Feed auf
Postings
Kommentare

Materielle Bestände „flossen“ den Bach hinab
Ähnlich wie mit den Beständen der Gaststätte verhielt es sich mit den riesigen, fast 10 Mill. Mark zu beziffernden Beständen aus der Lagerhaltung in den Werkstätten, den Pflanzenschutzmitteln und anderem.
Ein großer Teil des „Sonnenschein“ Vermögens war in Materialbeständen zu Reparaturzwecken für die total überalterte Technik angelegt. Jährlich musste in einem aufwendigen so genanntem Winterreparaturprogramm die maroden mobilen Techniken wieder einsatzfähig repariert werden.
Anstatt normative Nutzungsdauer zu senken, wie das beispielsweise in der Bundesrepublik geschah, erhöhte die DDR die normative Nutzungsdauer mangels neuer Technik.
Damit durften weniger Kosten aus Abschreibungen geltend gemacht werden und der Gewinn erhöhte sich Der Staat konnte weiteren Gewinn über die Abgabenfestlegung abschöpfen.
Aus diesen verzweifelten Maßnahmen erkannte der dazu fähige Beobachter, wie es um die DDR – Ökonomie stand.
Daraus schlussfolgernd war es nicht verwunderlich, dass die DDR bereits 1981 ökonomisch am Ende war.
Nur durch ständige Fehlinformation wurde der Bevölkerung vorgegaukelt, welchen Stand die DDR in der Reihenfolge der Industriestaaten der Welt habe. Nicht zuletzt ließen der „Swing“, die Verrechnungsmöglichkeit des innerdeutschen Handels und die Milliardenkredite, u.A. von Franz-Josef Strauß ermöglicht, das marode Gebilde DDR dahinsiechen. Von Siegen konnte nicht die Rede sein!
Der Verfasser erinnert sich an eine Volkskammersitzung, Ende 1990 Zwischenrufe und Missfallensbekundungen waren bereits möglich, als der Finanzminister zum Rednerpult ging und Rede und Antwort stehen sollte über die Staatsfinanzen.
Nach ziemlich stotternden Ausführungen fragte er schließlich:
„Soll ich die Wahrheit sagen?“
Mit diesen 5 Worten wurde das gesamte SED – Regime disqualifiziert.
Es bestand aus Lug und Trug!

Verwunderung über Fehleinschätzung durch die BRD

Man muss feststellen, dass die Verantwortlichen der Bundesrepublik offensichtlich der Erfolgspropaganda der DDR aufgesessen sind.
Das Ausmaß des Ruins in seiner gesamten Breite ist nicht erkannt worden.
Aus heutiger Sicht ist es gut so, dass dieses Unvermögen der Westpolitiker bestand.
Normalerweise hätte kapitalistisches “ Vorsichtswalten“ von der Übernahme eines solchen „Wracks“, wie es die DDR ökonomisch darstellte, Abstand nehmen müssen. Ein wenig großsprecherisch wurde verlautet, man könne alles aus der „Portokasse“ regeln.
Dass die „Portokasse „ überfordert war, hat die Frau Breuel, hinreichend demonstriert.
Das „ wahre ” Ausmaß des Unterschiedes zu den alten Bundesländern wird uns fast täglich von den Skandalmedien vorgestellt

Dienstleistungsbereiche in der LPG nahmen überhand

Für die Aufrechterhaltung des Monsters „Sonnenschein“ waren schließlich mehr als ein Viertel der 850 tätigen Mitglieder in Dienstleistungsbereichen als Handwerker zahlreicher Gewerke beschäftigt.
Kaum kontrollierbar, da keine messbare Arbeit in den meisten dieser Bereiche möglich war, entstand eine zusätzliche Quelle von Möglichkeiten, sich guter genossenschaftlicher Arbeit zu entziehen. Dieser DDR – Mentalität ist verschuldet, dass der Anspruch, verantwortungsvoll zu arbeiten, die bezahlte Arbeitszeit mit dem dazu erforderlichen Gegenwert zu versehen, nicht wenigen schwerfielen. In der Endphase vor der Wende sah sich die Leitung in diesen Bereichen Diskussionsgruppen gegenüber, die nicht geringen Schaden anrichteten.

Ein Pauschalurteil soll mit dieser Darstellung keinesfalls gefällt werden.
Ein großer Teil arbeitete fleißig, ideenreich, zuverlässig.

Wie sonst hätte „Sonnenschein“ ein Sonnenstrahl im Dämmerschein und Dunkel des real existierenden Sozialismus sein können.

Mangelnde Beschäftigungsmöglichkeiten unterstützten ungewollt in der jetzigen Phase der Wirtschaftsentwicklung in den neuen Bundesländern negative Erscheinungen aus der DDR Mentalität.

Verfehlte Bestandspolitik

Die Werkstattverantwortlichen häuften in kaum zu verantwortenden Mengen Materialbestände an, um termingerecht die mobilen und stationären Anlagen der Genossenschaft verfügbar zu haben.
Obwohl ständig von der ökonomischen Leitung gewarnt, vertrat der Vorsitzende die Auffassung „Materialbestände“ können gar nicht hoch genug sein!“
Wurde zum Sparen gemahnt, erhielten Werkstätten in unverantwortlicher Weise die Empfehlung, schnell noch einzukaufen.
Die zu finanzierenden Bestände stiegen weiter an.
Die Liquidität der Genossenschaft war dadurch nicht wenig gefährdet.
Nach der Wende flossen diese riesigen Mittel, wie man so unschön sagt, ”den Bach hinunter”, da die Leute, die Ersatzteile, die sie vorher mit ständigen Beteuerungen, dass sie unbedingt gebraucht würden, plötzlich nicht mehr haben wollten. Ein riesiges Vermögen von „Sonnenschein“, allein aus dem Bereich der Materialbestände, ging den Mitgliedern damit verloren.

Man sollte deshalb aufmerksam im Umwandlungsbericht vergleichen, wie sich die Mark- Bestände in DM umwandelten und wie sich die Verursacher nach der Wende der Genossenschaft und der eG gegenüber verhielten.
Wer den Umwandlungsbericht aufmerksam verfolgte, wird daraus Schlüsse ziehen können.
Der in dieser Abhandlung dargestellte Teilungsplan verdeutlicht, wo das Geld der Genossenschaft geblieben ist.
Vor allem ist er eine regelrechte Missbilligung für diejenigen Leiter, die durch unmäßige Bestandshaltung über 10 Mill Mark der LPG banden.
Geschuldet ist diese nun als Fehlleistung zu bezeichnende Wirtschaftsweise jedoch der Tatsache, dass unter DDR-Bedingungen um jedes Ersatzteil im weitesten Sinne sich intensiv bemüht werden musste.
Aufwendige, nicht zu kontrollierende, Beschaffungsfahrten, wurden von den
Verantwortlichen weidlich ausgenutzt.
Anstatt in den betreffenden Belegschaften für reibungslosen Arbeitsfluss zu sorgen, zu kontrollieren, dass ideenreich und ständig gearbeitet wurde, waren diese Leiter nicht ungern unterwegs. Fern ihrer eigentlichen Aufgabe.
An den abgerechneten Spesen war zu erkennen, dass eine solche Wirtschaftsweise bar jeglicher Vernunft war.
Der somit betriebene Aufwand widersprach jedem vernünftigem ökonomischen Denken.
Der Vorsitzende hatte daran hohen Anteil Er vertrat die Ansicht, dass hohe Bestände Reichtum bedeuteten.
Nach der Wende konnte dieses genossenschaftliche „Vermögen“, die hohen Materialbestände, nur zu einem Bruchteil in DM umgesetzt werden.
Es ist leider nie untersucht worden, wie es möglich war, dass die hohen Materialbestände in einer man kann schon sagen, unverantwortlichen Blitzaktion, verschrottet und zum Teil durch Einbrüche in die Werkstätten entwendet wurden.
Man hätte sich an Striegnitz ein Beispiel nehmen sollen, wie es hätte anders organisiert werden können.
Dort werden heute noch Ersatzteile sinnvoll verwaltet und nutzbar gemacht
Der Vorstand, der Vorsitzende und die betreffenden Leiter können für die leichtfertige Handlungsweise beim Umgang mit dem Vermögen aller Mitglieder nicht aus der Verantwortung entlassen werden! Ich weiß, dass diese Bemerkungen den dafür Verantwortlichen, falls sie sie lesen sollten, gar nicht gefallen wird. Aber Wahrheiten sind selten jedem angenehm!

Kommentar abgeben

Du musst Dich anmelden um einen Kommentar abzugeben.