.
Sehr hohe und mit immensem Aufwand zu beschaffende Materialbestände erforderten beträchtliche Eigenmittel zur Finanzierung.
Beim Abschluss zur Erstellung der D – Mark-Eröffnungsbilanz am 30.6.1990
mussten materielle Bestände von mehr als 10 Millionen Mark der DDR ausgewiesen werden.
Ein verschwindender Betrag konnte durch Verkauf in DM erlöst werden. Der überwiegende Teil verschwand durch Diebstahl, durch weiter oben beschriebene Betrüger als Großabnehmer und durch Nachfolgeunternehmen, die in der Marktwirtschaft nicht bestehen konnten.
Die Genossenschaft und damit ihre Anteilseigner, sprich ihre Mitglieder, mussten diese Verluste hinnehmen. Nur verschwindend wenige Genossenschaftsmitglieder halfen mit, solche Missstände zu mindern.

„Denkmal“ für die Genossenschaftsgärtnerinnen und nach der Bildung der LPG „Sonnenschein“ auch für die Genossenschaftsbäuerinnen.

Ursprünglich überwogen die Gärtnerinnen in der Belegschaft von „Sonnenschein“. Für Frauen bot sich die gärtnerische Arbeit an. Gute
Verdienstmöglichkeiten durch stabile Produktionsergebnisse führten für die Gärtnerinnen zu einem bescheidenen Wohlstand.
Durch Leistungsarbeit konnten sich die Genossenschaftsgärtnerinnen entsprechend ihres Leistungsvermögens, ihrer Leistungsbereitschaft und stabilen Teilnahme an der genossenschaftlichen Arbeit, eine beachtliche Vergütung erarbeiten.
Hierfür gilt das vorher Gesagte hinsichtlich der Schwere der Arbeit ohne Einschränkung.
Durch notwendige Erhaltungsmaßnahmen für zahlreiche veraltete Maschinen und Geräte, selbstentwickelte Einrichtungen, durch so genannte Rationalisatoren, überwog in der Genossenschaft der Männeranteil.
Etwa 450 Frauen arbeiteten 1990 in der 900 Personen zählenden tätigen Belegschaft. Bis auf 200 Veteranen erhöhte sich die aus dem Arbeitsleben ausgeschiedenen ehemaligen Mitglieder.

Den fleißigen Gärtnerinnen und Genossenschaftsbäuerinnen

soll an dieser Stelle besonders gedacht werden. Waren sie es doch, die bei jedem Wetter, von Ende Mai bis oftmals in den November/Dezember hinein, neben anderen Gemüsearten, vor allem Blumenkohl ernteten. Ihrer verantwortungsvollen Arbeit, zum größten Teil unter freiem Himmel arbeitend, somit der Witterung ausgesetzt, ist es zu danken, dass sich „Sonnenschein“ wirtschaftlich sehr positiv entwickelte.
Ständig unter freiem Himmel und in Gewächshäusern arbeitend ,setzten sie ihre Gesundheit ein und schufen die Voraussetzungen zur Stabilität der Genossenschaft.
Dabei soll die verantwortungsvolle Arbeit der Kolleginnen in der Verwaltung, der Lehrausbildung und Erziehung,in den Vermarktungsstationen, den Versorgungseinrichtungen, der Pflanzenanzucht- und Treibgemüseproduktion keineswegs geschmählert werden.
Sie hatten den Vorzug, der körperlichen und witterungsmässigen Strapazen nicht unmittelbar ausgesetzt zu sein.
Vorwiegend nach der Zwangsvereinigung zur LPG ermöglichten Gewinne aus der Gemüseproduktion, dass die schwindelerregenden Investitionsaufwändungen für die Pflanzenproduktion aus Eigenmitteln bezahlt werden konnten.
Die Gemüseproduktion blieb dagegen sträflich vernachlässigt.

In Ernteschwerpunkten mussten aus allen Verantwortungsbereichen Belegschaftsmitglieder zur manuellen Ernte abgestellt werden. Arbeit hinter dem Ernteförderband zwang dazu, ständig qualitätsgerecht zu arbeiten.

Aus den Unmutsäußerungen der davon „Betroffenen“ konnte ermessen werden, wie schwer es den so genannten Belegschaftsmitgliedern aus den Dienstleistungsbereichen (sprich Werkstätten) fiel, körperlich kontinuierlich zu arbeiten. Ehrliche, unter den „Unmut – zum Ausdruck – Bringenden“ erkannten, welche Leistung von den fleißigen Frauen gebracht wurde. Unter welch körperlicher Belastung in diesem Bereich die Vergütung erarbeitet werden musste.
Unrühmlich hoben sich dabei besonders die “ Großmündigen“ hervor. Ganz “ Klevere “ verstanden es, sich gänzlich vor der körperlichen Arbeit auf den Gemüsefeldern zu drücken.
Ein unrühmliches Kapitel des starken Geschlechts in der Genossenschaft.
In der Marktwirtschaft erleben wir, dass nur mit Hilfskräften aus dem Ausland Arbeiten, wie sie beschrieben wurden, im Garten- Wein- und Obstbau auszuführen sind.
Weit über eine Million Ausländer helfen dabei.
Wir Deutsche ergehen uns in Erwägungen und Protesten, dass es zu viele Arbeitslose gibt!

Eigenentwicklung von Erntetechnik

Mit dem von den Rationalisatoren der Genossenschaft entwickelten,
von über 50 führenden Gartenbaubetrieben der Republik nachgenutzten, „Ernteförderband Staucha“,vgl.dazu die oben dargestellten Aufnahmen, wurde Blumenkohl selektiv geerntet.

„Do it yourself „ hätte über dem Eingangstor der Genossenschaft mit großen Lettern stehen müssen.
Von der Industrie hatte der Gartenbau kaum spezielle Unterstützung zu erwarten. Wurden brauchbare Geräte entwickelt und bereitgestellt, hinderte planwirtschaftliches Verteilungssystem und parteipolitische Gesichtspunkte an schneller Wirksamkeit.
Geschuldet war dieses Geschehen der Mangelwirtschaft.
Aus diesem Grunde hatten neben Rationalisatoren zahlreiche andere Gewerke notwendige Daseinsberechtigung, um das inzwischen riesige Genossenschaftsgebilde „Sonnenschein“ effektiv am Leben zu erhalten und lückenlos funktionieren zu lassen.

 

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