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Leitung von „Sonnenschein“ wird beschimpft, sie leite nach
„kapitalistischen Methoden“
Beschimpft wurde die Leitung von „Sonnenschein“ massiv mit der Feststellung, sie leite die Genossenschaft mit kapitalistischen Methoden. Empfunden wurde dieser „Makel“ von den Leitern der GPG als Auszeichnung. Erkannt werden konnte daraus, dass sie auf dem richtigen Wege war. Entscheidend blieb die Tatsache, dass die Genossenschaft gedeihlich sich entwickelte, zum Nutzen der Mitglieder.
Gute wirtschaftliche Erfolge waren erreichbar, weil in der gärtnerischen Genossenschaft auf hohe Arbeitsdisziplin geachtet wurde. Fehlverhalten begrenzte die Leitung mit Maßnahmen, die die Staatliche Leitung als Selbstjustiz brandmarkte.
Dass es zu Entlassungen aus der Mitgliedschaft kam, weil ein Sack Kalk gestohlen wurde, soll zeigen, mit welcher „Konsequenz“ dabei vorgegangen wurde.

So genannte Überzeugungsarbeit – Assis

Eine der Fehlleistungen sozialistischer Philosophie war, zu glauben, die Menschen mit so genannter Überzeugungsarbeit erziehen zu können. Der Verfasser ist der Überzeugung, ein Volksvermögen ist in Schulungen und Sitzungen verpulvert worden. Scherzhaft konnte man einen bestimmten Personenkreis mit der Berufsbezeichnung „Sitzungsteilnehmer“ versehen.
In der Konsequenz führte diese so genannte Arbeit mit den Menschen dazu, dass um jeden „Assi“ mehr Aufwand betrieben werden musste, als er für Sorgen und Nöte, für die Belange der fleißig arbeitenden Mitglieder aufgewandt wurde.
In Leitungszusammenkünften bis hin zu Vorstandssitzungen verschlangen Probleme aus diesem Bereich einen großen Teil der Zeit.
Oftmals mussten wichtige Produktionsprobleme in den Hintergrund treten.

Schwierigkeiten mit der Disziplin durch die LPG – Übernahme

Nach dem Zusammenschluss von GPG und LPG- Pflanzenproduktion musste der negative Einfluss der neu in die Belegschaft eintretender Mitglieder aus der Pflanzenproduktion registriert werden.
Pauseneinhaltung war nur einer der sichtbaren Mängel und schwer durchsetzbar.
“ Liebkind Leiter“, Verantwortliche, die Auseinandersetzungen mit Mitgliedern scheuten, aus diesem Bereich passte es nicht, dass sie vor Ort leiten sollten. Sie waren gewohnt, so genannte Leistungsarbeit für die Mitglieder auf den Leistungsnachweisen in der Verwaltung , am Schreibtisch,zu manipulieren.
Bequemer war es schon, hinter einem Schreibtisch zu hocken, als bei Wind und Wetter unter freiem Himmel auf den Produktionsflächen für ordentliche Arbeit zu sorgen.
Die Arbeitskollektive dem Selbstlauf zu überlassen, führte letztlich dazu, dass dabei in der Produktion vor Ort ein „Gang„ niedriger gefahren wurde. Aufmerksamen Betrachtern fielen die Diskussionsgruppen an den Feldrändern und die Frühstücks- und Mittagspausen – Längen auf.
Diese Fehlverhalten wurden auf den Leistungsnachweisen als Arbeitszeit ausgewiesen. Das dafür erforderliche Geld musste von den fleißig arbeitenden Mitgliedern erwirtschaftet werden.

Operativer Leitungsstil des Vorsitzenden

Zunehmend war der operativ im gesamten Einzugsgebiet der Genossenschaft tätige Vorsitzende über diese Vorgänge aktueller informiert, als die Leiter, deren Aufgabe es sein musste, solche negativen Erscheinungen in den Arbeitsgruppen zu verhindern.
Der Leitungsstil des Vorsitzenden passte dem größten Teil der Pflanzenproduktionsleiter nicht, die sich über ihre Partei dagegen zu wehren versuchten.
Über so genannte Parteileitung wurde der Vorsitzende bedrängt, sich mit seinen eigentlichen, nämlich Planungs- Perspektiv- Leitungsaufgaben zu befassen.
Mit solcher Umschreibung wollte man ihn von den peinlichen, täglichen Darstellungen des Fehlverhaltens so genannter Leiter abhalten.
Der Vorsitzende war ein Leiter, den man am Schreibtisch kaum vorfand. Er pflegte es, auf Zuruf Themen vorzugeben, die dann von den damit Betrauten abzuhandeln waren.
Kein einziger geschriebener Satz ist von ihm je gesehen worden.
Seine Rechenschaftsberichte und sonstigen mehr oder weniger öffentlichen Äußerungen ließ er sich zuarbeiten.
Ein Dankeschön ist dem Verfasser dafür in über Dreißigjähriger Zusammenarbeit nie zuteil geworden.

Schaden in den GPG – Kollektiven; durch Zusammenschluss

Den Gärtnern, denen die Arbeitsweise der Pflanzenproduzenten unbekannt war, richtete die mangelnde Disziplin Schäden an.
Mussten sie doch feststellen, dass der größte Teil des von ihnen erwirtschafteten Gewinns in die Pflanzenproduktion floss.
Ihre inzwischen rekonstruktionsbedürftigen Produktionsanlagen dagegen konnten kaum erhalten, geschweige denn verbessert werden.
Nach der Wende war dieser Zustand besonders beklagenswert. Mit erheblichem Aufwand an Mitteln, die nun nur noch unzureichend zur Verfügung standen, musste versucht werden, das Versäumte nachzuholen und das Schlimmste abzuwenden.

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