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GPG “Sonnenschein“

In der gärtnerischen Genossenschaft „Sonnenschein“ Staucha fanden sich 4 gärtnerische Betriebe unterschiedlicher Leistungsfähigkeit zusammen.
Gärtnerei Funcke schloss sich der LPG Steudten an.
13 Gründungsmitglieder, darunter die Eltern des Verfassers, bildeten das Gründungskomitee.
Schwierig war, einen geeigneten Namen zu finden, der in seiner Aussage nicht irgendwelche fragwürdigen Idole verherrlichte, der aber nach Möglichkeit ein ständiger Begleiter sein sollte.
In der Gründungsversammlung auf dem Gemeindeamt rätselte man nach einem vernünftigen Namen. Ein in das Zimmer fallender plötzlicher Sonnenstrahl führte schließlich zum Namen.
Der Bürgermeister H. empfahl, die gärtnerische Genossenschaft „Sonnenschein“ zu nennen. Er fand Zustimmung. Dieser Name hat diese Genossenschaft von der GPG (Gärtnerische Produktions Genossenschaft)über die LPG (Landwirtschaftliche Produktions Genossenschaft )zur eingeschriebenen Genossenschaft(eG), bis zum bitteren Ende (iL= in Liquidation) begleitet.
Mit diesem stolzen Namen erwarb sich die Genossenschaft durch das Leistungsvermögen aller ihrer Mitglieder einen guten Namen landesweit.

Anfangsschwierigkeiten

Fast schien es, als sei es nicht möglich, die sehr unterschiedlichen Charaktere der Gärtner unter einen Hut zu bringen. Allein die Tatsache, dass nicht alle Gärtner bereit waren, sich in einer gärtnerischen Genossenschaft zu vereinen zeigte, dass Rivalität vor der Zwangsvereinigung bestand. In einer Art Geringschätzigkeit, schauten die Blumen – und Gemüsegärtner auf die Feldgemüsebauer herab. Gemeinsam wirtschaften zu sollen, sich einer Mehrheitsmeinung beugen zu müssen, war nicht jedermanns Sache. Im ersten Jahr der gemeinsamen Arbeit produzierte jeder noch nach seinen Methoden. Am Jahresende erfolgte die Abrechnung zwar gemeinsam, aber jeder erhielt noch den von ihm erwirtschafteten Anteil ausgezahlt.
Einbehalten wurde ein Betrag, der als Steuer als Privatgärtner ohnedies hätte an den Staat abgegeben werden müssen, als erste gemeinsame „Fondszuführung“. Genossenschaften hatten zu diesem Zeitpunkt noch keine Abgabe an den Staat zu entrichten.

Vorstandsbemühungen

In nächtelangen Sitzungen versuchte der gewählte Vorstand unter primitivsten Voraussetzungen in den Räumen der Gemüseaufkaufstelle, dem völlig Neuen, Leben einzuhauchen. Es galt bei fleißiger gärtnerischer Arbeit, zugleich nach Neuem zu suchen. Wurde es gefunden, war es allen Mitgliedern zu verdeutlichen und schnell zu nutzen. Alte Gewohnheiten aufzugeben, sich unterzuordnen und Vorstandsentscheidungen, Mehrheitsentscheidungen, anzuerkennen und bedingungslos anzuwenden, erwiesen sich als Einschnitte, die nicht von jedem „Genossenschaftsgärtner” zunächst befolgt wurden. Als Privatgärtner hatte man täglich Entscheidungen zu treffen. Dass nun Merhheitsentscheidungen galten, war zunächst gewöhnungsbedürftig und wie sich herausstellte, nicht für Jeden akzeptabel.
Die ehemaligen Eigentümer waren zugleich Leiter der gebildeten Arbeitsgruppen, da sie über das erforderliche gärtnerische Fachwissen verfügten.
Einem ehemaligen Eigentümer und Mitgründer war es nicht möglich, sich den gemeinsamen Vorstellungen unterzuordnen.
Er schied aus der Genossenschaft aus, ohne dass es zu verletzenden Streitigkeiten gekommen wäre. Am Stadtrand von Leipzig, in einer großen Gärtnerei, fand er sein Betätigungsfeld. Ob er anders gehandelt hätte, wenn er gewusst hätte, dass sich die Genossenschaft positiv entwickelte, ist nicht zu beurteilen ?
Erfahrungen im Umgang mit Mitgliedern einer Genossenschaft und Führung einer ständig sich vergrößernden Belegschaft bestanden noch nicht.
Leitungsstil und Autorität mussten von den neuen Leitern erst erworben werden. Vorbild -Wirkung in der beruflichen und privaten Sphäre dabei in Übereinklang zu bringen, bereitete Schwierigkeiten. Dem Sohn eines Mitbegünders, K.H.Thomas, zum Vorsitzenden des Vorstandes gewählt, gelang es, mit zündenden Ideen dem Neuen Leben einzuhauchen. Nicht abwarten, sondern anpacken war seine Devise! Nach den ersten Jahren der gemeinsamen Arbeit konnte im Vorstand durchgesetzt werden, dass in den gebildeten Arbeitsgruppen mit den Mitteln des Investfonds Verbesserungen der Produktionsbedingungen begonnen wurden.
Pflanzenanzuchtflächen wurden durch Anlage von weiteren Frühbeetfenstern und Folieflächen erweitert und Jungpflanzenanzuchthäuser errichtet, um mehr Frühgemüse erzeugen zu können.
Nachdem man Erkenntnisse gesammelt hatte, stellete sich heraus, dass die Verzettelung, an mehreren Orten kleine Anlagen zu bauen, nachteilig war. Man hätte sich für einen Standort entscheiden sollen.
Dem Lernprozess musste Tribut gezahlt werden. Daran zu denken, die erarbeiteten Mittel für e i n e n Standort zu verwenden, war noch zu verfrüht. Zu sehr wollte noch jeder in seinem Bereich nach Möglichkeit Nutzen ziehen. Insgeheim traute man dem Neuen lange Lebensdauer nicht zu. Kredite zu beantragen, war nicht im Sinne der Gärtner. In Abhängigkeit von Banken und staatlicher Leitung zu geraten, sollte und konnte weitestgehend vermieden werden.
Eigenmittel zu erwirtschaften, war oberstes Gebot.
Damit den Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen geschaffen werden konnten, begannen Überlegungen, ein Bewässerungssystem zu errichten.
Vom Kaufmann Karte aus Staucha konnte nach schwierigen Verhandlungen ein Wiesengrundstück an der „Alten Poststraße“ im Schiritztal erworben werden.
Dem Kaufvorgang ging ein Genehmigungsgespräch mit der Justitiarin des Landwirtschaftsrates in Riesa voraus. Die Dame pflegte einen Kommandoton, die dem Kaufmann Karte ausserordentlich missfiel.
Bei den Verhandlungen ging es darum, dass eine Genossenschaft von einem Privatmann Land erwerben wollte. Der kommunistischen Philosophie gemäss, wird dem Boden ein niedriger Preis zugemessen. Dem Verkäufer diesen Sachverhalt zu vergegenwärtigen, dass der Quadratmeter Land 0,30 DM/DDR als Höchstpreis kosten könne, bereitete Schwierigkeiten.
Dass eine Genossenschaft einen genossenschaftseigenen Bodenfonds entwickeln wollte, wo die Anbauflächen nur aus von den Mitgliedern eingebrachtem Boden bestehen konnten, bereitete philosophische Probleme.
Wie sich später herausstellte, hätte diese Vorgehensweise beim Erwerb weiteren Bodens von privaten Eigentümern beinahe zur Umwandlung der GPG in ein Volkseigenes Gut geführt. Aus ideologischen Gründen passte es der Justitiarin nicht, dass sich eine Genossenschaft, Gärtner, einen eigenen Bodenfonds schufen. Sie sah darin eine Schwächung des so genannten volkseigenen Sektors.
Da in diesen Hirnen nur Verstaatlichung Platz hatte, duldete sie diese Entwicklung nur mit Zähneknirschen.
Und, wie sich später zeigen sollte, hätte sie bei einem Wutanfall beim Erwerb des Grundstückes zur Errichtung der Vermarktungsstation in Hof, beinahe einen Schreibtisch demoliert.
Kurios war ihre Argumentation. Als Genossenschaft würden wir, wenn eine Genossenschaft von Genossenschaftsmitgliedern Land erwürbe, die Landeigentümer enteignen.

Der Erwerb des Grundstückes im Schieritztal versprach, eine Grundlage für ausreichend Beregnungswasser zu bilden. Ein Gutachten hatte ergeben, dass sich in einer geologischen Formation unter dem Wiesengrundstück im Rinnentiefsten ein artesisch gespannter Wasservorrat befand. Er trat nach dem Anbohren artesisch zu Tage, jedoch ohne ausreichenden Druck.
Trafo – und Pumpstation im Schieritztal zu errichten, bereitete an dem nicht erschlossenen, ortsfernem Standort unter den Mangelerscheinungen in der Republik erhebliche Schwierigkeiten.
Energie war Hunderte Meter weit heranzuführen, um das Wasserdargebot zu nutzen. Zu diesem Zeitpunkt, den staatlichen Stellen die Dringlichkeit zu vergegenwärtigen und die schwerfällige Energieversorgung zur baldigen Ausführung zu bewegen, verlangte Beharrlichkeit.
Oft erging bei ähnlichen Anträgen der Bescheid, dass in Zeiträumen mit Hilfe zu rechnen sei, die für Gärtner nicht akzeptabel waren.
Bis nach Staucha, in Straßengräben, kilometerlange Wasserleitungsrohre zu verlegen, musste hingenommen werden.
Direktverbindungen durch Anbauflächen von zahlreichen Nutzern zu verlegen,hätte Hunderte Meter Rohrleitungen eingespart. Reibungsverluste und Druckminderungen hätten vermieden werden können.
Zu diesem Zeitpunkt konnte dafür kein Verständnis von den Betroffenen gefunden werden. In passiver Resistenz versuchte man, die Initiativen des ideenreichen Vorsitzenden der Gärtner zu hemmen.
Es fehlte an der erforderlichen Grabetechnik. Grosse Teile der Rohrleitungsgräben wurden manuell geschachtet. Meist geschah es in den Wintermonaten.
Den Mitgliedern konnte erklärt werden, dass Wasser zur Steigerung der Gemüseerzeugung Voraussetzung war, die sich letztlich in steigender Vergütung ausdrückte.
Stahlrohre, unisoliert, vom Stahlwerk bezogen, waren von minderer Qualitaet. In mühseliger Handarbeit konnte teilweise das Rohrnetz isoliert werden. Aus Zeitgründen legte man Stahlrohre ohne Isolierung in den Boden, somit nur begrenzt haltbar.
Hinter dem Park in Staucha konnte ein Wasserspeicher errichtet werden. Ihn ordentlich dicht zu bekommen, bereitete mit den unzulänglichen Möglichkeiten Schwierigkeiten. Mit primitiven Mitteln , meist in Handarbeit, wurden alle neuen Massnahmen angegangen und mühevoll zu Ergebnissen geführt.
Anbauerfolge bewiesen zunehmend die Richtigkeit der begonnenen Massnahmen. Sie im Vorstand durchzusetzen, verlangte nächtelange Diskussionen.
Richtig erkannt wurde: Nur wer bereit ist, etwas in seinen Betrieb hineinzustecken, zu investieren, wird daraus zunehmend Nutzen ziehen können.
Dem Vorsitzenden der GPG, unterstützt vom Vorstand, gelang es, alle Vorhaben mit eigenen Mitteln zu finanzieren. Damit war die Einflussnahme von aussen zuzmindest eingeschränkt, auch unter den Bedingungen der DDR.
Durch Anbauerfolge, die in der weiteren Folge statistisch belegt sind, konnten den Mitgliedern zunehmend die Vergütung angehoben werden. Zu erkennen war, dass fleißige Arbeit sich auch für die Mitglieder lohnt.
Eine Belegschaft bildete sich, bereit, für gutes Geld, gute Arbeit zu leisten und damit der Genossenschaft zu Ansehen zu verhelfen.
Dass letztlich materiell und finanziell erfüllte Pläne, wirtschaftliche Erfolge, zu Neid anregten, die Leitung der GPG beschimpft wurde, sie leite mit kapitalistischen Methoden, konnte von den Gärtnern nur als Auszeichnung verstanden werden.
Im Vorwenderegime galt so abqualifiziert zu werden, als Schimpf.

Aufbau einer Verwaltung für die GPG

In dem so genannten Büro, es war ein ehemaliger Hühnerstall, reichten die Sitzgelegenheiten nicht aus. Man saß auf Gemüsekisten.
Nach einem halben Jahr GPG erkrankte der Vater des Verfassers, der mit der Buchhaltung beauftragt worden war. Dem Verfasser mutete man zu, dass er zunächst nebenberuflich, als Patenbuchhalter, diese Arbeit ausführte.
Auf die Dauer war es schwierig, zwei Herren zu dienen. Mit schwerer körperlicher Arbeit verbundene Gemüse – Aufkauf – Tätigkeit war zu erledigen. Bis in die Nacht hinein mussten Fahrzeuge mit dem aufgekauften Gemüse ohne technische Hilfsmittel abgefertigt werden. Oft nach Mitternacht brachten Fahrzeuge Leergut zurück, um am nächsten Markttag wieder aufkaufen zu können.
1961 konnte mit dem Aufkauf Betrieb (VEAB)= Volkseigener – Erfassungs und Aufkauf – Betrieb ), in dem der Verfasser tätig war, vereinbart werden, dass die kleine Arbeitsgruppe der Gemüseaufkaufstelle in die GPG überging.
Aus „volkseigenen“ Menschen mussten Genossenschaftler werden. Philosophisch gesehen bedeutete dieser Schritt einen Rückschritt. Aber, wer kümmerte sich schon um Philosophie in dieser Phase.
Für die Beteiligten bedeutete der Eintritt in die Genossenschaft, wie sich später herausstellte, ein erheblicher Gewinn durch günstigere Vergütungsmöglichkeiten und ständig bessere Arbeitsbedingungen.
Vom übergebenden Aufkauf Betrieb erhielt die GPG, die in der Aufkaufstelle vorhandene elektro – mechanische Rechenmaschine. Zu diesem Zeitpunkt für diese Verhältnisse eine angemessene Bürotechnik. Sie ist als Museumsstück im Besitz des Verfassers.
Elektromechanisch erfolgte der Rechenvorgang mit lautstarkem Getöse. Man wartete dabei eigentlich immer darauf, dass das Hebel – und Räderwerk im nächsten Moment zu einem Haufen zusammenfallen würde.
Neben der „Melitta“ Handrechenmaschine bildete sie den Grundstock der Rechentechnik der GPG. Geräuschvoll ging´s dabei zuwege. Anfangs erzeugte Rechentenik Lärm.
Selbst Gehörsturz konnte Folge davon sein, wie sich später bei der Betreibung des Kleinrechnersystems „Cellaton“ herausstellte.
Elektronische Datenverarbeitung sollte später in der Genossenschaft von besonderer Bedeutung sein. Zielstrebig konnte die EDV nicht nur als Mittel zur Rationalisierung der Verwaltung, auch als Produktivkraft, durch Verkauf von nachnutzungsfähigen Programmen und Automatisierung von zahlreichen genossenschaftlichen Produktionsprozessen entwickelt werden.
Durch rasch sich erhöhende Aufgaben war eine Vergrößerung, der unter Leitung des Verfassers arbeitenden Arbeitsgruppe, angeraten.

Erkenntnisse der gemeinsamen Arbeit

Neben den Gründern der Genossenschaft, als Mitglieder, arbeiteten in den Arbeitsgruppen Arbeitskräfte als Nichtmitglieder.
Dem genossenschaftlichen Charakter widersprach es, Nichtmitglieder zu beschäftigen.
Sie verursachten durch andersgeartete steuerliche Abrechnung, zusätzlichen Aufwand.
Zugleich bedeutete Beschäftigung von Nichtmitgliedern in Genossenschaften, kollektive Ausbeutung. In Tagungen erhielten die Vorstände von Genossenschaften von den staatlichen Leitern Vorwürfe, die kollektive Ausbeutung von Nichtmitgliedern zu beenden. Gute Produktionsleistungen der GPG halfen den Übergang zum Genossenschaftsmitglied zu fördern.
Genossenschaftsmitglied zu sein bedeutete, mit dem Wohl und Wehe der Genossenschaft verbunden und verantwortlich zu sein.
„Wohl“ hörte sich gut an.
„Wehe“ dagegen war gewöhnungsbedürftig!
Dass es „Sonnenschein“ in der Dreissigjährigen Geschichte gelang, vor allem das „Wohl“ zu gestalten, ist ein Beweis für das Leistungsvermögen aller Mitglieder. Voran der Vorsitzende mit einem leistungsfähigen Leitungsgremium.

Erstaunlich fanden alle Beteiligten, dass zur Jahresendabrechnung 1960, nach einem knappen Jahr Arbeit, bereits festgestellt werden konnte, dass offensichtlich die gemeinsame Arbeit vorteilhaft sei. Der erzielte Erlös hatte sich bereits etwa verdoppelt, gegenüber dem, was als Privatgärtner erwirtschaftet werden konnte.
Aussprüche von den ehemaligen Besitzern, wie: „Das sieht doch aus, als ob wir als Private faule Schw. gewesen wären?“ drückte , wenn auch vulgär, Erstaunen aus.

Die beigefügte Entwicklungsstatistik ist Beleg dafür, dass in gemeinsamer fleißiger Arbeit, mit zielstrebigem Management, auch unter den behindernden Umständen des DDR – Regimes, wirtschaftliche Ergebnisse, vor allem zum Wohle der Mitglieder, erzielbar waren.

Tabelle 1


„Einige Zahlen zur Entwicklung der Genossenschaft“

1. Natürliche Bedingungen ME 1960 1961 1962 1963 1964
1.1. verfügbarer Boden ha 20,70 25,00 25,18 25,68 26,89
1.2. Erntefläche ha 20,70 25,00 26,80 34,00 45,60
1.3. Glas und Folie qm 2082 3518 3737 4072 4272
2. Personalentwicklung
2.1. Mitglieder Vollbeschäftigte 13 42 49 61 57
2.2. Arbeitnehmer Vollbeschäftigte 7,5 15,5 56,0 54,0 2,0
3. Ökonomie
3.1. Anlagevermögen TM 108,50 147,80 238,80 334,50 420,40
3.2 Umlaufmittel TM 88,00 151,00 96,00 137,00 215,00
4. Erlöse TM 183,3 350,7 504,2 688,2 668,4
4.1 Gemüseproduktion TM 183,3 334,5 466,7 657,7 627,7
4.2. Pflanzenproduktion
4.3. Sonstiges TM 16,2 37,5 30,5 40,7
5. Kosten TM 55,1 111,5 233,4 472,4 506,4
5.1 Prduktionskosten TM 31,1 28,2 136,5 136,0 195,0
5.2 Personalkosten TM 24,0 83,3 96,9 311,3 311,4
6. Betriebsergebnis TM 128,2 239,2 270.8 216,2 162.0
7. Produktionsergebnis
7.1 Gemüseerzeugung t 339,5 654,8 537,7 809,0 729,9
7.2> Kosten/dt Mark 16,24 17,03 23,33 58,40 69,30
7.3 Verwertungspreis Mark 54,00 51,09 79,69 81,30 86,00
7.4 Aufwand in Tausend akh 25,30 68,00 96,4 119,4 113,9
7.5 Arb.Prod./Vollbe. TMark 9,00 6,00 9,20 10,40 11,30
7.6 Ergebnis/ akh Mark 7,24 5,16 5,23 5,77 5,87
7.7 Kosten/Akh Mark 2,18 1,64 2,64 3,96 4,47
7.8 Kostensatz % 30 32 46 69 76


Tabelle 2

„Einige Zahlen zur Entwicklung der Genossenschaft“

1. Natürliche Bedingungen ME 1965 1966 1967 1968 1969
1.1. verfügbarer Boden ha 29,00 30,00 26,29 48,76 83,00
1.2. Erntefläche ha 68,00 70,00 71,00 80,00 124,00
1,3 Glas und Folie qm 5073 5100 5143 5245 5800
2. Personalentwicklung
2.1. Miglieder Vollbeschäftigte 54,00 55,00 59,9 67.50 75,44
2.2. Arbeitnehmer Vollbeschäftigte 2,00 18,00 21,00 20,00 26,00
3. Ökonomie
3.1. Anlagevermögen TM 399,2o 1013,00 1819,00 1895,00 2313,00
3.2. Umlaufmittel TM 215,00 648,00 446,00 30,00 807,00
4. Erlöse TM 884,00 1161,50 1650,20 1945,60 2665,30
4.1. aus Gemüseproduktion TM 818,00 1003,00 1304,00 1569,00 2302,00
4.2. aus Pflanzenproduktion TM
4.3. aus sonsigem TM 66,00 158,50 346,20 376,60 363,30
5. Kosten TM 476,00 613,00 811,00 1118,00 1348,00
5.1. Produktionskosten TM 247,70 226,30 364,30 435,40 515,00
5.2. Personalkosten TM 228,40 387,30 447,60 682,20 833,00
6. Betriebsergebnis TM 341,90 389,20 492,10 451,20 953,20
7. Produktionsergebnisse
7.1. Gemüseerzeugung t 1115 1194 1519 1734 2613
7.2. Kosten/dt Mark 42,70 51,40 53,35 64,60 51,59
7.3. Verwertungspreis Mark 67,55 70,72 63,06 68,76 74,18
7.4. Aufwand in Tausend Akh 1107 1063 1128 1358 1704
7.5. Arb.prod/Vollbesch TMark 14,00 15,00 21,00 23,20 29,60
7.6. Ergenis/ Akh Mark 9,43 11,53 11,55 13,51
7.7. Kosten/ Akh Mark 4,30 5,76 7,18 8,25 7,91
7.8 Kostensatz % 58 61 62 71 59


Tabelle 3

Einige Zahlen zur Entwicklung der Genossenschaft

1. Natürliche Bedingungen ME 1970 1971 1972 1973 1974
1.1. verfügbarer Boden ha 93.32 93.32 93.26 155,00 265,00
1.2. Erntefläche ha 115,00 126,60 135,80 375,60 373,00
1.3. Glas und folie qm 9216 9216 30000 56750 56750
2. Personalentwicklung
2.1. Mitglieder Vollbeschäftigte 94,00 99.10 113,oo 262,00 251,40
2.2. Arbeitnehmer Vollbeschäftigte
3. Ökonomie
3.1. Anlagevermögen Tausend Mark= TM 3753 4389 4564 10522 12394
3.2. Umlaufmittel TM 305 1005
4. Erlöse TM 2593,10 2913,00 3547,00 7606,00 8604,00
4.1. aus Gemüseproduktion TM 2378,00 2769,00 3166,00 6792,00 7111,00
4.2. aus Pflanzenproduktion
4.3. aus sonstigem TM 215,10 144,30 377,00 814,00 1494,00
5. Kosten TM 1500,80 1939,50 2340,20 5049,20 5666,00
5.1. Produktionskosten TM 704,70 1070,40 1437,00 2947,00 3175,00
5.2. Personalkosten TM 796,10 869,10 903,30 2102,20 2491,00
6. Betriebsergebnis TM 1091,80 973,70 1206,80 2556.00 2938,00
7. Produktionsergebnisse
7.1. Gemüseerzeugung t 4021,5o 4074,00 4366,00 11457.00 13393,00
7.2. Kosten/ dt Mark 37,30 47,60 53,60 44,00 47,60
7.3. Verwertungspreis Mark 59,12 67,97 72,51 59,28 67,20
7.4 Aufwand in Tausend Akh 210,3 221,4 258,1 585,1 592,5
7.5. Arb.Produktivitaet Tausend Mark 27,60 29,40 31,40 29,00 30,50
7.6. Ergebnis/ Akh Mark 12,33 13,16 13,74 13,00 14,52
7.7. Kosten / Akh Mark 7,14 8,76 9,07 8,63 10,29
7.8. Kostensatz % 57,9 66,6 66,0 66,3 65,8


Tabelle 4

Einige Zahlen zur Entwicklung der Genossenschaft

1. Natürliche Bedingungen ME 1975 1976 1977 1978 1979
1.1. verfügbarer Boden ha 270 320 342 392 392
1.2. Erntefläche ha 385 435 480 550 564
1.3. Glas und Folie qm 56750 56750 33323 33323 33323
2. Personalentwicklung
2.1. Mitglieder Vollbeschäftigte 265 287 300 342 355
3. Ökonomie
3.1. Anlagevermögen Tausend Mark 13210 16207 19457 21914 25090
3.2 Umlaufmittel TM 269 286 350 639 790
4. Erlöse Tausen Mark 9414 11437 12741 13012 13981
4.1. aus Gemüseproduktion TM 7713 7576 8260 9383 10492
4.2 aus Pflanzenproduktion
4.3 aus sonstigem TM 888 2238 2651 2312 2430
5. Kosten Tausend Mark 5977 7134 8054 8460 9234
5.1. Produktionskosten TM 3791 4737 5665 4944 6492
5.2. Personalkosten TM 2187 2397 2389 2516 2742
6. Betriebsergebnis Tausend Mark 3427 4431 4975 4891 5172
7. Produktionsergebnisse
7.1. Gemüseerzeugung t 12554 13651 16775 16601 16806
7.2. Kosten / dt Mark 45,42 38,00 46,46 49,27 53,17
7.3. Verwertungspreis/ dt Mark 71.54 53,00 72,87 75,15 80,07
7.4. Aufwand Tausend Akh 622 664 690 749 910
7.5 Arb.Prod./Vollbesch. Tausend Mark 35,5 43,8 45,1 40,5 42,0
7.6. Ergebnis / akh Mark 15,13 17,42 18,31 17,23 15,29
7.7. Kosten / akh Mark 96,19 93,10 116,70 113,00 101,50
7.8 Kostensatz % 63.4 62 60 60 62


Tabelle 5

Einige Zahlen zur Entwicklung der Genossenschaft

1. Natürliche Bedingungen ME 1980 1981 1982 1983 1984
1.1. verfügbarer Boden ha 392 442 442 472 472
1.2. Erntefläche ha 552 594 625 589 606
1.3. Glas und Folie qm 33324 33324 33324 33324 33324
2. Personalentwicklung
2.1. Mitglieder Vollbeschäftigte 369 401 418 445 447
2.2. Arbeitnehmer
3. Ökonomie
3.1. Anlagevermögen Tausend Mark 27405 30099 32037 34875 41312
3.2. Umlaufmittel TM 3500 3715 4164 4491 3842
4. Erlöse Tausend Mark 15406 17490 23035 24908 32189
4.1. aus Gemüseproduktion TM 11754 13488 14751 15414 22906
4.2. Pflanzenproduktion TM
4.3. aus Sopnstigem TM 2342 4001 8204 8148 9282
5. Kosten Tausend Mark 10164 13107 18455 19479 24208
5.1. Produktionskosten TM 7143 8242 12831 13602 18466
5.2. Personalkosten TM 2921 4866 5624 5876 5742
6. Betriebsergebnis TM 5840 4370 4580 5429 7756
7. Produktionsergebnisse TM
7.1. Gemüseerzeugung t 18164 19024 19333 18521 18633
7.2. Kosten / dt Mark 55,42 68,90 55,48 105,00 130,00
7.3. Verwertungspreis / dt Mark 84,82 70.90 81,63 134,40 142,40
7.4. Aufwand in Tausend Akh 945 996 1231 1243 1277
7.5. Arb.Prod./Vollbesch. TM 44,2 43,6 46,1 55,9 72,0
7.6. Ergebnis / Akh Mark 16,30 17,57 18,70 20,00 25,27
7.7. Kosten / Akh Mark 106.50 131,60 149,90 156,80 189,60
7.8 Kostensatz % 62,0 76,0 80,0 78,2 75,2

 

Nach der Vereinigung mit der LPG Pflanzenproduktion 1985 war offensichtlich aus Zeitgründen die Tabellenführung nicht mehr möglich.
Fleißige Arbeit zahlte sich aus

Guten Verdienstmöglichkeiten in „Sonnenschein„ ist es zu danken, dass dem größten Teil der in der Phase des Vorruhestandes und der Seniorenzeit sich befindenden älteren Mitglieder ein angemessenes Auskommen in der sozialen Marktwirtschaft gesichert ist.
Auch den jüngeren Mitgliedern werden die relativ guten Verdienstmöglichkeiten aus der Tätigkeit in „Sonnenschein“ für die Altersversorgung gute Dienste leisten.

Schwieriger Weg zum „Wir“

In heftigen Auseinandersetzungen rang man im Vorstand, zum Vorsitzenden war K.H.Thomas gewählt worden, um jeden Fortschritt. Große Schwierigkeiten bereitete es, in gemeinsamen Dimensionen zu denken, noch schwieriger jedoch, auch danach zu handeln. Zwischen den Arbeitsgruppen bildeten sich Rivalitäten heraus, die zu offenen Feindschaften auszubrechen drohten.
Mäßigend musste auf den sich heranbildenden Produktionselan eingewirkt werden.
Nach dem 2. Produktionsjahr, Ende 1961, konnte aus dem gebildeten gemeinsamen Fonds daran gedacht werden, in den einzelnen Arbeitsgruppen Verbesserungen der Arbeits – und Produktionsbedingungen vorzunehmen. Pflanzenanzucht Häuser und Arbeitsräume schufen Bedingungen, dass zunehmend ganzjährige Arbeit möglich wurde.
Der Saisoncharakter der gärtnerischen Arbeit ließ sich damit ablösen. Den betroffenen Saisonarbeitskräften somit ganzjährige Einkommensmöglichkeiten geschaffen zu haben, konnte als Fortschritt der Arbeits – und Lebensbedingungen betrachtet werden.
Zunahme der Belegschaft durch Antrag auf Mitgliedschaft

Bislang Saisonarbeitskräfte, stellten den Antrag auf Mitgliedschaft. Es bildete sich ein immer stärker werdendes Genossenschafts – Team heraus.
In den dargestellten Tabellen kann diese Entwicklung verfolgt werden.
Genossenschaftsmitgliedern billigte der Gesetzgeber Vergünstigungen zu. Lohnsteuer war nicht abzuführen. Steuern an den Staat waren in der“ Abgabe an den Staat“ festgelegt. Sie berührten das Mitglied nur mittelbar, da sie aus dem gemeinsam erwirtschafteten Gewinn abzuführen waren. Die ausgezahlte Vergütung in einer Genossenschaft galt als Teil des gemeinsam erarbeiteten Ergebnisses. Als Maßeinheit wurde die „Arbeitseinheit“ eingeführt. Der Staat forderte vom erwirtschafteten Gewinn einen gewichtigen Anteil, der als Abgabe an den Staat bezeichnet wurde und nach dem Leistungsvermögen einer Genossenschaft festzulegen war.
Ein eigens dafür geschaffener Abgabekatalog bildete die Abgaberegelung. Er begrenzte den verbleibenden Gewinn in den Genossenschaften.
Zunehmend größeres Interesse an einer hohen Produktion gewährleistete, die Vergütungsmöglichkeiten zu verbessern. In der Jahreshauptversammlung wurde der Wert der Arbeitseinheit entsprechend dem erreichten Ergebnis durch Beschluß festgelegt.
Im Laufe des Jahres gezahlte Vergütung galt als Vorschuß. Mit der Endauszahlung nach der Jahrtesendabrechnung erhielt jedes Mitglied den Differnzwert ausgezahlt, den es als Arbeitseinheit im Laufe des Jahres erzielt hatte. Diese Methode gewährleistete, den Kreditbedarf im Laufe des Jahres zu minimieren. Die Mitglieder gaben der Genossenschaft mit einem Teil ihres Einkommens bis zur Endauszahlung Kredit.
Da die Jahresendabrechnung in den ersten drei Monaten des Folgejahres erfolgen musste, war der Kreditzeitraum überschaubar.
Elektronische Datenverarbeitung ermöglichte in der GPG und späteren LPG tag- und wochenfertige Abrechnung.
Kurz nach dem Jahresende gelang es somit, das Betriebsergebnis des vergangenen Jahres zu ermitteln und mit den Mitgliedern die Abrechnung durchzuführen.
In gemeinsamer fleißiger Arbeit, Belegschaftsversammlungen, Halbjahres-, Jahreshauptversammlungen sowie Abschlußfeiern und Ausflügen, konnte eine zunehmend gedeihliche Gemeinschaft zusammengefügt werden. Im Rahmen der so genannten „Deutsch – Sowjetischen Freundschaft“ erhielten Genossenschaftsmitglieder die Möglichkeit, die Sowjetunion kennzulernen. Moskau, die Krim, St.Petersburg und die Region um Sotchi waren Ziele von Reisen. Für Belegschaftsmitglieder kostenlos. Familienangehörige finanzierten diese Reisen.
Unvergessene Erlebnisse bleiben eine gute Erinnerung an diese Zeit.
Steigende Produktionsergebnissen zeigten, dass fleißige Arbeit sich lohnt, dass so zu handeln, für die Genossenschaftsmitglieder und die Genossenschaft gedeihlich war.

Anwachsen der Belegschaft zu einem mittelständischen Betrieb.

Nachdem die Belegschaft fast 1000 Mitglieder, Senioren und Auszubildende in der 1985 vereinigten LPG zählte, konnten kaum noch geeignete Versammlungsorte gefunden werden, deren Kapazität ausgereicht hätte, um genügend Platz zu bieten.
Der Gemeinschaftssinn ging zunehmend verloren.
Mammut Feste zu organisieren, bereitete einen unangemessenen Aufwand. Hin – und Rücktransport zu den Veranstaltungen verschlangen Unsummen.
Vorschläge, die eigene Sporthalle dafür zu nutzen, wurde vom Vorsitzenden verhindert. Er bangte um das Parkett in der Sporthalle. Seine teuren Sportambitionen hätten darunter leiden können.
Vorstand und ökonomische Leitung konnten sich gegen diese nutzlose Verschwendung nicht durchsetzen und bis in die Nachwendezeit wurde den Mitgliedern zugemutet, dass für die Sporttreibenden, oftmals waren es nicht einmal Mitglieder der Genossenschaft, Mittel aufgewandt wurden, die anderswo sehr dringend notwendig waren. Dass die Halle auch ohne Schaden für´s Parkett hätte anders als für Sportveranstaltungen genutzt werden können, zeigte die Nachwendezeit.
Dargestellt werden soll mit dieser kaum von allen Genossenschaftsmitgliedern zu verstehenden Bemerkung, dass es im Gegensatz zum vorherigen Abschnitt es schwierig wurde, die große Belegschaft sinnvoll ökonomisch zu beherrschen. Das galt vor allem für die Verwendung der Mittel des Sozialfonds, die nicht unerschöpflich waren.

Die Mitglieder der Aufkaufstelle werden in die GPG integriert

1961 konnte die Aufkaufstelle für Gemüse, die von einem Handelsbetrieb für Obst und Gemüse betrieben wurde, mit der gärtnerischen Genossenschaft vereint werden. In einem Gebäude in der Lommatzscher Straße, in Herrn F.s Siedlung, später kaufte Frau R. dieses Grundstück von der Genossenschaft, wurden fortan Gemüseaufkauf und Buchhaltung für die Genossenschaft gemeinsam mit einer größeren Arbeitsgruppe ausgeführt.
Der Standort auf der jetzigen Lommatzscher Straße war nicht unumstritten.
Allein die Tatsache, dass er sich beinahe auf der höchsten Stelle Stauchas befand, war für die Erzeuger von Obst und Gemüse eine Herausforderung.
Für die Gemüsehändler, mit ihren zum Teil sehr großen Transportfahrzeugen, bildeten die engen Zufahrtswege Verkehrsprobleme.
Zunächst wurde diese Lösung, mangels anderer Möglichkeiten, hingenommen.
Im Folgenden wird versucht darzustellen, dass auch daran gearbeitet wurde, neue Wege zu beschreiten.

Fleißige Gärtnerinnen und Gärtner erhöhten die Produktion von Jahr zu Jahr. Außenstehenden blieb nicht verborgen, dass in der GPG, in gemeinsamer, gut organisierter Arbeit, wirtschaftliche Erfolge erreichbar waren. Sie zu erreichen, velangte Konsequenz. Gegen Verfehlungen wurde eingeschritten. Derlei Massnahmen, die zur Aufrechterhaltung der Arbeitsdisziplin, Arbeitsmoral und zur Achtung von genossenschaftlichem Eigentum dienten, wurden der Leitung als Selbstjustiz angelastet.

Erste Investitionen

1964/1965 konnte an die Errichtung eines Kühlhauses und einer Vermarktungshalle in der Nähe der Windmühle Dobernitz und an Bewässerungsmaßnahmen gedacht werden.
Vom Eigentümer eines Grundstückes gelang es, Bauland zu erwerben, auf dem Kühlhaus und Lagerhallen errichtet wurden. Hierbei ergaben sich ähnlich wie beim Kauf des Wiesengrundstücks im Schieritztal, erhebliche Probleme. Sie mussten langwierig, rechtsanwaltlich ausgefochten werden. Erbgemeinschaftliche Landeigentümer, in denen westliche Eigner Anteile hatten, stellten unüberwindliche Hindernisse bei Landkäufen dar. Westlichem Verständnis war unbegreiflich, dass Bodeneigentum so niedrig, wie in der DDR bewertet werden sollte.
Auf von einer Genossenschaftsgärtnerin in die Genossenschaft eingebrachtem Land entstanden in dem als Vermarktungsstation für Obst und Gemüse bezeichneten Hallenkomplex Küche, Speiseraum, Verwaltungs – und Internatstrakt für Lehrlinge, als östlicher Abschluss in der Nähe der Windmühle Dobernitz.
Mit außerordentlich primitiven technischen Mitteln, einem Geräteträger,den der heutige Ortschronist Herr E. gekonnt lenkte, mit Schaufel, gelang es, mühselig die Baugrube dafür auszuheben und mit dem Bau zu beginnen. Alle fassten an und schließlich konnten Kühlhaus und Lagerhalle in Betrieb genommen werden. Ein Baukran war für die junge GPG noch unerreichbar. Er konnte nicht einmal geliehen werden. Eine bauausführende Firma zu erhalten, war illusorisch.
„Selbst ist die Genossenschaft“ konnte nur die Devise sein, in Abwandlung des Sprichworts „Selbst ist der Mann“. Indem alle Hand anlegten, entstand ein erstes Kühlhaus und eine Halle darüber. Kühlaggregate, Elektrifizierung und Heranführung der dazu erforderlichen Energie stellten eine Herausforderung dar, die nur mit geduldiger Zähigkeit von den genehmigenden Stellen zu erlangen war.
Ein erster Gabelstapler erleichterte schwere Verladearbeit. An den Markttagen mussten zahlreiche Lastzüge mit dem erzeugten Gemüse beladen und Tausende Kisten entladen werden. Es geschah manuell.
Auf der viel zu geringen zur Verfügung stehenden Fläche war es in diesem Anfangsstadium der Vermarktungsstation ungemein schwierig, ohne Unfälle zu arbeiten.
Es kam deshalb vor, dass kleinere Blessuren nicht ausblieben.

Mit Spaten, Schaufel und Spitzhacke wurde eine erste Bewässerungstrasse in tonhaltigem, lehmig, steinigen Boden von der entstehenden Vermarktungsstation in der Nähe der ehemaligen Windmühle nach Dobernitz gewühlt. Ohne Ausnahme hatten sich die damaligen Mitglieder an dieser Schinderei zu beteiligen. Frauen und Männer.
Die Ergiebigkeit des Brunnens im Grundstück Tausch, verbunden mit einem Wasserspeicher, aus dem Bewässerungswasser „geschöpft“ werden sollte, unterschätzten die Verantwortlichen.
Zur Speisewasserversorgung reichte der immense körperliche Aufwand schließlich aus.
„Ohne Wasser merkt euch das, wäre unsre Welt ein leeres Fass!” wurde den
Gemüsegärtnern eindringlich ins Bewusstsein gerückt.
Zur stabilen Gemüseerzeugung in jeder Witterungslage waren nun jährlich größere Aufwendungen erforderlich, um den riesigen Wasserbedarf zu decken.

Unter außerordentlich schwierigen Beschaffungsbedingungen hielten erste Traktoren Einzug in der GPG

Nach Fertigstellung der Vermarktungshallen mit Kühlhaus, konnte die vorher beschriebene schwierige Lage der Aufkaufstelle für Obst und Gemüse behoben werden.
Für den staatlichen Aufkaufbetrieb für Obst und Gemüse in Riesa wurde von der GPG unter sich ständig bessernden Bedingungen von allen Gemüse- und Obsterzeugern aufgekauft. Große Verdienste erwarb sich Frau Erna Rösler, die dieses Arbeitsgebiet aufopferungsvoll bearbeitete.
Für einen Teil der zu dieser Zeit zahlreichen Kleinerzeuger für Gemüse, ergab sich keine Verbesserung. Der Weg der Stauchaer Produzenten zur Aufkaufstelle wurde länger. Wählte man den Weg über den „ Böttcher-Berg ” auch schwieriger. Verkehrstechnisch für Staucha bildete die neue Aufkaufstelle die beste Lösung.
Diese Entscheidung, so zu handeln, war vor allem dem Bedürfnis untergeordnet, für die Gärtner der Abteilung I der GPG in Gleina optimale Bedingungen zu schaffen,
Kühlhaus, bei zwischenzeitlichen Überangeboten und Vermarktungshallen nahmen die steigenden Gemüsemengen auf. In ihnen konnten sie marktgerecht aufbereitet und zum Versand bereitgestellt werden. Eine Ideallösung bildete jedoch vor allem die Blumenkohlannahme- und anschließende Sortiereinrichtung nicht. Von den Erntehängern gelangte das Erntegut auf einen so genannten Annahmeförderer. Unter viel zu großen Fallstufen litt die Qualität.
Verluste mussten hingenommen werden. Das Ansehen der Genossenschaft litt. Mit dem entwickelten Ernteförderband Staucha konnte den Ernterinnen auf den Blumenkohlfeldern die Arbeit erleichtert werden. Zahlreiche Transportvorgänge und Fallstufen verhalfen dazu, dass die Qualitätserhaltung des Blumenkohls sehr schwierig blieb.
Im errichteten Verwaltungs – und Sozialgebäude versorgte eine leistungsfähige Küche die in diesem Bereich tätigen Gärtnerinnen und Gärtner mit einem kostenlosen Mittagessen und während der Pausen übernahm eine Kantine die Versorgung.
Im Büroteil entstand eine leistungsfähige Verwaltungsarbeit. Erste Geräte der späteren EDV – Anlage begannen zu arbeiten.

Mühevolle Technikzugänge

Einen so genannten „Famulus“ Traktor holte der Verfasser mit dem Belegschaftsmitglied Ernst Linke aus einer LPG in Küritz in Mecklenburg-Vorpommern. Der Traktor wurde auf der Straße in die GPG mit Tempo 25 kmh an einem Tage überführt.
Unter abenteuerlichen Umständen erwarb „Sonnenschein“ den ersten „Ferguson“ Traktor von einem Betrieb in Riesa – Pochra. Die Maschinen waren bereits jahrelang im Einsatz und deshalb mit den daraus entstehenden Mängeln behaftet. An eine eigene Reparaturwerkstatt musste gedacht werden. Von einem Reparaturbetrieb oder von der so genannten Maschinen-Ausleihstation MAS Hilfe zu bekommen dauerte ,wenn sie überhaupt geleistet wurde , viel zu lange. Die GPG rangierte zu diesem Zeitpunkt noch als kleine Genossenschaft unter: „ferner liefen“.
„Experten” glaubten Anfang der Sechzigerjahre, die Gärtner könnten niemals Traktoren auslasten.
In den eigenen Reihen entbrannte ein regelrechter Kampf um die Erhaltung der bis dahin noch im Einsatz befindlichen Pferde. Man war der Meinung, Traktoren zerstörten die Gare des Bodens durch zu hohen Bodendruck. Zu Unrecht wurde diese Behauptung nicht erhoben. Pessimisten waren sich sicher, dass das Wachstum der zum Teil anspruchsvollen Gemüsearten abnehmen müsse.

Rasche Technisierung

Entgegen aller „Voraussagen ” erhöhte sich der Besatz an Maschinen und Geräten dennoch wesentlich. Wenn auch die GPG in den ersten Jahren des Bestehens mit gebrauchten Maschinen vorlieb nehmen musste. Sie zu beschaffen, verlangte Organisationstalent. Sie ständig einsatzfähig zu erhalten, erforderte eigene Reparaturmöglichkeiten zu schaffen. In den Maschinenausleihstationen vorhandene Reparaturkapazität war viel zu gering, um die wenigen Traktoren in der GPG ständig einsatzbereit zu halten.
Jährlich geforderte und zu steigernde Gemüsemengen brachten der Genossenschaft zunehmende Geld – Fonds aus Amortisation(Abschreibungen – Wertminderungen) und Akkumulation (verfügbarer Gewinn). Absatzsorgen gab es in der DDR nur bei zwischenzeitlichen Überangeboten. Leichtkühlflächen halfen sie, verlustsenkend zu überwinden. Ohne Kredite konnte mit Eigenmitteln investiert werden. Eigenmittel erlaubten den Zukauf von Maschinen und Geräten, ohne den aufwandigen Behördenweg bei Inanspruchnahme von Krediten gehen zu müssen.
In der DDR war die Aufnahme von Krediten ähnlich wie in der Marktwirtschaft nicht unproblematisch. Gewährt wurden Kredite vor allem solchen Einrichtungen, an deren Erhalt und Entwicklung der Staat besonderes Interesse hatte. Labile Genossenschaften waren mit Krediten so überhäuft, dass eine Überführung in „Volks – Eigentum ” nur noch eine Frage der Zeit war.

Im Gartenbau musste die schwere körperliche Arbeit erleichtert werden.

Ohne Übertreibung kann man sagen, dass die körperliche Arbeit im Gartenbau zu den schwersten Arbeiten in der Volkswirtschaft gehörte und gehört.
Der Witterung ständig ausgesetzt und durch zahllose Bückvorgänge körperlich ungewöhnlich belastet, stellt sie gelinde gesagt eine Strapaze dar.
Liest man die jährlichen Klagerufe der Spargel – Gurken – Frühgemüse – und Weinbauern, weiß man, dass nur wenige Deutsche noch bereit sind, diese Arbeiten zu leisten.
Es ist eine Schande für unser Land. Fast 4 Mill Arbeitslose, aber 1,5 Mill Ausländer erhalten jährlich Arbeitserlaubnis, um uns Gemüse ,Obst und Wein zu ernten.
Auch in „ Sonnenschein ” leisteten Frauen von Offizieren der Sowjetarmee, Vietnamesen und andere Ausländer Arbeiten, die von der Genossenschaft allein nicht zu bewältigen waren. Arbeitskräfte fehlten. Sie arbeiteten nach dem Leistungssystem wie die Mitglieder der Genossenschaft und erhielten die gleiche Vergütung. Entscheidend war die Leistungsbereitschaft. Diskriminierung gab es nicht.

Wer sich heute an den ausländerfeindlichen Auswüchsen Schwachsinniger beteiligt, ist im wahrsten Sinne „ zu heiß gebadet ”.
Nicht „Ausländer raus!”, geschrieen werden müsste, sondern „Unterstützung verringern für Leute, die nicht bereit sind, Arbeiten zu leisten ,wie sie oben genannt wurden!”
Die Bemerkungen des Bundeskanzlers zu diesem Thema im April 2001 sollten Klardenkende unterstützen, auch wenn sie nicht dessen Parteigänger sind.

Ein immenses Anlagevermögen

1990 wies die Bilanz von „Sonnenschein“, bei der Erarbeitung der D – Mark -Eröffnungsbilanz, nach Dreißigjähriger-Wirtschaft, über 2400 Anlageobjekte aus. Ein Bruttowert von über 100 Millionen Mark der DDR. Für landwirtschaftliche Verhältnisse ein sehr hohes Vermögen.
Es in DM umzuwandeln, war unmittelbar nach der Wende durch chaotische Zustände und die Landwirtschaftsentwicklung in den neuen Bundesländern nur in sehr bescheidenem Masse und damit zum Nachteil für die Mitglieder und die Nachfolgeeinrichtung, die eingeschriebene Genossenschaft, eG, möglich.
Nur geringe Teile der großen Traktoren- und Maschinenbestände gelang es, erlöswirksam zu verkaufen. Westliche „Großabnehmer“ nicht nur aus den alten Bundesländern, aus Holland zum Beispiel, erwarben nach der Wende erhebliche Bestände von Traktoren, Maschinen und Geräten, ohne sie jemals zu bezahlen. Mit riesigem Aufwand versuchte die Genossenschaft zu dem Geld zu gelangen. Verfolgungsfahrten nach Holland, bis an den Bodensee, um der „Käufer ” habhaft zu werden, sie zum Bezahlen zu bewegen, waren vergeblich!
Der Rechtsstaat konnte nicht helfen. Die Mühlen der Justiz mahlen viel zu langsam, um jemals diesen Verbrechen Einhalt zu gebieten. Am Ende konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es auch gar nicht gewollt war,
diese Missstände ernstlich zu verfolgen. Einigen Politikern lagen und liegen
landwirtschaftliche Großbetriebe in den neuen Bundesländern ohnedies im Magen. So genannte Staranwälte wurden gegen sie angesetzt, um ihnen am Zeug zu flicken. Erstaunlich, wie viele dennoch bestehen.
Die Genossenschaft musste hinnehmen, dass beträchtliche Forderungen offen blieben.
Ohne Schuld sind jedoch auch die Genossenschaftsmitglieder nicht. Sie halfen nicht, den Diebstahl von genossenschaftlichem Eigentum, auch durch Genossenschaftsmitglieder, zu verhindern, obwohl sie zum Teil Diebe, Einbrecher, also Missetäter kannten, gaben sie deren Namen nicht preis.
Der Vorstand sorgte nicht für einen geordneten Verkauf allen Materials.
Damit floss ein gewichtiger Teil des hohen Vermögens der Genossenschaft den Bach hinunter, wie man so unschön sagt.
Hasardeure unter den Genossenschaftsmitgliedern versuchten mit Prozessen zu Geld zu kommen. Sie bedienten sich so genannter Staranwälte und anderer Ungereimtheiten, um ihr Ziel zu erreichen.
Dass sie dabei Geld verloren an ihre „Helfer“ wird ihnen später bewusst geworden sein.
Unbemerkt blieb diesen Unwissenden ,aber Buschfunkhörigen, dass sie sich selbst ums Geld brachten, in dem sie nicht verhinderten, dass genossenschaftliches Eigentum in der beschriebenen Weise veruntreut wurde.
Sie begriffen nicht, dass der Reichtum der GPG aus Anlagevermögen bestand. Erst nachdem es verkauft werden konnte und auch noch kann, wird es zu verfügbaren Geldmitteln, die nach Abzug der gesetzlichen Verpflichtungen, verteilt werden können.
Am Sichtbarsten wird dieser Sachverhalt, am Beispiel der Veräußerung des Wohnkomplexes in der Stauchitzer Schulstraße.
Als der Verkauf im Jahr 2000 gelang, konnten ein Teil der daraus entstandenen Geldmittel den Mitgliedern verfügbar gemacht werden.

Liquidation

Nach siebzehnjähriger schwieriger Nachwendezeit gelang es am 24.05.2007, die „Sonnenschein-Staucha Nutzungsgenossenschaft in Liquidation“ in einer in der Sporthalle in Hof, bei Anwesenheit einer Vertreterin der Prueforganisation, anberaumten Generalversammlung, zu Ende zu führen.
Von den ehemals fast 1000 Genossenschaftsmitgliedern erschienen 138.
Berichte der Prueforganisation der letzten 3 Jahre, die Entlastung des Aufsichtsrates, des Vorstandes und des Liquidators waren zu bestätigen.
Ausser einigen Diskussionen, denen der Sachverstand fehlte, konnten die Beschlussvorlagen mit Mehrheit passieren.
Fazit der Ausführungen des Liquidators, Herrn Andreas Wilhelm, war, dass fuer die rund 26000 den Genossenschaftsmitgliedern aus von dem in die Genossenschaft eingebrachtem Boden – und Inventareigentum und dem Anteil für Wertschöpfung aus Arbeit zugeordneten Anteilen, je Anteil über 111 Euro zur Verfügung standen.
Anspruchsrecht erwarben die am 1.1.1990 lebenden Genossenschaftsmitglieder. Die Auszahlung an Berechtigte konnte bis 30.06.2007 erfolgen, deren Daten aktualisiert im Büro der liquidierten Genossenschaft verfügbar waren.
Etwa 30 % der Mitglieder hatten weder ihren Standort noch die Bankverbindungen bekannt gegeben.
Den Verantwortlichen der eingeschriebenen Genossenschaft, dem Vorstand und Aufsichtsrat und dem Liquidator der „Sonnenschein-Staucha Nutzungsgenossenschaft in Liquidation“ gelang es, den ursprünglichen Wert in der DM-Eröffnungsbilanz ermittelt , zu etwa 70 % zu realsieren.
Ohne Ansehen der Person erhielten die Genossenschaftsmitglieder ihren erarbeiteten Anteil am Genossenschaftsvermögen zugeordnet. Bewertungsgrundlagen waren die Eintragungen im Versichertenausweis. Daraus leitete sich die Arbeitsbeteiligung ab. Die Arbeitsleistung war im Vergütungssystem abgegolten worden.
In den zurückliegenden Jahren erhielten die anspruchsberechtigten Land- und Inventareinbringer ihren Boden in ertragreichem Kulturzustand zurück und für die in die Genossenschaften eingebrachten Inventargegenstände entsprechend der Bestimmungen des Landwirtschaftsanpassungsgesetzes zurückgezahlt.
Den Beauftragten der zunächst als „Sonnenschein- Nutzungsgenossenschaft eG“ deklarierten Genossenschaft oblag es, eine den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende DM-Eröffnungsbilanz zu erarbeiten und die Liquidatoren hatten die Aufgabe, mit ihr für die Genossenschaftsmitglieder die günstigsten Ergebnisse unter den Bedingungen der sozialen Marktwirtschaft zu erreichen.
Zur Erarbeitung der DM-Eröffnungsbilanz stellten sich die damit Beauftragten eine schwierige Aufgabe.
Kaufmännisch bestand zunächst zu geringe Erfahrung mit dem in der Bundesrepublik gültigen Genossenschaftsgesetz. Unter Termindruck galt es, die Regelungen des DM-Eröffnungsbilanzgesetzes so anzuwenden, dass den Mitgliedern entsprechend des Landwirtschaftsanpassungsgesetzes Anteilsrechte gesichert wurden.
Unterstützung vom überwiegenden Teil der Mitgliedern bestand nicht.
Die Wirren der Wende verwirrten selbst den zu diesem Zeitpunkt rein rechtlich noch verantwortlichen Vorstand.
Abwartend harrte man der Dinge, die geschahen. In Zusammenkünften wurde nicht für die Genossenschaft, eher gegen sie entschieden. Von einem so genannten Berater sollten Erkenntnisse gewonnen werden. Er liess sich jedoch selbst beraten. Das einzig Bemerkenswerte, dass er für eine „Beratungsstunde“ 250 DM verlangte.
Zum Vergleich: Mit 500 DM musste ein Unbeschäftigter in so genannter Kurzarbeit zu diesem Zeitpunkt im Monat auskommen.
Mangelndes Verantwortungsbewusstsein verursachte in der schwierigen Phase Schäden. Überstürzte Übergabe von Lagerstätten an eine grosse Handelsorganisation war verbunden mit Verlusten von entsorgtem Reperaturmaterial aus Materiallagern.
Etwa 2400 Anlagegegenstände der Genossenschaft mussten gemäss der Bestimmungen des DM-Eröffnungsbilanz-Gesetzes bewertet werden.
Den Anteilseignern, den Genossenschaftsmitgliedern, hatten Vermögenswerte verfügbar zu bleiben, in der Reihenfolge der vom Landwirtschaftanpassungsgesetz vorgegebenen Richtlinien.
Zugleich galt es die Anlagegegenstände mit Werten in die DM-Eröffnungsbilanz einzustellen, die bei einer möglichen Veräusserung realsiert werden konnten.
Eine Gratwanderung, da die wirtschaftlichen Möglichkeiten zu diesem Zeitpunkt zu optimistisch betrachtet wurden.
Nach mehr als einem Jahrzehnt verstiegen sich Besserwisser zur Feststellung: Die DM-Eröffnungsbilanz sei nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben sei!
In der Folgezeit, führte zu positive Wertfeststellung in der Bilanz beim Verkauf des grössten Teils der Anlagegenstände zu Bilanzverlusten.
Ökonomischer Unverstand bezeichnete die Bilanzverluste :“ Wo ist das Geld hin?“
Dagegen erwies sich der Bewertungsmodus steuerrechtlich, da kaufmännisch vertretbar,für die Genossenschaft nicht nachteilig.
Hohe Kosten verursachend, beeinflusste er den Gewinn.
Für den Aufsichtsrat und den Vorstand bestand in den Nachwendejahren die Aufgabe darin, die Ungereimtheiten der Landwirtschaftspolitik des Vorwenderegimes, die Genossenschaft betreffend, weitestgehend zu beheben.
Mit staatlichen Stellen, Ämtern, Gerichten. galt es vielfältige Auseinandersetzungen zu führen.
Angriffe von so genannten Staranwälten mussten mit hohem finanziellen Aufwand abgewehrt werden.
Mitglieder versuchten unverständlich, mit deren Hilfe, sofort zu Geld zu gelangen.
Zu spät bemerkten sie, dass sie sich und die Mitglieder damit schädigten. Genossenschaftsvermögen bestand überwiegend aus gärtnerischer Tätigkeit und Anlagevermögen, nicht aus Bankguthaben.
Westliche und ausländische Ganoven mussten verfolgt werden, um zu dem Geld zu kommen für bezogene Traktoren, Maschinen, Geräte, Gemüse, Bewässerungsrohre usw. Fast ohne Erfolg.
Der Justiz unseres Rechtsstaates gelang es nicht, zu helfen.
Millionenschäden waren die Folge.
Dem Vorstand gelang es nicht, die hohen Materialbestände in den Werkstätten zu sichern.
Verbrecherisch wurde in Lager eingebrochen und sich Material vielfältiger Art angeeignet.
Festgestellt werden muss, dass kurz nach der Wende zu wenige Mitglieder bereit waren, die Mitglieder zu unterstützen, die sich den Problemen der Umgestaltung stellten.
Diese durchaus negativen Einschätzungen verhinderten nicht, dass es den Liquidatoren dennoch gelang, das eingangs beschriebene Ergebnis zu erzielen. Es hätte besser sein können, wenn wie in einer Nachbargenossenschaft die Wende geordnet vollzogen worden wäre. Aber mit „hätte“ und „wäre“ konnten nirgends Ergebnisse erzielt werden.
Aufsichtsrat und Vorstand handelten klug, als sie als Liquidator ein Mitglied der Genossenschaft, Herrn Andras Wilhelm, bestellten und die Verwaltung mit Frau Rohm besetzten.
Damit gelanges es, den Verbrauch von Genossenschaftsvermögen in Grenzen zu halten.
Der Beschluss, Herrn Wilhelm als Verwalter in der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit des Nachlasses als Nachlassverwalter zu bestellen, ist eine richtige Entscheidung.

Die ehrlichen Mitglieder der Genossenschaft mit dem stolzen Namen „GPG/LPG Sonnenschein“ können erhobenen Hauptes auf ihre Genossenschaft zurückblicken.

 

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