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GPG beeindruckt durch Produktionssteigerung
Bewässerungsanlagen, finanziert mit Eigenmitteln

Durch die ständige Forderung nach mehr Gemüse, die auch zu finanziellen Auflagen führten, der zu erzielende Gewinn wurde vorgeschrieben, musste nach Wegen und Methoden gesucht werden, diesen Anforderungen gerecht zu werden.
Produktionsseitig erforderte dieser Druck, ein riesiges Bewässerungsverbundnetz zu schaffen. Bis Mitte der achtziger Jahre erhielt „Sonnenschein“ dazu keine staatlichen Mittel.
Mit sehr hohem Aufwand wurde im Kreis Riesa versucht, die Sandstandorte, rechtselbisch, mit Wasser zu versorgen. Gewaltige Beregnungsanlagen standen dazu zur Verfügung. Auch wenn sie nicht optimal genutzt wurden, verursachten sie den Betreibern Kosten. Diese Genossenschaften konnten den Kostendruck nur mit Krediten begegnen, die sie in außerordentlich prekäre Rentabilitätsprobleme gelangen ließen.
„Sonnenschein“ erhielt zunächst keine staatliche Unterstützung für Beregnungsmaßnahmen. Mit Eigenmitteln wurde finanziert.
Tagsüber konnte den Kulturen der Gemüseproduktionsabteilung II im Raum Hof in der Jahnaaue zusätzlich Wasser zugeführt werden. Aus dem Jahnatal pumpten entsprechende Pumpen nachts das Wasser in den Wasserspeicher Schieritztal an der „Alten Poststraße”, um auch der Abteilung I in Gleina einigermaßen ausreichende Bewässerungsmöglichkeiten zu gewähren.
Dabei blieb nicht aus, das mangels entsprechender Kontrollmechanismen
der Wasserspeicher im Schieritztal überlief. Wasser aus den Jahnatal ins Schieritztal gepumpt „füllte“ somit die Elbe!
Riesige Kosten verursachte der Bewässerungsaufwand.
Trotzdem gelang es, dass sich der Kostensatz der Genossenschaft zwischen 65 und 70 bewegte. Aus 100 Mark Erlösen konnten rund 30 Mark Gewinn erwirtschaftet werden.

Böswillige werfen „Sonnenschein“ heute noch vor, sie hätte keine Steuern gezahlt.
Dagegen war „Sonnenschein“ größter Steuerzahler aus der Landwirtschaft im Kreis Riesa.

Stehvermögen des Vorsitzenden und der Leitung

Dem hohen Leistungsvermögen der Genossenschaft und der Konsequenz des Leitungsteams, nicht zu allem „ja“ zu sagen, war es zu danken, dass die zahlreichen Versuche, die Leitung von „Sonnenschein“ zu ändern, den Vorsitzenden abzulösen, mehr SED- Einfluss zu installieren, fehlschlugen.
Besonders in der Phase der Überleitung von der GPG zur LPG entstanden kritische Situationen. In Einzelkonsultationen wurde versucht, zwischen die
Leitung der GPG Keile zu treiben. Obwohl das persönliche Verhältnis sich auf Grund unterschiedlicher Verhaltensweisen, vor allem in moralischer Hinsicht,
abkühlte, gab es in Fragen, die Genossenschaft betreffend, festes Zueinanderstehen.
Nach der Wende hätte man sich gewünscht, dass es dabei geblieben wäre.

Endlich erhielt auch „Sonnenschein“ Unterstützung zum Bewässerungsbau

Nach jahrelangen Bemühungen gelang es, nach dem erzwungenen Zusammenschluss mit der landwirtschaftlichen Genossenschaft, Teile der vorgeschlagenen Erweiterungen des Bewässerungssystems in Angriff zu nehmen und dazu von der staatlichen Leitung auch finanzielle Unterstützung zu erlangen.
Vorgeschlagen war, einen großen Teil der Produktionsflächen im Einzugsgebiet der Genossenschaft zur Bewässerung zu erschließen.
Es sollte für Trockenjahre Ertragsstabilität für die Gemüse – und für die Futterproduktion zur Versorgung der Tierproduktionsgenossenschaften erreicht werden.
Entsprechende Wasserfassungsanlagen = Pumpstationen im Raum Hahnefeld und Seerhausen sowie Staucha waren dazu vorgesehen.
An anderer Stelle wurde erwähnt, dass zwischen Steudten und dem Jahnatal in einer geeigneten Engstelle im Gelände, nördlich von Steudten, ein Wasserspeicher angelegt werden sollte, der die Quellwasser Steudtens genutzt hätte.
Der sehr hohe Aufwand und Unterstützung waren der Autarkiebestrebung der DDR geschuldet
Es ging darum, die erforderlichen Grundnahrungsmittel zu produzieren und möglichst mit Dumping – Preisen Devisen aus dem Verkauf von Produkten aus der Landwirtschaft in den Westen, zu erwirtschaften.
Wozu die Devisen verwandt wurden, erfuhren wir nach der Wende tropfen – weise und wissen, weshalb wir jahrzehntelang auf eine stabile Versorgung, u.A. mit Südfrüchten, verzichten mussten

Bewässerungsvorhaben Hahnefeld

Westlich Hahnefeld begann Wiedernutzbarmachung des völlig verwilderten, mehrere Hektar großen, ehemaligen Wasserspeichers.
Mit hohem Aufwand baggerte eine Meliorations Firma aus Oschatz Tausende cbm torfartige Anschwemmmassen aus.
Sie transportierte sie auf Flächen, deren Bodenqualität dadurch verbessert, oder wie es in der „Trebschen Hohle“ geschah, die zugefüllt und in den „Cutten“, eine Delle, die angefüllt, als Produktionsfläche gewonnen wurden.

Unverantwortliches Handeln verhindert Minderung der Hochwassergefahr für Staucha

Unbeachtet blieb der Vorschlag, nach der Verfüllung der „Trebschen Hohle ”, eine Verrohrung von der Straße Staucha-Treben bis zum Anschluss an das Rohrsystem in den“ Cutten“ vorzunehmen.
Vom betonierten Querweg in die „ Cutten ”, Abzweig an der Straße Staucha –
Kreuzweg, verlegte die Genossenschaft ein aufnahmefähiges Rohrsystem an
Tiefstpunkten bis nördlich von Dösitz. Dort erfolgte die Einbindung in
den Staucha-Cutten-Bach. Damit konnte erreicht werden, dass bei Starkregen verheerende Wasserschäden an den Produktionsflachen gemindert wurden.
Die verlegte Dimension wäre in der Lage gewesen, das von der Marienhöhe in
diesem Bereich anfallende Schwemmwasser aufzunehmen. Gefälle hätte ausgereicht, um den Verschmutzungsgrad nicht übermäßig groß werden zu lassen.
Bei Starkregen anfallende Wassermassen aus dem Bereich der Marienhöhe hätten um Staucha und Dösitz herumgeleitet werden können
Die Rohre dazu kaufte die Genossenschaft und sie liegen ungenutzt, soweit bekannt ist, auf dem Gelände der ehemaligen Vermarktungsstation an der Windmühle in Dobernitz.
Der Gemeinde Stauchitz ist zu empfehlen, diesen Vorschlag zu beachten und der „Sonnenschein – eG ” ist anzuraten, die Rohre der Gemeinde zur
Verfügung zu stellen.
Den Anliegern des Thomas Münzer – Platzes, der Kirch – Riesaer – und Teilen der Schulstraße könnte bei Starkregen die Überschwemmungsgefahr gemindert werden.
Von der Gemeinde Staucha angelegter „Staudamm”, von der Marienhöhe in Richtung „Trebsche Hohle”, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung zur Vermeidung von Schäden im Bereich „Rittergut”.
Inzwischen ist der Damm jedoch stark beschädigt und bedarf, wenn er bei Starkregen wirken soll, dringend einer Reparatur.
„ Jahrhundert – Hochwasser ” sind in den letzten Jahren nicht mehr aufgetreten.
Dass sie jedoch völlig ausbleiben, ist außerordentlich ungewiss.

Am Hahnefeldschen Wasserspeicher entstanden eine Pump- und eine Trafostation mit aufwendigen Ausrüstungs- und Funktionsgegenständen. Mit der Verlegung der festverlegten Rohrleitungen als Ringleitung in Richtung Reppen, Haage, Nasenberg, Raitzen, Hof, begann eine Meliorationsfirma aus dem Bezirk Dresden.

Wasserspeicher Staucha

Durch die Wasserwirtschaftsdirektion Dresden erfolgte südlich von Staucha der Bau eines Rückhaltebeckens, um die Überschwemmungsgefahr in Niederstaucha zu mindern.
Einem Vorschlag der Leitung der Genossenschaft folgend, konnte erreicht werden, dass ein Teil des Stauwassers zur Bewässerung des südöstlichen Produktonsgebietes der Genossenschaft in Richtung Ibanitz-Marienhöhe genutzt werden sollte.
Vorgeschlagen war, den Höhenunterschied von etwa 40 Höhenmetern nutzend, Wasser des Stauchaer Speichers drucklos in den Wasserspeicher im Schieritztal zu leiten und von da aus mit den vorhandenen Pumpenanlagen, am Kreuzweg, an der “ Trebschen Hohle“ auf die Produktionsflächen zu bringen.
Die Meliorationsexperten verfügten jedoch, dass das Beregnungswasser mit riesigem Aufwand über den Berg, etwa 30 m Höhenunterschied überwindend, in Richtung Marienhöhe gepumpt werden sollte. Pumpen- und Trafostation mussten dazu wieder neu errichtet werden. Das Rohrsystem war bis zur Währungsreform bis etwa zur Marienhöhe verlegt.
Für beide Maßnahmen, Bewässerung Hahnefeld und Staucha, entstanden noch 1990 Aufwendungen in Höhe von 3 Mill Mark.
Obwohl versucht wurde in den ersten Monaten von 1990 die Baumaßnahmen zu stoppen, war soviel Material und Arbeit aufgewendet worden, dass die Finanzierung nicht abgewendet werden konnte.
Zu diesem Zeitpunkt bestand noch die Auffassung, dass die LPG weiter- bestehen und Produktion weitergeführt werden könne.
Das ehemalige Pumpenhaus am Wasserspeicher Staucha ist der Gemeinde übereignet und zu einem Jugendclub umfunktioniert worden
Mit Entsetzen nahmen wir am 6.2.2001 zur Kenntnis, dass der Jugendklub abbrannte Die Brandursache ist offensichtlich keine Brandstiftung.

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