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Gedanken zu Krankenhauserlebnissen 1998 und 2002
Scherzhaft erhob während der Faschingszeit 1998 im Fernsehen ein „hintergründiger“ Humorist sein Glas und prostete seinem Gegenüber zu mit: „Prostata“,
Wenn dieser „Fauxpas“ nicht nur „Alten Männern“ mehr als ernst wäre, könnte man darüber schmunzeln.
Die ärztliche Tastprobe hatte ergeben, dass es sich bei meiner mangelhaften Blasenentleerung, bis zu 150 Milliliter Rückstand verblieben im Hohlorgan, um eine gutartige, aber abflusshemmende Wucherung handelte. Im Herbst des vergangenen Jahres hatten sich im verbleibenden Urinrest so viele Bakterien angesiedelt, dass nur noch ein Frontalangriff mit Antibiotika die Entzündung heilen konnte.
Der Abraspelung, wie auch immer das vor sich gehen würde, stimmte ich zu. Ein operativer Schnitteingriff würde sich damit erübrigen, wurde mir ärztlich versichert.
Vorher nahm der Urologe zahlreiche röntgenoligsche Durchleuchtungen von Nieren und Blase vor.
Bösartiges wurde nicht attestiert.
Meine Frage, nach der Dosis in Bequerell,beschwichtigte er beruhigend, dass sie fünfzigmal niedriger sei, als eine radiologische Maßnahme.
Meine Schwiegertochter Jefgenia transportierte mich am Zwillingsgeburtstag, dem 13.Januar, ins Krankenhaus. Damit ich die Geburtstagsfete, bestehend aus einem von der Schwiegertochter Jefgenia gourmetisch angerichtetem Abendmahl, nicht verpasste, wurde schon sonntags die Feierlichkeit vorgezogen. Mit gemischten Gefühlen verabschiedete ich mich von meinem lieben Herzchen. Ins Krankenhaus zu gehen, ist schließlich kein Freudenereignis.
Ganz unbekannt kam mir die Krankenhausatmosphäre nicht vor, belegte ich doch im April 1997 einige Tage bereits ein Bett. im so genannten „neuen Haus“ mit einem Herzinfarkt – Verdacht. Glücklicherweise bewahrheitete sich aber diese Diagnose nicht.
In der Urologie, im alten Haus, wurde ich von der Oberschwester „elektronisch“ aufgenommen und im Zimmer 310 untergebracht.
Am Fensterplatz mit Blick in den Wirtschaftshof und den angrenzenden Park konnte ich das weißbezogene Bett in Besitz nehmen.
Mit der Außenwelt nahm man Verbindung auf mit dem am Bettplatz installierten Telefon. Voriges Jahr setzte noch ein Telefonist den Fernsprecher in Gang. Technischer Fortschritt macht’s möglich, dass ein Ingangsetzungs- Apparat mit Hilfe einer Chipkarte Geldscheine entgegennimmt und erkennt, das Guthaben auf dem Chip verzeichnet, die Gespräche vom Guthaben reduziert, wenn’s Geld erschöpft ist, neues verlangt und am Ende einen noch vorhandenen Geldbetrag markgenau zurückgibt.
Was wundert´s also , wenn am Monatsanfang die Bundesanstalt für Arbeit immer neue Rekorde bekannt geben muss. Höchstwerte, die zu denken geben sollten. Negativrekorde in der Arbeitslosigkeit.
Drei Leidensgenossen älteren Datums fasste das Zimmer. Ein hoher, schlichter, ein wenig enger Raum, zwei Reproduktionen an der Stirnwand und links am Eingang drei Spinde, die mit einem Vorhang den Waschplatz begrenzten,bildete das Krankendomizil.´Gegenüber dem Komfort im neuen Haus, mussten hier Einschränkungen hingenommen werden.
Ein Patient konnte mit Tränen in den Augen vom Stationsarzt erfahren, dass er am nächsten Tag nach Hause könne. Wir zwei waren Neulinge. Mein Nachbar hatte nach einer Nierenentfernung im vergangenen November eine Routineüberprüfung vor sich. Ein riesiger Schnitt in der Lendengegend verdeutlichte den Eingriff.
Noch ohne Bettzuweisung unterzog mich ein bärtiger Stationsarzt einer ersten Ultraschalluntersuchung. Wieder wurde festgestellt, dass in der Blase verblieber Rest viel zu hoch sei. Auffällig, ergab die Blutdruckmessung einen vom Normalzustand abweichenden zu hohem Blutdruckwert. Nach einigen Stunden hatte sich dann aber alles wieder einigermaßen normalisiert.
Mein Bettnachbar stellte sich nach ausgiebigen Gesprächen als Rätselspezialist heraus. Jede freie Minute wurde, wie auch von mir, zum geistigen Training damit genutzt, um wenigstens im Kopf fit zu bleiben. Das Zusammenleben im Krankenzimmer verlief harmonisch. Von Krankenschwestern und Pflegern, sowie einem seinen Zivildienst leistenden junger Mann, wurden wir rührend umsorgt. Man erlebte, wie etwa 5 Ärzte und 25 Frauen und Männer vom Krankenpflegepersonal versuchten, die Leiden der 45 Patienten erträglich zu gestalten,
Montags angekommen, wurde mir eröffnet: Mittwoch erfolge der Eingriff.

Den freigewordenen Bettplatz belegte ein Bekannter aus Stauchitz

Ihn traf ich zufällig bei der Ankunft auf dem Flur und konnte seine Einweisung in unser Zimmer erreichen.
Mit dieser Mannschaft war ein Team versammelt, das für Kurzweil sorgte. Der Neuankömmling betätigt sich schriftstellerisch. Er schreibt seine Erlebnisse, die er erstaunlicherweise mit unzähligen Fotografien belegen kann, aus dem Afrika Feldzug auf.
Nicht etwa die Verherrlichung des Krieges ist sein Ziel. Er möchte seinen gefallenen Kameraden, die wie er, damals bewusst, heute wissend, einem verbrecherischen Ziel gedient zu haben, ihr Leben lassen mussten. Erstaunlich für mich war, dass er zur Verwirklichung seines Anliegens mehrmals bereits die Frontregionen bereiste, auf den Soldatenfriedhöfen gedenkend verweilte und sich so der Erlebnisse in Rommels Stab als Melder erinnerte.
Auf der Oase Siwa, weit in der Sahara, erlebte er, dass ein deutsches Fernsehteam Aufnahmen nachstellte, zu denen er letztlich feststellen musste, dass sie gar nicht den Tatsachen entsprächen.
Als er es äußerte, kümmerte man sich erstaunt um ihn und das Geschehen erhielt aus seinem Gedächtnis heraus, geschichtliche Wirklichkeit. Ist er doch einer der wenigen noch lebenden Augenzeugen des damaligen Geschehens. Im Frühjahr 2002 nahm Herr Rudolf Schneider mit einem Herrn aus Seerhausen an einer Einladung teil, die einem Traditionsverein aus Torgau von einer englischen Einrichtung gewährt wurde. Die Erinnerung an das Zusammentreffen im April 1945 von Engländern und Russen an der Elbe wird wach gehalten.
Offensichtlich ist auch das Geschehen in Nordafrika nach wie vor für die Engländer von Bedeutung. –
Rommel war während des Afrikafeldzuges mit einer Ju52 auf der Oase Siwa eingeflogen und hatte sich im Auftrage Hitlers bemüht, die Beduinen für sich zu gewinnen. Sie hätten die Südflanke seines abenteuerlichen Vordringens zu den Ölquellen des Nahen Ostens offen halten können. Hätten !?. Sie taten es nicht.
Später stellte sich die offene Flanke bei den Rückzugsgefechten entlang der nordafrikanischen Küste als nachteilig heraus.
Besonders verwunderlich für mich, dass Engländer und Japaner, denen mein Bekannter für von denen geschriebenen Büchern Foto-Material lieferte, sich in über 200 Büchern über Rommels und auch der Leistungen der „dessert rates“ (Wüstenratten) der Engländer, sich so für dieses Geschehen engagieren.

Neben den exakt ablaufenden Krankenhausriten ab 5.30 Uhr, wie Fieber – und Pulsmessung, Bettenmachen, Visite, Frühstück, zweites Frühstück, Mittagessen, Mittagsschläfchen, Nachmittagskaffee und – kuchen, Abendessen, zwischenzeitlichen Blutdruckmessungen und Versorgung der aus den ärztlichen Eingriffen zurückgekehrten, blieb wenig Zeit, zum Fernsehen.
Auch beim Rätseln hatte ich mir mehr vorgenommen.
Mir bereitete ein mir vom Stauchitzer Bekannten geliehenes Buch vom Geheimdienstchef Markus Wolf Interesse. In einer fast nonstop – Lesung, verschlang ich diese Reise in die Vergangenheit der DDR aus einer besonders delikaten Perspektive.
Hintergründe wurden damit erkennbar. Auch Erkenntnisse bestätigten sich, die damals nur unter vorgehaltener Hand äusserbar waren. Erstaunlich, dass sich die Westdeutschen so in die Karten gucken ließen. Noch erstaunlicher, wie war es möglich, sich von den DDR- Pleitiers so hinters Licht führen zu lassen?
Als schließlich noch Frau Preuss auftauchte, um als Bibliothekarin Lektüre anzubieten, ergab sich, dass sie den Stauchitzer Memoaristen erkannte und in eine erschöpfende Diskussion über den Sinn oder Unsinn seines Vorhabens eintrat, ein Buch über die bereits von über 200 Literaten abgehandelte Afrika- Feldzug- Problematik zu veröffentlichen.
Einleuchtend erläuterte sie, wie schwierig und finanziell aufwendig es sei, einen Verleger für die Veröffentlichung und Leser zu finden.

Als ich zunächst unbeteiligt zuhörte, erinnerte ich mich, dass Frau P. in meiner Heimatkirche Buchlesungen hielt. Mein Herzchen hörte ihr zu. Frau P. schrieb mehrere Heimatbücher. Eins las ich und bin angetan über den Inhalt.
Als sie an mein Bett trat und meinen Namen vernahm, stellte sich heraus, dass ihr Gatte, der Projektant vieler unserer genossenschaftlichen Bauwerke war. Offensichtlich erinnerte er sich unserer Zusammenarbeit. Bestand meine Aufgabe doch darin, die Wogen zu glätten, die bei den Bauaufsichtsbehörden über den ungenehmigten Beginn von Bauten entstanden waren.
Ganz abgesehen von den ständigen Qualitätsproblemen, die sich in schlechtem Bauzustandsnoten ausdrückten und die sich im Nachhinein nun nach der Wende so negativ auswirken.

Unglaublich, welche Berührungspunkte es selbst beim Krankenhausaufenthalt gibt. Unsere angeregte Diskussion wurde abrupt beendet mit der Krankenschwesternkolonne, die zu Pflegemaßnahmen „ ein flog ”.
Am Mittwochmorgen war der Tag des Eingriffs. Seit dem Abend vorher gabs nur noch Tee, ab 24 Uhr gar nichts mehr und ein Pfleger hatte sämtliche Behaarung in der Nähe der Eingriffsstelle beseitigt.
Der Betäubung ab Bauchnabel abwärts hatte ich zugestimmt, so dass ich den Eingriff ohne etwas zu merken, verfolgen konnte. Allerdings sah ich nur den sich bewegenden Haarschopf des behandelnden Arztes. Nach knapp drei Stunden war ich wieder ins Krankenzimmer eingerollt worden. Beide andere Patienten mussten dazu zunächst auf den Flur gefahren werden, um mich wieder an den Fensterplatz zu rollen.
Gegen Abend kehrten die Gefühle im wahrsten Sinne des Wortes wieder zurück. Lediglich die Harnröhre wollte sich nur mit Widerwillen an die Abflusseinrichtungen gewöhnen, die nun tagelang den Heilungsprozess begleiten sollten.
Vieles Teetrinken musste das Ausspülen und Heilen bewirken. Täglich freute man sich darüber, dass die Färbung des Ausflusses allmählich wieder Narmalfarbe annahm. Auch nach dem Aufstehen erwies sich die ständig mit sich herumzutragende Flüssigkeitstasche als kleineres Übel.
Mir bereitete der leichte Windzug durch die Fensternähe Probleme mit der Stimme. Ohnehin sind Bchers. Krächzer. Die gespaltenen Stimmbänder sind sehr anfällig gegen „Klimaänderungen“.
Mein liebes Herzchen, die Schwiegertochter Ilona, Sohn Wolfram, die Enkel Marc, Alexander und Steffen, Schwester Johanna, Schwager Erich und die Brüder Hermann und Adolf sowie die angeheiratete Cousine Gitta, konnte ich als Besucher begrüßen. Mit dem Telefon bestand tägliche Verbindung mit dem Zuhause. Zahlreiche Anrufe sorgten für Kurzweil und die Mitteilung, dass man gut versorgt sei, also nichts auszustehen hatte.
Vielmehr macht man sich als Ökonom Gedanken darüber, dass der riesige Aufwand, mit dem unser Gesundheitssystem betrieben wird, ungeheurer Mittel bedarf. Sie müssen von immer weniger Arbeitnehmern aufgebracht werden.
Ist es nicht unumgänglich, sich als verantwortungsvoller Politiker zu mühen, wie künftigen Generationen gleicher Standard zu sichern ist. Parteien, die diesen Bemühungen ständig Steine in den Weg legen, sind nach meinem Dafürhalten unwählbar.

Treff im Krankenhaus
Beinahe hätte ich vergessen an eine weitere Begebenheit zu denken:
Plötzlich stand ein größerer älterer Herr von sportlicher Statur im Zimmer. Bei näherem Hinsehen stellte sich heraus, dass es ein ehemaliger Stauchaer, aus jüngeren Jahren Bekannter, Fr.war.
Seine Frau hatte ihm erzählt, sie hätte auf dem Flur HB.gesehen. Also, musste er sich aufmachen und ‚mal nachschauen, welches Leiden den „Kerl“ hierher verschlagen habe.
Von Fritzens Vater hatte ich Anfang der Fünfzigerjahre die Halle gegenüber unserem Haus nach dem Ende seiner Landhandelstätigkeit von der Kirche mieten können.
Damit hatte sich die Grundlage für die Gemüseaufkauftätigkeit verbessert. Zunehmend stellte sich jedoch heraus, dass die Größe des Gemäuers den Anforderungen für steigende Gemüsemengen nicht mehr gewachsen war.
Die gemeinsamen Erinnerungen an diese Zeit und vor allem seine sportlichen Ambitionen als Fußballtrainer bei Stahl Riesa, waren Hauptgesprächsthema.
Da ich bereits das Bett wieder verlassen konnte, flanierten wir auf den Fluren hin und her und ich konnte mir die mit seiner beeindruckend tiefen Stimme vorgetragenen Probleme seiner Trainertätigkeit anhören. Er legte mir überzeugend dar, wie viele Leute und welche er bereits bis zur Ligareife herangeführt habe.
Schließlich kamen wir auch auf Steffen, einen meiner Enkel, Wolframs zweiten Sohn, zu sprechen. Ihn hatte er bereits vor Jahren als förderungswürdig beobachtet. Bedauerlich sei, dass die Mittel für die gezielte Jugendförderung beschränkt seien, so dass er ihn aus den Augen verloren habe, sagte er.
Ich konnte ihm erzählen, dass Steffen noch fußballerisch aktiv sei. Seine Ausführungen über den Fußballsport waren interessant. Interessant deshalb, weil in ihnen ersichtlich wurde, dass die Förderung von sportlichen Talenten Entsagungen nicht nur für den Sportler selbst, sondern auch für den Trainer bedeuteten. Ohne Fleiß kein Preis! Vor einem möglichen Erfolg steht der Schweiß.

Schließlich war’s soweit und der Stationsarzt übergab mir die Entlassungsurkunde.
Meine Schwiegertochter transportierte mich wieder nach Hause.
Sie war es, die zum Entlassungszeitpunkt fahrbereit zu Hause war.
Besten Dank dafür!
Aufatmend schloss mich meine Traudi in ihre Arme.
Die Freude war jedoch nur von kurzer Dauer.
Kaum hatte ich mit einem erfrischenden Bade eigentlich das Krankenhaus von mir abgespült, klingelte das Telefon und der Stationsarzt war am Apparat.
Er musste mir mitteilen, dass eine Überprüfung der Untersuchungsergebnisse entgegen den bisherigen Annahmen, dass die Wucherungen gutartig sei, bösartige Gewebe enthielten. Ein erneuter Krankenhausaufenthalt sei notwendig. Am folgenden Sonntag solle ich mich wieder einfinden.
Diese Kunde war niederschmetternd. Zugleich stellte sie aber auch Hilfe in Aussicht. Die Geißel der Menschheit machte auch um mich, trotz gesunder Lebensweise, keinen Bogen. Nicht rauchen, wenig Alkohol und reichlich Gemüse sind offensichtlich kein Rezept gegen diese Plage.
Paar Tage zu Hause, waren trotz aller Sorgen erbaulich. Nicht nur das Umsorgtsein durch meine liebe Traudel war wohltuend.
In unserem Blumengarten, unserem Berg, fand ich bei den frühlingshaften Temperaturen, Entspannung. Bei den Gartenarbeiten vergaß ich nicht nur die schreckliche Nachricht, auch mein lästiges Ohrengeräusch ist meist nicht spürbar. Andere Probleme beschäftigen mich hier. Ein großer Teil meiner Tulpen- und Krokusse, die ich 1996 im Herbst ausbrachte und die im vorigen Jahr Frühlingsboten waren, wurde von den Wühlmäusen verschleppt und gefressen. Obwohl ich fast täglich versuche, das Viehzeug zu vertreiben, indem ich deren Luftlöcher schließe und ihnen so versuche die Winterruhe zu vermiesen, lassen sie sich nicht bändigen. Meine Karbidbekämpfungsmaßnahme war offensichtlich auch ohne Erfolg. Selbst mein massierter Tagetes Anbau hat sie nicht beeindruckt. Der etwas penetrante Geruch der Studentenblumen soll angeblich Wirkung zeigen. Ohne jeglichen Erfolg. Auch die Yuccas sind fraßgeschädigt. Unbeeindruckt durch die Untergrundbewegung scheinen lediglich die Narzissen zu sein. Man wird sich darauf einstellen müssen.
Gespannt bin ich, wie sich die Chemnitzer Pflanzen verhalten werden? Auf acht Beete verteilte ich die Blumen und Stauden. Hoffentlich schwächte ich sie dadurch nicht zu sehr.
Von Gesine erhielt ich im vergangenen Herbst zahlreiche Gartengewächse. Inwieweit meine Wühlmäuse Geschmack daran finden, wird man sehen müssen.
Mein lieber Marc transportierte mich am Sonntagabend gegen 19 Uhr wieder nach Riesa.
Mit „Sack und Pack“ rückte ich wieder ein. Nach einem Gespräch mit dem Stationsarzt Dr.F, der mir die Vorgehensweise ausgiebig erläuterte, fand ich im Zimmer 311 ein Bett.
Nach dem Begrüßungszeremoniell mit den drei Leidensgenossen, mit denen ich nun das Krankenzimmer teilte, suchte ich den Stauchitzer Bekannten auf. Er staunte nicht schlecht, als er mich wieder sah. Seine Entlassung stand kurz bevor. Der Eingriff bei ihm war erfolgreich verlaufen.
Meine drei neuen Leidensgenossen stellten sich als sehr gesprächige Männer heraus.Bis nach 24 Uhr wollte der Diskurs nicht abreisen.
Einer der Herren stellte erschöpfend seine Taubenzucht vor.
Er verstand es, sich derart interessant über das Geflügel,die Vögel auszubreiten, dass man am Ende selbst Lust bekam, Tauben anzuschaffen. Welcher Mühe es bedarf, Rassetauben ausstellungsreif zuzurichten, kam ebenso zum Ausdruck, wie die Beschreibung der großartigen Leistungen von Brieftauben. Unbekannt ist bisher, welcher Orientierungssinn die Tiere regelrecht beflügelt, aus Startorten Hunderte kilometerweit den Heimathorst wieder zu finden. Ebenso ist der gesamte Vogelzug bisher weitestgehend unerforscht, wenn man auch zum Beispiel Störche mit Leichtflugzeugen auf ihren Reisen neuerdings begleitet. Vor diesen Naturwundern kann man als Mensch nur den Hut ziehen. Geradezu beleidigend waren dagegen bei der Visite Fragen von Ärzten, wie viele Tauben man benötige, um mittags satt zu werden.
Geschickte Fragestellungen erzeugten tiefgründigere Darlegungen.
Als dann der Herr, der am Bett in der Nähe der Tür lag, in die Gespräche eingriff, war klar, dass es sich um eine illustre Runde handelte. Aus seinen Äußerungen konnte man unschwer erkennen, dass er eine leitende Stellung innehatte. Neben seiner Leitungstätigkeit dozierte er auf dem Gebiet der Farbgebung. Mit Sucher W. war er weitläufig verwandt. Mit einem uns Bekannten aus Zsch. hielt er Verbindung. Aus seinen Darlegungen konnte ich immer mehr entnehmen, dass ihm bestimmte Zusammenhänge mit „Sonnenschein“ geläufig schienen. Als er unseren Vorsitzenden schließlich lobte, dass er sich nach der Wende darum gekümmert habe, dass Leute aus unserer Genossenschaft in seiner Maler – GmbH wieder Arbeit fänden, dauerte es nur eine Weile, und unsere Verwaltung kam ins Gespräch. Zu erkennen gab ich mich zunächst nicht, da ich auch aus anderem Munde einmal hören wollte, was man 8 Jahre nach der Wende noch über uns redete.
Er erinnerte sich, dass bei „Sonnenschein“ ein Buchhalter in der Lage gewesen sei, die Jahresbilanz bereits kurz nach der Jahreswende mit Hilfe der EDV vorzulegen. Er habe seinem Buchhalter empfohlen, ebenfalls sich um diese Methoden zu kümmern. Im März habe er immer noch an der Bilanz herumgerechnet. Mit Bekannten aus dem Stahlwerk sei es gelungen, ebenfalls Computer anzuschaffen.
Er erinnerte sich an die Wahnsinnspreise, die damals dafür zu zahlen waren.
Ein Rechner kostete uns mit Monitor ohne Drucker 80 T-DDR-Mark.
Vier davon wurden von unserer Genossenschaft angeschafft.
Seine Computer waren sogar noch teurer gewesen.
Als dann die Rechner zum Einsatz kamen, hätte sich allerdings sein Buchhalterkollege verabschiedet. Dieses Teufelszeug sei ihm doch zu unheimlich vorgekommen.
Ich konnte insgeheim bestätigen, was da vorgegangen war. Wusste ich doch, dass auch bei uns eine gewisse passive Resistenz spürbar war, als wir damals, 1972, damit anfingen. Es gehörte Stehvermögen dazu, den Vorstand davon zu überzeugen, soviel Geld auszugeben.
Noch mehr Überzeugungskraft war nötig, um ROBOTRON davon zu überzeugen, dass so eine lächerliche GPG(Gärtnerische Produktionsgenossenschaft) EDV (Elektronische Datenverarbeitung) einführen wolle. An meinem geistigen Auge passierten noch einmal die Mühen vorbei, die schließlich dazu führten, dass tatsächlich elektronisch es möglich war, den Jahresabschluss kurz nach Jahresschluss prüfungsreif zu fertigen. Die DDR Behörden ließen sich nicht auf jahrelange Verzögerungstricks, wie sie heute mehr oder weniger staatlich sanktioniert den Finanzbehörden zugemutet werden, ein.
Im April des Folgejahres war das vergangene Jahr der gesamten Landwirtschaft abgerechnet und somit ökonomisch überschaubar.
Was dagegen in der Bundesrepublik praktiziert wird, ist nach meinem Dafürhalten begünstigte Steuerflucht.
Ganoven, denen Zahlungsmoral ein Fremdwort ist, wird Tür und Tor geöffnet.
Ist es ein Wunder, dass Unternehmen in den Ostländern mit geringer Kapitaldecke kaum Überlebenschancen bleiben.
Für dieses Chaos wird dann der Finanzminister verantwortlich gemacht.
Wie soll ein Betrieb überschaubar geführt werden, wenn erst nach einem Jahr von den Steuerbüros die Bilanz fertiggestellt wird? Und das alles im Zeitalter der Elektronik! ?

In dieser langen Nacht, bis weit nach Mitternacht redeten wir immer noch.
Erst als mein Name die Erinnerung weckte, dass der Buchalter von „Sonnenschein“ auch so hieß, kam die Frage, ob ich mit ihm verwandt sei.
Es blieb mir nun nichts anderes übrig, als zu bekennen, dass dieser Mensch vor ihnen im Krankenbett liege.
Nun wurden in den Tagen des gemeinsamen Krankenhausaufenthalts viele Erinnerungen wach. Das ging soweit, dass „Sonnenschein“ damals verflucht wurde, weil Arbeitskräfte der besseren Verdienstmöglichkeiten wegen dorthin abwanderten. Arbeitskräfte waren zu DDR-Zeiten ein Problem. Wenn ich daran denke, mit welchen Heerscharen von Vietnamesen, russischen Offiziersfrauen und während der Rübenpflege auch mit Stahlwerksarbeitern ganz abgesehen von unseren rund tausend eigenen Mitgliedern wir die ständig steigenden Produktionsforderungen erfüllen mussten.
Heute unvorstellbar, mit welchen Menschenmassen wir Landwirtschaft betrieben und am Ende auch noch Gewinn erwirtschafteten. Das war nur möglich, mit der autarkischen Preispolitik der DDR.

Gegen 8 Uhr am Montag ging’s dann mit zwei weiteren Leidensgenossen mit dem Krankenhaus- Pkw nach Dresden ins Neustädter Krankenhaus zur radiologischen Untersuchung. Nach stundenlangem Warten wurde ich eine Dreiviertelstunde unter ein riesiges Monstrum gelegt und von allen Seiten durchleuchtet.
Ich erinnerte mich an meine Frage beim Urologen in Riesa, der die Auskunft gab und die Röntgenuntersuchung als hundertmal geringere Bequerelldosis auswies, als nun die hier über mich ergangene Radiologie.
Hoffentlich konnte das der Körper überhaupt noch verkraften. Am Ende wird dadurch der Krebs noch animiert, sich im Körper noch mehr auszubreiten. Man hat schon davon gelesen, dass zu viel Röntgen krebserregend seien. Normalerweise müsste man nach diesen Dosen von Röntgen, wenn man im Finsteren angeleuchtet wird, eigentlich erglühen ?
Nach Riesa zurückgekehrt, musste ich am kommenden Tage noch eine Röntgenuntersuchung über mich ergehen lasse, die erkennen lassen sollte, ob in den Skelettknochen sich bösartige Gewebe angesiedelt hätten.
Glücklicherweise ergab die Auswertung in der Visite durch den Chefarzt, dass zwar erhebliche altersbedingte Abnutzungserscheinungen überall in den Gebeinen zu erkennen seien, aber besorgniserregende Gewebe sich in Grenzen hielten.
Der Chefarzt meinte zur Beruhigung: „Wenn sie innerhalb der nächsten zehn Jahre das zeitliche Segnen müssen, dann nicht durch diese Krankheit!“
Mit dem Ergebnis, dass ich durch den Urologen in bestimmten Abständen überprüft werden müsse, wurde ich nach einem ausgiebigen Gespräch mit dem Stationsarzt, der einen fachlich kompetenten, einfühlsamen Eindruck hinterließ, entlassen.
Mein Bruder Hermann transportierte mich wieder zu meinem lieben Herzchen nach Hause.

Meiner lieben Schwester Johanna ist es gelungen, große gesundheitliche Belastungen zu meistern
Erneut besuchten wir sie Anfang November 1999 im Riesär Krankenhaus.
Mit Optimismus gehe ich davon aus, dass ich es auch schaffe.
Sie ist so tapfer, dass sie weitere Krankenhausaufenthalte überstand.
Nur wer sich selbst aufgibt, ist verloren!

Im Juni 2002 überraschten mich sonntags gegen 10 Uhr Schmerzen in der Herzgegend. Sie klangen auch nicht ab nach einem Spaziergang. Ich glaubte, Bewegungsmangel sei die Ursache. Jeder Atemzug verursachte ein Druckgefühl.
Mein Hausarzt hatte Sonntagsdienst. Er stellte fest, dass der Kreislauf stabil sei. Es sei aber angeraten, im Krankenhaus die Ursachen der Beklemmungen untersuchen zu lassen. Meinem Vorschlag, mich von einem Familienangehörigen nach Riesa transportieren zu lassen, konnte er nicht folgen. Er meinte, wenn sich weitere Herzprobleme einstellten, könnte er keine Verantwortung übernehmen. Mit einem Fahrzeug der Schnellen-Medizinischen-Hilfe fand ich mich um 16.30 Uhr in der Notaufnahme des Krankenhauses Riesa wider. Ärztlich galt es nach EKG, Blut- und Röntgenuntersuchung zu entscheiden, ob ein Krankenhausaufenthalt gerechtfertigt sei.
Nach 2 Stunden stand fest, dass ich nicht wieder nach Hause geshickt werden könne. Mangels Platz in der Intensivstation, landete ich in der „Inneren IV“ in der dritten Etage, im Zimmer 579.
Beim Einfahren auf den Bettplatz bemerkte ich, wie ein ehemaliger „Sonnenschein“-Kollege feststellte: „Jetzt kommt unser Oberbuchhalter!“. Ein anderer Patient kannte mich daran, dass ich meiner Frau beim Eiereinkaufen geholfen hatte. Erstaunlich, vor über 50 Jahre half ich meiner Frau an den Wochenenden dabei.
Durch diese Bekanntheit erübrigte es sich, mich meinen Leidensgenossen vorzustellen.
In Abständen von einer Stunde,später von zwei Stunden, war die Nacht angefüllt mit Kontrollmessungen, Medikamenteninfussionen, wie sie bei der Einlieferung vorgenommen worden waren.
Durch die verabreichte Medizin klangen die Beschwerden in der Herzgegen ab. Am Montagmorgen befand ich ich mich bereits wieder in einem Zustand des relativen Wohlseins.
An eine Entlassung war nicht zu denken. In der Visite erfuhr ich, dass Vorsicht geboten sei. Man müsse prüfen, ob die erreichte Lage stabil sei.
Herzultraschall und Elektrokardiogramm unter Belastung müssten in den kommenden Tagen Auskunft geben. Von Herzkatheder war die Rede.
Durch den Bekannheitsgrad war zumindest mit meinem ehemaligen Kollegen , Herrn G. aus Mautitz, der Austausch von gemeinsam Erlebten und von dem Geschehen nach der Wende in der Genossenschaft Gesprächsthema. Dass unsere Nachbarin eine Verwandte von ihm war und weitere Verwandte in meinem Heimatort lebten, sorgte für Unterhaltungsthemen. Mein Gesprächspartner brillierte durch erstaunliche Ortskenntnisse. Familiennamen und zum Teil deren Geschichten flossen aus ihm heraus. Von seinem Schicksal, dass er seine Frau bei einem Besuch seiner ehemaligen Heimat im jetzigen Teil Polens, in Schlesien, verloren hatte,erzählte er mir.
Von den jetzigen Nutzern seiner heimatlichen Gemäuer, war er angetan. Von Anderen hörte man Gegenteiliges, wenn sie von Heimatbesuchen zurückkehrten.
Meinen linken Nachbarn plagte ein Reizhusten. Es wurde zwar versucht, zu helfen. Erst spät in der Nacht gelang es. Keiner fand dadurch Nachtruhe. Am nächsten Morgen wurde er in ein anderes Zimmer verlegt.
Halblinks gegenüber wurde ein junger Mann behandelt. Ihm sah man keinerlei Beschwerden an. Er erzählte, dass er in grösseren Abständen unter plötzlichem „black outs“ litt. Offensichtlich liess ihn sein Gleichgewichtssinn in betimmten Körperstellungen im Stich. Er hatte sein Studium fast vollendet. „Nur“ noch die Diplomarbeit stand vor ihm. Der „Biker-Treff“ in Staucha war ihm ein Begriff. Ebenso den Markt in Staucha besuchte er.
Dass der Jahnaische Kirchturm schief sei, erfuhr ich von ihm. Er wunderte sich darüber, dass Türen und Fenster dagegen lotrecht angebracht seien.
Unzählige Male radelte und fuhr ich durch Jahna. Dass die Kirche einen schiefen Turm besässe, fiel mir bisher nicht auf. Erkenntnis: Ich muss noch mit kritischeren Augen unsere heimatlichen Gefilde durchstreifen.
Meinen rechten Bettnachbarn plagte , dass keine Nahrungsmittel, nicht einmal die ihm flüssig zugeführten, im Magen verblieben. Ein halbkreisförmiger grosser Schnitt in der Mittelbauchgegend deutete einen schweren Eingriff an. Es ist schrecklich, wie manche Menschen leiden müssen. Grossartig, wie er täglich von seiner Gattin umsorgt wurde.
Aus den Äusserungen der Ärzte während der Visite konnte man entnehmen, das es ausserordentlich schwierig schien, seine Leiden zu lindern.
Ein junger Mann, der seinen Zivildienst ableistete, war so freundlich, mir zu helfen, das an jedem Bett befindliche Telefon in Gang zu setzen. Somit war ich nach einem Tag Krankenhausaufenthalt in der Lage, Verbindung zu meinem Herzchen aufzunehmen. Sie hatte sich bereits beim Stationsarzt über meinen Gesundheitszustand informieren lassen. Ich gestehe ein, dass es einen schon beeindruckt, wenn man die vertraute Stimme seiner Frau wieder hört und ihr sagen kann, dass sie unbesorgt sein könne.
Weiss man doch, dass es ihr allein schwer fällt, unsere kleine Hauswirtschaft, den Garten mit den reichlichen Erdbeeren und die 5 Hühner zu bewältigen.
Wie gern würde man ihr dabei helfen.
Von der Schwiegertochter erfuhr ich, dass unserem Leihkater, dem „Lamprich“, das Fehlen des Opas offensichtlich nicht gut bekommen sei. Er hätte sich die gesamte Woche nicht wohl befunden. Dass Öffnen der Jalousien und der Balkontür hätte ihm gefehlt. Meist schlüpft er, oft unbemerkt, in unsere Wohnung und nimmt auf unserem zweiten Balkon auf einem bequemen Sessel Platz. Dort lässt er es sich während der Abwesenheit seiner „Eltern“ Wohl sein. Wogegen sein nachbarlicher Freund, der „Romer“ , traurig ist. Nicht selten sucht er bis zu unserer Balkontür mit seiner Nase nach seinem Freund. Erstaunlich, wie beide miteinander umgehen. Manchmal hat man den Eindruck, dass sie sich mit einem „Kuss“ begruessten.
Meine Frau , meine Söhne und Enkel Schwester Johanna und Schwager Erich sowie Bruder Hermann besuchten mich. Für Kurzweil war gesorgt. Am zweiten Tage der Verweildauer im Krankenhaus konnte ich das Bett bereits wieder verlassen. Bruder Adolf meldet sich telefonisch aus Wandlitz bei Berlin. Er wohnt jetzt in der Nähe der „Feudalsiedlung“, die sich die „Vorwende-Oberen“ leisteten. Als sich die Westler diese „Prachtbauten“ angeschaut hatten, konnten sie sich eines Lächelns nicht erwehren.
Mir bereitet das untätige Herumsitzen Schwierigkeiten. Mit Rätseln vertrieb ich mir die Zeit. Spaziergänge im Park und zur Schwester und zum Schwager sorgten dafür, dass die Beweglichkeit erhalten werden konnte. Dabei masste ich mir an, die erlaubte Grenzziehung ein wenig zu erweitern. Sozusagen die „Dreimeilen-Zone“ geringfügig zu überschreiten.
Für einen späteren linken Bettnachbarn kaufte ich morgens täglich die Bildzeitung. Er litt unter einer Blutkrankheit, die er sich durch die Tätigkeit im DDR-Uranbergbau zugezogen hatte. Eine Vorstufe der Leukämie verursachte, dass ihm mehrmals jährlich Blutinfusionen verabreicht werden müssen. Seine beiden Arme waren gezeichnet von Blutergüssen. Sie liessen kaum noch Platz, um das Blut einfliessen zu lassen.
Trotz seiner misslichen Lage war er guter Dinge. Als Meister hatte er ausserdem im Stahlwerk gearbeitet. Seine Brust hätten mehr als Fünfzehn Aktivistenauszeichnungen geschmückt, erzählte er. Beide ältere Herren aus Riesa und Mautitz konnten Begebenheitenn aus Riesa austauschen.
Man kann feststellen, im Arbeitsalter traf man sich in den Betrieben und/oder in einer Kneipe, leider im Alter im Krankenhaus. Erichs Schwester, Lotte B., die sich einer Operation unterziehen musste, traf ich ebenso wie Resis Schwester. Mit Frau R. aus Dösitz unterhielten wir uns. Sie war gezeichnet durch Kranksein. Interessante Gespräche liessen den Alltag im Krankenhaus erträglich werden. Umsorgt werden die Patienten von einer engagierten Schar von Schwestern und Pflegern. Während der Visite konnte man erkennen, dass ein kompetentes Ärzteteam für die baldige Wiedererlangung der Gesundheit der Kranken tätig war.
Frau Preuss als Bibliothekarin bot Bücher für lesefreudige Patienten an. An die Begegnung vor vier Jahren im „alten Haus“ konnten wir uns erinnern.
Weiter oben schrieb ich davon.
Dass ihre Buchlesungen in einer Zeitung angekündigt wurden, erzählte ich ihr. Sie hatte davon noch keine Kenntnis. Am 15.6.2002 konnte ich das Krankenhaus wieder verlassen. Auf einem Parkplatz in der Nähe von Schwester und Schwagers Wohnung hatten mein Sohn Hardy und Enkel Michael meinen Polo geparkt. Ohne besondere Mühe konnte ich das Gefährt erreichen und mein Herzchen bereits gegen 8 Uhr in die Arme schliessen. Selbst das Weltmeisterschaftsfussballspiel Paraquai : Deutschland konnte ich in voller Länge zu Hause erleben. Was mich vom Aufenthalt im Krankenhaus beeindruckt ist: Die Kranken werden rührend umsorgt. Andererseits , dass die altersbedingte Gesundheit nur noch aufrecht erhalten werden kann mit einem erhöhten Aufwand von Arzneien.
Bisher kam ich mit 2 Tabletten täglich aus. Nun darf ich 5 dieser hoffentlich nicht allzu nebenwirksamen Gesundheitserhalter täglich morgens einnehmen. Ich gehe davon aus, dass das Ganze nur mittelmässig gesundheitsschädiogend ist.

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