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Hohes Bruttoprodukt – hoher Gewinn

Durch von der Genossenschaft erzieltes Bruttoprodukt,(Bruttoprodukt= Bruttoumsatz Minus Innenumsatz, Minus Kontenklasse7 ) von über 50 Mill. Mark/DDR, konnte ein beachtlicher Gewinn erwirtschaftet werden.
Der Kostensatz betrug durchschnittlich 70. Für 100 DDR-Mark erzielte Erlöse, wurden 70 Mark Kosten verbraucht und 30 Mark
Gewinn erzielt. Vom Gewinn war eine vom Staat festgelegte Abgabe zu entrichten. „ Sonnenschein „ entwickelte sich zum größten Steuerzahler aus dem Bereich der Landwirtschaft im Kreis Riesa.
Dabei überwogen die Erlöse aus der Gemüseproduktion die Einnahmen aus der Landwirtschaft.
Aus dem Aufwand für Abschreibungen, verbunden mit den zugeführten Gewinnanteilen, standen somit hohe Eigenmittel zur Verfügung.
Sie erlaubten Investitionen größeren Ausmaßes.
Eine Besonderheit bei „Sonnenschein“ war, dass das Geld für die Anschaffungen im Laufe eines Wirtschaftsjahres bereits ausgegeben war, bevor es erwirtschaftet wurde. Am Jahresende standen jeweils jedoch genügend Mittel bereit, um kurzfristige Kredite abzulösen und die von den Mitgliedern im Laufe des Jahres einbehaltene Endauszahlung zu ermöglichen. Die monatliche Vergütung an die Mitglieder wurde als „Vorschuss” geführt.
Wirtschaftlich starke Genossenschaften, die weniger stark investierten, bildeten in den Filialen der Landwirtschaftsbank Guthaben.
„ Sonnenschein „ verbrauchte diese Mittel sofort für Anschaffungen.
Nach der Wende stellte sich dieser Sachverhalt für die Mitglieder nachteilig dar. Der Reichtum der Genossenschaft war nur in Anlagevermögen vorhanden. Auszahlungen konnten nur beschränkt erfolgen. Erst nachdem Anlagevermögen in Form von Maschinen, Geräten, Gebäuden und baulichen Anlagen veräußert wurden, standen Mittel dafür zur Verteilung bereit.
Wenige Mitglieder begriffen diese ökonomischen Zusammenhänge. Damit waren Tür und Tor geöffnet für Buschfunkgerüchte und unqualifizierte Verdächtigungen. Selbst „Leiter”, es fällt heute noch schwer sie mit (t) zu schreiben, beteiligten sich daran. Sie dokumentierten damit, dass sie ökonomische Zusammenhänge kaum begriffen.

Fast musste man befürchten, dass durch die ökonomische Stabilität der Genossenschaft dem Vorsitzenden der Boden unter den Füssen verloren ging.

Wahnsinnsideen, mit fraglichem moralischen Hintergrund.

Der Vorsitzende schwelgte in Überlegungen, ein eigenes Gästehaus bauen zu lassen. Studien dazu lagen bereits vor.
Es sollte im Park von Seerhausen entstehen. Nicht zu erkennen war, für welche und wessen „Gäste” es vorwiegend Verwendung finden sollte.

Einige Bemerkungen aus einer Studie zu diesem Thema:
„ Die LPG „Sonnenschein ” Staucha möchte zur Ausrichtung von Feierlichkeiten und zur Unterbringung von Gästen ein repräsentatives Gebäude errichten. Ein Standort in einer landschaftlich schönen Gegend, Park o. Ä. wurde bereits in Erwägung gezogen aber noch nicht festgelegt.
Es wird darauf hingewiesen, dass ev. die Gesellschaft für Denkmalspflege einzubeziehen ist”
„Funktionelle Lösung:
Das Gebäude, in den Hauptabmessungen von 21 x 17,5 m gliedert sich in das Foyer über 2 Geschosse, einen Salon im Erdgeschoss für ca 40 Personen, Küche mit Vorbereitungsraum und Anschlussraum auf der einen Seite und Personal- und Sanitärräume auf der anderen Seite. Symmetrisch angeordneten Türme können im Erdgeschoss als individuelle Sitzecken, Bibliothek o. A. genutzt werden. Zwei gewendelte Treppen führen in das Obergeschoss. Von dem Gang im Obergeschoss sind die Appartements mit 10 Betten erreichbar. Zwei größeren Gästezimmern sind jeweils ein Flur,
Dusche mit WC und ein Einbettzimmer zugeordnet. Die zwei anderen Gästezimmer, ebenfalls mit Dusche und WC und Flur, sind in den Türmen untergebracht. Individuell gefertigtes Mobiliar geben diesen Zimmern den ausgefallenen, attraktiven Reiz„.
Weiter wird die Ausgestaltung der in oberen Räumen möglichen Gästezimmer beschrieben.
Hier kam es darauf an, zu zeigen, wie weit diese Vorbereitungen gediehen waren.
Der ökonomische Leiter hatte alle Mühe, zu mahnen, dass vor allem die Rekonstruktion der gärtnerischen Anlagen wichtig sei, bevor an das Gästehaus gedacht werden könne.
Die Wende setzte dieser Gedankenwelt ein Ende!

 

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