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Vorbei führt die Radwanderung im Jahnatal südlich von Hof am großen Hallenkomplex der ehemaligen Genossenschaft GPG/LPG“ Sonnenschein“

Das Schicksal vieler ehemaliger Mitglieder ist mit der Genossenschaft verbunden
Nachfolgend soll versucht werden eine Antwort auf den Artikel in der Sächsischen Zeitung zu finden.
Dazu sollen einige Gedanken entwickelt werden, die der Verfasser dem Gesamtkomplex Genossenschaften in der ehemaligen DDR beimisst und die sich als GPG und seit 1985 als LPG „Sonnenschein“ Staucha im besonderen ergeben.
Notwendig erscheint dieser Sachverhalt, weil in Veröffentlichungen, auch derer im Internet, Ungenauigkeiten und zum Teil entstellende Darstellungen
Verständnis für diese Problematik behindern und entstellen.
Sehr verdient gemacht hat sich der Stauchaer Ortschronist Herr Ehrlich.
In den Dokumenten der Heimatstube sind in Wort und Bild Fakten niedergelegt, die sich im Besonderen mit dem befassen, was im Folgenden versucht wird, zu berühren,zu erklären und unter Umständen richtig zu stellen.
Der Verfasser nimmt nicht in Anspruch, dass ihm eine erschöpfende Darstellung gelänge. Beitragen möchte er, dass ein Stück Geschichte unserer Gegend erhalten bleibt. Die Betrachtungsweise wird nicht jedermanns Sache sein und es ist nicht ausgeschlossen, dass Widerspruch die Folge ist.
Angeraten wäre es, dass Interessierte zur Vervollständigung, möglicherweise Richtigstellung, beitragen.
Im Internet, in der „ Homepage ” des Verfassers soll die Veröffentlichung erfolgen und wenn es gewollt ist, auch diskutiert werden

Ein Teil der Antwort auf den weiter oben dargestellten Artikel in der Sächsischen Zeitung „Der Fall eines Imperiums„ enthält der Rechenschaftsbericht, der anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens der Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft gegeben wurde.
In ihm werden Aufgaben, Ergebnisse, Erfolge des zwanzigjährigen Zeitraums
sichtbar
Zum weiteren Verständnis muss dazu noch festgestellt werden:

Genossenschaften der Landwirtschaft

Lommatzscher Pflege

Am Nordwestrand der Lommatzscher Pflege gelegen, einem der fruchtbarsten Lösslehm Areale Deutschlands, bot der ertragreiche Boden einem großen Teil der Stauchaer und denen der Ortsteile sowie zahlreichen Bürgern aus den Orten im und am Jahnatal in landwirtschaftlichen Betrieben Arbeit und Brot.
Schon aus vergangenen Zeiten war bekannt, dass man die Bauern dieses fruchtbaren Landstriches, in dem Boden Wertzahlen von 70 bis 100 und auch so genannte „Reichsklasse Böden“ überwiegen, „Samtbauern“ nannte. Im Gegensatz dazu die so genannten „Sandbauern“, die in den rechtselbischen Gebieten Landwirtschaft betreiben.

Groß- und Mittelbauern und nach der „freiwilligen“ Umgestaltung der Landwirtschaft im Osten Deutschlands, in der DDR ,landwirtschaftlichen Genossenschaften waren die Arbeitgeber.
Die Kollektivierung

Nach dem 2. Weltkrieg erließen die kommunistisch regierten Länder in der sowjetischen Besatzungszone Gesetze zur Enteignung von Großgrundbesitzern. Nur noch landwirtschaftliche Betriebe bis 100 ha konnten privat weiter wirtschaften. Einem Teil der in den Ortsteilen Stauchas ansässiger Bauern gelang es bis 1960, ihre Höfe zu erhalten und durch hohe Produktionsleistungen zu relativem Wohlstand zu gelangen.
Zahlreichen Besitzern, man sieht es am Zustand ihrer Höfe, misslang der Erhalt ihres Besitzes. Zumeist aus Altersgründen, aus der Unfähigkeit, die Sollforderungen zu erfüllen, durch die Tatsache, dass die Männer im Kriege geblieben waren, gerieten sie mit der „Staatsmacht“ in Konflikt.

Der Gerechtigkeit halber muss jedoch auch festgestellt werden, dass es Eigentümer gab, deren Unvermögen die Betriebe ruinierte.
Für einige Besitzer von Grund -und Boden blieb als letzte Rettung die Flucht in die sich bildenden Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, LPG.
Gebäude, Tiere und Produktionsflächen mussten in die Genossenschaft eingebracht werden. In den Übergabeprotokollen vereinbarte Erhaltungs- und Nutzungsmaßnahmen blieben größtenteils unerfüllt. Zu erkennen ist es daran,
dass zahlreiche Gehöfte dem Ruin preisgegeben werden mussten. Die in die LPG „freiwillig Eintretenden“, hatten einen Pflicht- Inventarbeitrag von 500 Mark je Hektar eingebrachte Fläche zu leisten.
Leistungsfähige Betriebe brachten Überinventar Beiträge ein.
Für den eingebrachten Boden waren von den LPG an die Besitzer in den Genossenschaften unterschiedlich geregelte so genannte Bodenanteile zu zahlen. In den etwa 30 Jahren LPG brachten es Vorstände der Genossenschaften fertig, Boden Anteilregelungen so weit zu unterlaufen, dass sie zum Teil gänzlich aufgehoben wurde. In der GPG „Sonnenschein“ blieb der Bodenanteil jedoch unangetastet.
Durch nicht zurückgezahlten Pflicht-Inventarbeitrag von 500 Mark je Hektar und Verweigerung, eines angemessenen Bodenpachtes, blieb dem größten Teil der Gutsbesitzer nichts anderes übrig, als ihre Höfe dem Verfall preiszugeben.
Ruinendörfer waren die Hinterlassenschaft.
Es hätte, wie man augenscheinlich in den DDR-Städten und in den vorher blühenden Bauerndörfern sehen konnte, keines Krieges bedurft. In wenigen weiteren Jahren DDR – Wirtschaft hätten die Innenstädte und viele Dörfer, wie 1945 nach Kriegshandlungen, Ruinencharakter.

Devastierung („Verheerung, Verwüstung, Zerstörung, Herunterwirtschaftung eines Betriebes“)

Bauern, die Schwierigkeiten hatten, ihren Verpflichtungen gegenüber dem Staat nachzukommen, wurden um ihr Eigentum gebracht.

Diese Menschen, als Staatsfeinde verteufelt,dewastiert, verjagte man von ihren Höfen.

Ab etwa 1953 schlossen sich Neubauern, die aus Großgrund – Besitzen, in etwa 5 ha Wirtschaften geteilt, hervorgegangen waren, in Schwierigkeiten gerieten, zu Produktionsgenossenschaften zusammen. Unerfahrenheit, Mangel an Gebäuden,baulichen Anlagen, an Zugtechnik- und tieren führte dazu, wollte man nicht die Versorgungslage weiter destabilisieren. Zugleich galt es dem sowjetischen Beispiel der Kolchosen und Sowjosen nachzueifern. Wenn gleich bei nährerem Hinsehen hätte erkannt werden müssen, dass es dort nicht wenige Probleme gab. Dem Neuen wurde staatliche Hilfe zuteil. Maschinenausleihstationen gewährte mit Traktoren und Geräten den sich bildenden Genossenschaften Unterstützung.

Die politische Lüge „Freiwilligkeit“

Mit der politischen Lüge der „Freiwilligkeit“ nutzten die Mächtigen der DDR diese Lage zum Beginn der Kollektivierung der Landwirtschaft. Mit politischem Druck, Agitatoren (lat.: Agitation = Volksverhetzung) mussten so genannte Überzeugungsarbeit leisten. Verabscheuungswürdige Methoden wurden teilweise angewandt. Man nötigte die Bauern in Genossenschaften.
Mit staatlicher Hilfe entstanden diese Gebilde und konnten und eine Zeit lang überleben.
Schließlich erfolgte 1960 die Zwangskollektivierung fast der gesamten ostdeutschen Landwirtschaft.

Privatgärtner und -bauern existierten von diesem Zeitpunkt an in unserem Gebiet nur noch wenige. Im Dresdner Raum überlebten eine relativ große Anzahl von Gärtnern. Sie ließen sich auch nicht von den staatlich besonders geförderten Unternehmen, wie „Frühgemüse Zentrum“ beeindrucken.
Mit welchen Schwierigkeiten die Dresdner Gärtner auch heute noch zu kämpfen haben, kam in einem Artikel der „SZ“ vom 20.7.1994 zum Ausdruck.

 

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