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Nach 20 und 30 Jahren

Wie war ‚ s wirklich?
Es lohnt sich, bei der Suche nach der Wahrheit zu verweilen.
Bei der Zwanzigjahr-Feier der GPG „Sonnenschein“ Staucha gab der Vorsitzende einen Rechenschaftsbericht:
Erstaunlich bei der Festveranstaltung war, dass von der so genannten staatlichen Leitung kein Vertreter teilnahm. Die Zwanzigjahr-Feier wurde von der Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft Sonnenschein im ehemaligen „Stern“ in Riesa gefeiert.
In großen Lettern prangte über der Bühne:

“ Die Kunst des Lebens ist es, nicht das zu tun, was man liebt, sondern das zu lieben, was man tut!“ ( J.W.v.Goethe ).

Offensichtlich war die Losung ideologisch nicht genehm.
Außerdem neidete man dem reaktionären, parteilosen Vorsitzenden
mit seinem „Nicht-SED-Klüngel“ die wirtschaftlichen Erfolge.
Die Leitung der Genossenschaft ließ sich davon keinesfalls beeindrucken. Das Fernbleiben konnte im Gegenteil intern als „Auszeichnung“ für den richtigen Weg bewertet werden

Der Vorsitzende führte aus:
„Werte Genossenschaftsgärtnerinnen und – gärtner, werte -Gäste!

20 Jahre Gärtnerische Produktionsgenossenschaft „Sonnenschein“
Staucha, das sind 20 Jahre fleißige Arbeit für unsere Republik, das sind 20 Jahre Erzeugung von Gemüse im Freiland und unter Glas und Plasten.
20 Jahre GPG, das sind 15 Jahre GPG Jahnatal Hof und 20 Jahre „Sonnenschein“ Staucha. Seit 1975 produzieren beide Genossenschaften unter der Bezeichnung „GPG“ Sonnenschein“ Staucha“.
20 Jahre Gärtnerische Produktionsgenossenschaft sind zugleich ein Stück Geschichte des friedlichen Aufbaus unserer Republik und in den Orten, aus denen wir stammen oder in denen wir wohnen.
Als vor 20 Jahren 16 Gärtnerinnen und Gärtner die GPG „Sonnenschein“ Staucha und 18 Gärtnerinnen und Gärtner die GPG Jahnatal Hof gründeten, war das ein zunächst unvorstellbares Wagnis. Ein Wagnis deshalb, weil der sehr komplizierte Weg vom „Ich“ zum „Wir“ beschritten werden musste.
Wer wagt, gewinnt!
Dass dieses Wagnis erfolgreich bestanden wurde, beweist unser heutiges Beisammensein. Die Voraussetzungen, eine gemeinsame gärtnerische Produktion zu beginnen, waren 1960 sehr unterschiedlich. In Staucha, Gleina und Dobernitz bestanden 4 Betriebe und in Hof 6 Betriebe, die sich entschlossen, gemeinsam zu produzieren.
Die Namengebung GPG „Sonnenschein“ hatten wir der Sonne zu verdanken. Bei der Gründungsversammlung auf dem Gemeindeamt in Staucha wurde beraten, welchen Namen die GPG erhalten solle. Ein plötzlicher Sonnenstrahl im Zimmer führte zu dem Entschluss, die GPG „Sonnenschein“ zu nennen. Wir haben diesen Wink unseres energiespendenden Gestirns noch nicht bereuen müssen.
Die Namensgebung der GPG „Jahnatal“ resultiert aus dem Territorium, eben aus dem Tal der Jahna.
Das Flüsschen Jahna einmal besonders zu erwähnen, hat sie verdient, denn 1975 z.B. hat die ständige Wasserführung auch bei der extremen Trockenheit unsere Kulturen vor dem Vertrocknen gerettet.
In der GPG Staucha arbeiteten 4 gärtnerische Betriebe zusammen, die vorwiegend Freilandgemüse erzeugten, mit geringen Pflanzen – Anzucht- Flächen von 2083 qm. In Hof dagegen waren in allen 6 Betrieben bereits Glasflächen vorhanden. In den folgenden Jahren konnte man an der ökonomischen Entwicklung erkennen, dass mit Eigenmitteln und mit Krediten die Vorzüge der sozialistischen Produktionsweise, sprich die Unterstützung unseres Staates, genutzt wurde, um die Produktionsmöglichkeiten zu verbessern.
In Gleina und Hof entstanden Pflanzen – Anzucht – Flächen, die wir Gärtner zur Treibgemüse Produktion nach Jungpflanzen Anzucht nutzten. In Staucha bestanden zunächst erhebliche Schwierigkeiten, Räume für damalige Verhältnissen entsprechende Verwaltung zu erhalten. Die Räume der Erfassungsstelle des VEAB, (Volkseigener Erfassung und Aufkauf – Betrieb) des GHK (Großhandels Kontor) und der GHG (Großhandelsgesellschaft) wurden genutzt. Als Patenbuchhalter führte der Aufkaufstellen – Leiter und jetzige Hauptbuchhalter die Rechnungsführung und Statistik für die GPG „Sonnenschein“ Staucha.
In Hof dagegen waren die räumlichen Verhältnisse günstiger. Im Wohnhaus Richter standen Räume zur Verfügung und unter Leitung des Kollegen Altmann funktionierte die Verwaltung.
In einem ehemaligen Hühnerstall auf der jetzigen Schulstraße in Staucha, in einem Grundstück eines ehemaligen Gemüsehändlers, wurde die Verwaltungsarbeit der GPG und der Aufkauf – Stelle des VEAB durchgeführt.
Bei wöchentlichen Vorstandssitzungen konnte nur 2 Kollegen auf Stühlen sitzen, mehr waren nicht vorhanden. Der Rest des Vorstands ließ sich auf Gemüsekisten nieder. Um jede einzelne Entscheidung wurde in stundenlanger Diskussion gerungen. Bis weit nach Mitternacht musste oftmals gekämpft werden, um für unser heutiges Verständnis, geringfügige Maßnahmen durchzusetzen.
Als die Entscheidung zu treffen war, die Pferde abzuschaffen, nachdem wir den ersten Traktor zugewiesen erhalten hatten, war sie so schwierig zu lösen, dass es in der Folge zu Tätlichkeiten und schließlich zum Ausscheiden eines Mitbegründers der GPG kam. In Hof verlief diese Entwicklung nicht so dramatisch, da die ansässige Maschinen- Ausleihstation schon bald nach der Gründung technische Unterstützung geben konnte.
Als Bestell, – Pflege – und Erntetechnik waren in Staucha, Gleina und Dobernitz 7 Pferde, 6 Hackfräsen und 1 Dieselameise vorhanden. Damit wurden die 16 ha bestellt, gepflegt und die Ernte durchgeführt. Ein großer Teil des Gemüses musste zur Aufkaufstelle nach Staucha transportiert werden. Vor allem solche Gemüsearten, deren Absatz einer großen Streuung bedurfte.
In Hof standen 6 Hackfräsen, 6 Holder Traktoren und eine Dieselameise zur Verfügung. Bald folgten 1 RS 09 und ein „Famulus“. Der 1 Traktor, von der staatlichen Leitung der GPG Staucha zugeordnet, war ein „Ferguson“. Er wurde gebraucht von der LPG Oppitzsch bezogen.
Dieser 1. Traktor der GPG Staucha wirkte revolutionierend. Zunächst einmal stellten so genannte Fachleute fest, dass es nun mit der gärtnerischen Produktion den Berg hinabginge. Der Boden würde festgefahren und es wäre absehbar, dass bald nichts mehr wüchse. Am Stammtisch in der Kneipe war die Diskussion tiefgründiger, dort stellte man „sachkundig“ fest, die GPG könne den Traktor niemals auslasten.
Ungeachtet dieser „fachlichen“ Ratschläge stellte sich sehr bald heraus, dass eben die gemeinsame genossenschaftliche Arbeit schon im 2. Jahr in der GPG Staucha, 1960 waren auf 16 ha 339.5 t und 1961 auf 17.85 ha 654.8 t produziert worden; eine fast Verdopplung der Produktion, brachte.
Wir als Gärtner standen vor dem Phänomen, wie es möglich sei, dass sich diese frappierende Steigerung vollzog.
Hatten wir doch als Privatgärtner alle Hebel in Bewegung gesetzt, um viel Gemüse zu produzieren.
Die befriedigende genossenschaftliche Entwicklung verdeutlichte sehr sinnfällig, dass in gemeinsamer Produktion mehr und besser produziert werden konnte. Am eigenen Beispiel erlebten wir, viele Miesmacher stellten es immer in Abrede, dass man in einer Genossenschaft höhere Leistungen vollbringen konnte, als in einzelgärtnerischen Betrieben möglich war.
Jährlich erwarben wir bessere Kenntnisse, die genossenschaftliche Arbeit zu organisieren. Immer mehr drangen wir in die Probleme der Betriebswirtschaft ein, so dass es uns zunehmend gelang, die Effektivität unserer Genossenschaften zu erhöhen. Wenn wir in den Gründerjahren zunächst die Mechaniken der Probleme des wertmäßigen Reproduktionsprozesses und deren Gesetzmäßigkeit nur ahnten, so war es doch schon klar, dass mit Erfolg nur eine solche Genossenschaft zu bewirtschaften ist, wo mit konsequenter Leitungsverantwortung ein Kollektiv von Gleichgesinnten erzogen werden konnte.
„Wo man viel hineinsteckt, kann auch viel herauskommen“ war ein altes Sprichwort. Unsere erfahrenen Berufskollegen vermittelten uns diese Weisheit. Außerdem entspricht es dem gesunden Menschenverstand. In diesem Sinne handelnd, wurde vom ersten Jahr an einer hohen Investitionstätigkeit, den finanziellen Möglichkeiten entsprechend, große Beachtung geschenkt. Dabei beachteten wir, dass die billigste Investition der Erfahrungsaustausch ist. Fast jährlich wurden vom Vorstand Exkursionen durchgeführt, die jeweils verbunden waren mit Betriebsbesichtigungen. Gesammelte Erfahrungen konnten mit den eigenen Erkenntnissen verglichen und die erforderlichen Schlussfolgerungen gezogen werden. Ohne Geheimniskrämerei ermöglichten wir allen interessierten Betrieben die Besichtigung unserer Anlagen, Maschinen und Geräte. Das ging oft soweit, dass Erklärer erforderlich waren.
Der Bewusstseinsstand des damaligen Vorstandes konnte mit dem heutigen nicht verglichen werden. Die Begeisterungsfähigkeit, sich für eine Sache einzusetzen, war dagegen größer.
Bei uns in Staucha, Gleina, Dobernitz versuchte noch jeder für seine Arbeitsgruppe, für seine Brigade, Pflanzenanzucht – Haus, einen Schornstein für die Heizung usw. zu erhalten. Leider wurden dadurch die vorhandenen Mittel zersplittert. Als der Erkenntnisstand soweit gewachsen war, die Fehler zu erkennen, hatte es Zeit und kostbare Mittel gekostet
Der heutige Stand der möglichen Vergütung war bei weitem noch nicht erreicht. Um es einmal in einem Satz zu sagen: Es musste schwerer gearbeitet und für weniger Geld gute genossenschaftliche Arbeit geleistet werden
1960 konnten wir Grundmittel – Bestand von 1085 TM nachweisen. Das entspricht etwa einem Dreißigstel der Mittel, die uns in den letzten Jahren jährlich im Investitions Fonds aus Mitteln der Amortisation und Akkumulation zur Verfügung standen.
Aber bereits 1969, nach 10 Jahren, hatte sich das Vermögen der GPG auf 2313 TM erhöht, also verzwanzigfacht.
1979 ist das Grundmittel Vermögen Brutto auf 25100 TM und der Zeitwert auf 17000 TM angestiegen. Interessant ist, wie sind die
Grundmittel strukturiert in unserer Genossenschaft:
Für die Gemüseproduktion wurden:19177 TM
für die Bauproduktion: 283 TM
für das Wohnungswesen: 1520 TM
und für das Sozialwesen: 4109 TM
aufgewändet.
Bis zum Jahr 1969 tendierten die Grundfonds Quote von 169 im Jahr 1960 bis zu 100 im Jahr 1969. Das heißt, wir hatten während dieses Zeitraumes einen hohen Nutzungsgrad der Grundmittel Aber nur deshalb, weil zu wenig Grundmittel vorhanden waren. Die Grundfonds Quote gibt Auskunft darüber, mit wie viel Mark Grundmitteln man wie viel Mark Erlöse aus der Produktion erzielt. Inzwischen ist die Grundfonds Quote auf 79 im Jahr 1979 zurückgegangen, weil hoher Grundmittel Besatz es bisher nicht ermöglichte, dass meinethalben mit 100 Mark Grundmitteln 100 Mark Erlöse erzielt wurden. Ein Idealfall wäre es, solche Ergebnisse zu erzielen
Die Gemüseproduktion entwickelte sich von 1960 von 3395 t auf 2613 t im Jahr 1969 auf das 76 fache. Wogegen die Produktionsfläche sich auf das 48 fache vergrößerte. Im Jahr 1979 erzeugten wir auf 392 ha 17368 t Gemüse. Produktionsfläche erhöhte sich auf das 245 Fache und die Produktion aber auf das 439 Fache bezogen auf die Werte von 1960
Beweis: Die gärtnerische Produktion auf großen Flächen bringt Vorteile für die Volkswirtschaft und damit für uns alle
Erzeugten 1960 205 ganzjährig Tätige je 165t Gemüse, waren es 1969 nach 10-jähriger Praxis als soz. Gartenbaubetrieb von 78 ganzjährig Tätigen je 335 t
1979 produzierten 355 Vollbeschäftigte je 489 t Gemüse.
Diese Werte beweisen, die Kontinuität der Entwicklung und die Richtigkeit des von uns eingeschlagenen Weges.
Seit 1960 fanden fast in jedem Jahr Kleinflächen und Betriebe der ehemaligen LPG „Neuer Weg“ zur GPG. 1972 bestand in der GPG eine gärtnerische Nutzfläche von 93,5 ha und 25 ha in der GPG „Jahnatal“ Hof
Die so genannte gesellschaftliche Weiterentwicklung in unserem Territorium führte im Jahr 1972 dazu, dass die Kooperative Gemüseproduktion entstand. Von der LPG „Neuer Weg“ Staucha und der LPG „WP“ Hof wurden die Gemüseflächen übergeben und diejenigen Kolleginnen und Kollegen zu uns delegiert, die in der Gemüseproduktion arbeiteten.
Vorausgegangen waren Ideenkonferenzen mit den verantwortlichen Gärtnern aus den einzelnen Genossenschaften. Untersucht wurden die Möglichkeiten der gemeinsamen Gemüseproduktion.
1973 stand zunächst 261,55 ha gärtnerische Nutzfläche zur gemeinsamen Produktion zur Verfügung. Entsprechend einer von den Räten der Bezirke Dresden und Leipzig genehmigter Entwicklungskonzeption erhielten wir weiteren Flächenzugang bis zur augenblicklichen Flächengröße von 392 ha. Auf Grund der Mehrfachnutzung produzieren wir zur Zeit auf 564 ha Gemüse. Die Flächenübergabe war seit Gründung der GPG jeweils problematisch.
Nicht selten gab es erhebliche Spannungen zwischen der LPG „NW“ Staucha und später der KAP (Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion) und nun der LPG „Pflanzenproduktion“ Stauchitz. Nach langwierigen Verhandlungen sind wir übereingekommen, dass die LPG „P“ Stauchitz uns jährlich Rotationsflächen von etwa 120 ha bereitstellt, um die phytosanitären Probleme, also die Bodenerkrankungen, zu mindern. Ab 1979 wird der LPG P eine Entschädigung von der GPG gezahlt, um die Erschwernisse durch die Fruchtfolge Gestaltung und die Bewässerungsmaßnahmen abzugelten.
In den 20 Jahren des Nebeneinander- Lebens der gärtnerischen – und der Pflanzenproduktion war die ständige Tendenz zu erkennen, dass man es gern gesehen hätte, wenn die Gärtner in die Pflanzenproduktion integriert worden wären. Wir sind jedoch nach wie vor der Meinung, dass die gärtnerische – und die Pflanzenproduktion in unserem Gebiet besser gedeihen, wenn sie getrennt produzieren und damit jeder auf seinem Gebiet für unsere Republik seinen gewichtigen Beitrag leistet.
Obwohl die Standpunkte oft nicht identisch sind, lassen sich Anknüpfungspunkte für ein gedeihliches Nebeneinander auf dem Wege sinnvoller Kooperation finden
Blickt man auf 20 Jahre gärtnerische Produktion zurück, so ist es selbstverständlich, dass man auch die Probleme Erlöse, Kosten und Arbeitsproduktivität sich einmal am geistigen Auge vorüberziehen lässt
1960 erzielte die GPG Staucha einen Bruttoumsatz von 183,3 TM
55,1 TM an Kosten wurden verbraucht. Das entsprach einem Kostensatz von 30 und einer Arbeitsproduktivität von 9 TM/ ganzjährig Tätigen.
Die Ergebnisse der GPG „Jahnatal“ liegen mir aus diesem Zeitraum leider nicht vor. Ich bitte deshalb mit den Ergebnissen der GPG Staucha vorlieb zu nehmen. Im Jahr 1961 stiegen die Erlöse auf 360,7 TM. Die Kosten nur auf 111,5 TM. Das entsprach einem Kostensatz von 32. Die Arbeitsproduktivität fiel jedoch auf 6 TM / VbE (Vollbeschäftigten) zurück, weil mit 58,5 VbE produziert wurde
Im Jahr 1967 überstieg die Arbeitsproduktivität erstmals die 20 TM / VbE – Grenze und erreichte 210 TM. Der Kostensatz betrug 62 und die Erlöse 1304 TM
1972 erreichte die GPG Erlöse in Höhe von 3547,1, Kosten von 2340,2 TM bei einem Kostensatz von 66.
Die Arbeitsproduktivität war bereits auf 314 TM/VbE angestiegen.
Der Verwertungspreis hatte sich von 54 M/dt Gemüse im Jahr 1960 auf 72,51 M/dt im Jahr 1972 verändert und die Kosten / dt von 16,24 M/dt auf 53,60 M/dt
1979 wurde ein Bruttoprodukt von 13907 TM und Kosten von 9234 TM erreicht. Der Kostensatz betrug 62 und die Arbeitsproduktivität /VbE 42 TM
Seit 1970 bewegt sich der Kostensatz unserer Genossenschaft von 57,9 bis 66,6 Diese hohe Effektivität unserer Genossenschaft gestattete es, dass wir hohe Mittel aus der Akkumulation dem Investitions- Fonds bereitstellen konnten. Gleichzeitig leistet unsere Genossenschaft Abgaben zu dem höchsten Abgabesatz auf das Bruttoprodukt und soweit wir Einblick haben auch mit auf die Konsumtion. Unsere Genossenschaft leistet damit den gemäßen Beitrag, der ihr im Rahmen der ökonomischen Regelungen zusteht zur Stärkung unserer Republik.
Zur Stabilisierung der LPG Gemüse Ostrau – Pulsitz leistete unsere GPG über den gemeinsamen Fonds 1500 TM Hilfe. Zur Erwirtschaftung dieser Mittel musste eine Produktion von etwa 5 Mill Mark gebracht werden.
Die hohe Rentabilität unsere Genossenschaft lässt für flüchtige Betrachter den Schluss zu, dass für die Gemüseproduktion unvergleichlich bessere preisliche Relationen bestehen, als das für andere Zweige der Landwirtschaft der Fall ist. Der flüchtige Betrachter irrt. Dabei wird außer acht gelassen, dass für die Pflanzenproduktion die Industrie hervorragende technische Mittel bereitstellt. Sie gewährleistet, dass die Handarbeit in diesem Zweig fast völlig entfallen kann.
Für den Gartenbau bestehen noch bescheidene Anfänge in der Bereitstellung von Erntetechnik. Wir müssen uns noch immer nach jedem Blumenkohl und Salat bücken und ihn bei der Sortierung noch einmal in die Hand nehmen.
Allein daran wird ersichtlich, dass hier eine gewaltige Lücke klafft
Die durch den Gesetzgeber gewollte höhere Effektivität in der Gemüseproduktion, zum Teil zeichnet sie sich in der Republik ab, vergleiche dazu die Auswertungen der soz. Arbeitsgemeinschaft Ökonomik der Republik, soll dafür aufgewandt werden, um durch Eigeninitiative Produktionsmittel herzustellen..
Unsere Rationalisatoren haben das getan und wir werden auch künftig größere Anstrengungen auf diesem Gebiet unternehmen.
Der Fleiß unserer Genossenschaftsgärtnerinnen und – gärtner und die dadurch erreichten Produktionsergebnisse führten dazu, dass beide GPG, die GPG „S“ Staucha und die GPG „J“ Hof in den 60-iger Jahren durch unseren Staat den Staatstitel „Staatlich anerkannter Spezialbetrieb für Gemüsebau“ erhielten.
Darauf konnten sie schon damals stolz sein. Dass diese Auszeichnung nur solche Betriebe erhielten, die gesicherte Produktionsergebnisse mit steigender Tendenz nachweisen konnten, beweist die Bedeutung dieser Auszeichnung.
Dass wir dieser Verpflichtung gerecht werden konnten, habe ich in meinen bisherigen Ausführungen zu beweisen versucht.
Nachdem 1973 die gemeinsame Arbeit in der KGP (Kooperative Gemüseproduktion) begann, vereinigten sich 1975 beide GPG zur GPG „SONNENSCHEIN“ STAUCHA. Ich denke, diesen Schritt hatte niemand zu bereuen. Für die zu uns delegierte Genossenschaftsbäuerinnen und – Bauern konnten nur allmählich die Angleichung an das Vergütungsniveau bei der GPG vollzogen werden.
Erst musste die Übereinstimmung der gesellschaftlichen Verpflichtungen mit den persönlichen Bedürfnissen erfolgen.
Beim Beginn der gemeinsamen Arbeit hatte die Arbeitsproduktivität Unterschiede von 15, 20, 25 und 31 TDM/VbE.
Schon im ersten Jahr der gemeinsamen Arbeit konnte die Arbeitsproduktivität auf 29 TDM angehoben werden. Diese Tatsache war für die Leitung sehr ermutigend, bewies sie doch, dass die eingeleiteten Maßnahmen nicht ohne Erfolg geblieben waren.
Was musste geschehen, um die Gesetzmäßigkeit der ständigen Steigerung der Produktion zu garantieren? .. In der GPG Staucha entstand in Gleina / Dobernitz, an der Windmühle, von 1965 beginnend bis 1972 eine Vermarktungsstation, mit Kühlflächen. Sie gewährleistete, dass ein Teil der Ernteprozesse von den Produktionsflächen unter Dach gebracht werden konnte. Neue Technologien mit Erntewagen und später mit Ernteband konnten eingeführt werden.
Die Kühlflächen ermöglichten zunehmende Unabhängigkeit von den Höhen und Tiefen des Gemüseabsatzes und der Probleme der Gemüseernte am Wochenende.
Schließlich ermöglichten sie die immer bessere Bewältigung der ganzjährigen Versorgung mit Gemüse durch verlustarme Lagerung. Durch die Errichtung der Vermarktungsstation in der Stauchaer Straße in Hof erhielten die Abteilungen II und III ebenfalls Lager- und Vermarktungsmöglichkeiten, die im räumlichen Umfang die der Vermarktungsstation in Gleina übertrafen.
16 Kühlzellen stehen zur Verfügung. In beiden GPG war ein Bewässerungssystem entwickelt worden, welches nach der Bildung der KGP – (Kooperative Gemüseproduktion) durch eine Verbindungsleitung die Vereinigung beider Systeme und damit die Bewässerung fast aller Gemüseflächen ermöglichte.
Unsere Bewässerungsbauer suchten immer neue Möglichkeiten und fanden sie. Dieser Weg wird fortgesetzt.
Die Bildung der Rationalisatoren Gruppe gestattete es, dass 1973 beginnend nach Wegen gesucht wurde, wie die bedeutend größere Arbeit der Bestellung, Pflege, Pflanzung und Ernte zu bewältigen sei.
Der Staatspreis für unser Ernteband und die iga – Diplome für Erntewagen und 5 m Hackrahmen beweisen, dass es uns gelang.
In zunehmendem Masse wird unser Ernteband von allen größeren Gemüseproduzenten der Republik nachgenutzt.
In der zwischen 1973-74 entstandenen Vermarktungsstation II in Hof installierten unsere Rationalisatoren fast die gesamte Sortier- und Vermarktungstechnik. Sie entwickelten Tomatenmaische – und Salzlösse Anlagen. Durch Nachnutzung wurden Maschinen und Geräte gefertigt, so dass sich das Bild ergibt, wie wir es zur Zeit in Hof vorfinden.
Durch die Bildung und entsprechende Ausrüstung der Baugruppe wurden alle baulichen Anlagen der Genossenschaft errichtet, angefangen von den Vermarktungsstationen, über Garagen, Wohnbauten, Transformatoren Stationen, bis hin zu Betonstrassen, Lehrlingswohnheim und Sozialgebäude.
Zur Zeit arbeiten wir daran, dass bald die 50 Dienstwohnung fertiggestellt wird.
(Anmerkung: In der Endstufe 1989 waren über 180 genossenschaftseigene Wohnungen errichtet worden)
Für die drei Produktionsabteilungen konnten bessere Produktionsbedingungen geschaffen werden und ich sage es sehr deutlich noch einmal, es wurde und wird niemand benachteiligt. Es liegt an uns, was wir aus den dargebotenen Möglichkeiten machen.
Damit die 60 Traktoren, Bagger, Raupe und Krane, die 18 Gabelstapler 12 Lkw und 4 multicare, die 180 Hänger und sonstige mobile Technik und Geräte des Gartenbaus ständig betrieben, gepflegt, elektrifiziert und instand gehalten werden können, sind leistungsfähige Werkstätten mit den entsprechenden Maschinen und Geräten entstanden und werden errichtet.
Es war unser Bestreben, die Proportionalität der Entwicklung zu gewährleisten.
Damit alle Mitglieder und die Leitung aktuell informiert werden können und damit der Reproduktionsprozess der Genossenschaft vollständig tag- und wochenfertig abgerechnet werden kann, wurde eine leistungsfähige Verwaltung geschaffen. Ihr ist es mit Hilfe der elektronischen Datenverarbeitung möglich, rationell zu verwalten. Durch den Disponenten werden 2 Vermarktungsstationen und die 10 Lastzüge geleitet und eingesetzt, damit der Absatz geordnet verläuft und die Handelsbetriebe entsprechend unterstützt werden.
Der qualifizierten Organisation der Produktion, einer hohen Acker- und gärtnerischen Pflanzenkultur sowie des immer besseren Pflanzenschutzes widmen wir große Bedeutung.
Durch sinnvolle kultivatorische Maßnahmen war es 20 Jahre lang möglich, die staatlichen Planaufgaben mengenmäßig zu erfüllen. In der artenmäßigen Planerfüllung gab es und gibt es noch Probleme.
In den 20 Jahren und natürlich besonders nun nach 1972 haben sich in einem nicht immer leichten Prozess sozialistische Kollektive gebildet. In diesen Kollektiven wirken Kolleginnen und Kollegen, die durch Fleiß, persönliches Engagement und bewusstes Handeln die Spitze bilden. Ein guter Kern hat sich herausgebildet.
Aber, und das muss deutlich gesagt werden, es gibt auch eine ganze Reihe von Mitgliedern, die noch erhebliche Mühe haben, den Anschluss zu behalten oder überhaupt erst einmal zu finden.
Mit einigen Außenseitern gibt es Schwierigkeiten.
Nicht nur die Gemüseproduktion, sondern auch die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen konnten wir Dank der Unterstützung durch unseren Staat und die Bereitstellung von Baumaterial und allem, was eben dazu gehört, auch Erholungseinrichtungen schaffen.
Sie ermöglichen es, dass alle Mitglieder, die einen Ferienplatz erhalten möchten, ihren Erholungsurlaub in einer genossenschaftseigenen Einrichtung mit ihren Angehörigen antreten können.
Wir arbeiten daran, dass diese Möglichkeiten sich verbessern.
Die guten Produktionsergebnisse ermöglichen es, dass unserem Kulturfonds so viel Mittel zufließen, dass jedes Mitglied die Möglichkeit erhalten konnte, über die Genossenschaftsgruppe DSF die SU zu besuchen
Durch unsere fleißigen Genossenschaftsmitglieder in den Versorgungseinrichtungen der Küchen und Kantinen werden wir täglich mit einem kostenlosen Mittagessen angemessen versorgt.
Seit einigen Jahren erhielten wir durch die staatliche Leitung das Vertrauen, bis zu 80 Lehrlinge zu qualifizierten Gärtnern – Gemüseproduktion auszubilden. Diese verantwortungsvolle Aufgabe zu erfüllen, darum mühen sich 9 Lehrausbilder und Erzieher und Kolleginnen der Dienstleistungsbereiche sowie Lehrfacharbeiter aus den Produktionsabteilungen.
Die Anerkennung als „Staatlich anerkannter Lehrbetrieb“ war die Voraussetzung dazu.
In der Abteilung I in Gleina wird durch ein kleines Kollektiv die Polytechnische Ausbildung durchgeführt. Sie ist ebenso wie die Lehrausbildung eine verantwortungsvolle Aufgabe, da junge Menschen einmal das fortsetzen müssen, was die Gründer der GPG „Sonnenschein“ Staucha und GPG „Jahnatal“ Hof begannen.
Damit wir die anwesenden Gründer kennen lernen, bitte ich sie, sich von den Plätzen zu erheben
Gestatten sie, dass ich ihre Namen noch einmal nenne,
Den bereits Verstorbenen gilt unser Dank ebenfalls
Die GPG „Sonnenschein“ Staucha gründeten:
Margarete Böhme,
Friedrich Böhme,
Ella Böttcher,
Max Böttcher,
Hilma Simke,
Arhtur Thomas,
Ursula Thomas,
Karl-Heinz Thomas,
Erna Tausch,
Paul Tausch,
Horst Thiemt,
Frau Hanisch
Die GPG „Jahnatal Hof “ gründeten:
Ingeborg Altmann,
Rolf Altmann,
Richard Berndt,
Christa Bluhm,
Felix Bluhm,
Maria Bluhm,
Christa Börner,
Gerhard Börner,
Johannes Hesse,
Heinz Pankow,
Marga Reimers,
Friedrich Reimers,
Gottfried Richter,
Karl Richter,
Margarete Schröder,
Paul Schröder
Der Dank gilt nun für die GPG geleistete Arbeit nicht nur den Gründern, sondern allen fleißigen Mitgliedern und Lehrlingen,
Dank wollen wir auch sagen, allen Staatsorganen und Partnern, die mithalfen, dass in 20 Jahren ein Gartenbaubetrieb entstehen konnte der bereit und in der Lage ist, die ihm gestellten Aufgaben in Ehren für unsere DDR zu erfüllen.
Ich erlaube mir nun, den Gründern unserer Genossenschaften eine Urkunde und die Bezugsberechtigung für den Präsent – Korb zu übergeben.
Alle Mitglieder erhalten in den nächsten Tagen zum Mittagessen ein Präsent.
Die Bestimmungen des Alkoholverbotes während der Arbeitszeit werden deshalb nicht aufgehoben.
Was nach der Arbeit geschieht, entscheiden die Leiter mit der sich daraus ergebenden Verantwortung.
Die Freude über die erfolgreich bestandenen 20 Jahre lässt uns zugleich nach vorn blicken. Bitte geben Sie unserer, ihrer Genossenschaft, auch weiterhin durch Fleiß und Einsatzbereitschaft die notwendige Unterstützung, damit auch in den kommenden Jahren unsere Aufgaben erfüllt werden können.
Ihr Beitrag in Ehren hilft mit, den Frieden in der Welt zu erhalten.
Wir brauchen ihn dringend für unsere berufliche Arbeit.
Ich danke ihnen für ihre Aufmerksamkeit und bitte Sie, gemeinsam das Glas auf das Wohl unserer Genossenschaft und auf weitere gute Zusammenarbeit zu erheben“.

Nach 25 Jahren

wird in einer Festschrift folgendes ausgeführt:
Werte Genossenschaftsgärtnerinnen und – gärtner, werte Vertrags- und Geschäftspartner!
Ein Vierteljahrhundert gärtnerische Produktion in unserem Territorium, ist 23 Jahre erfolgreiche Freiland- und Treibgemüseproduktion, sind zweieinhalb Jahrzehnte stabile Partnerbeziehungen zu den VEB-OGS und anderen Volkswirtschaftsbereichen, sind 25 Jahre fleißige Mühen von über 400 Genossenschaftsgärtnerinnen und -gärtnern und in den letzten Jahren von mehr als 80 Lehrlingen, die den Beruf des Gärtners erlernen, zur immer besseren, termin- und qualitätsgerechten Versorgung der Bevölkerung mit Gemüse.
Herzlich danken wir Ihnen für die erfolgreiche Mitarbeit und für die gewährte Unterstützung.
Ein ehrendes Angedenken bewahren wir den Mitbegründern und Mitgliedern , die das 25-jährige Bestehen unserer Genossenschaft nicht miterleben können.
Als am 1.4.1960 12 Gärtnerinnen und Gärtner die GPG“Sonnenschein“Staucha und 10 Gärtnerinnen und Gärtner die GPG“Jahnatal“Hof gründeten, schufen sie Voraussetzungen, dass sich zwei sozialistische Gartenbaubetriebe entwickeln konnten.
Die erfolgreiche Gemüseproduktion im Freiland und unter Glas und Plasten fand Anerkennung durch unseren Staat mit der Auszeichnung als „Staatlich anerkannter Spezialbetrieb für Gemüsebau“ für beide Genossenschaften.
Die gesellschaftliche Weiterentwicklung erforderte ab 1973 die gemeinsame Gemüseproduktion in der kooperativen Gemüseproduktion.
4 Genossenschaften unseres Territoriums delegierten dazu Genossenschaftsgärtnerinnen und -gärtner.
1975 vereinigten sich beide GPG zur GPG“Sonnenschein“Staucha.
Die Gemüseproduktion konnte von 10 kt auf 18…20kt jährlich gesteigert werden.
Für Qualitätsgemüse erhielt unsere Genossenschaft auf der iga in Erfurt Goldmedaillen und für die Entwicklung des in der Republik von über 50 Genossenschaften nachgenutzen Ernteförderbandes den Staatspreis.
Zahlreiche andere Rationalisatioren- und Neuererleistungen unserer Genossenschaft werden in der Volkswirtsvchaft erfolgreich nachgenutzt.
Die konsequente Nutzung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts gestattete es,zunehmend die ökonomische Stabilität der Genossenschaft zu erreichen und mit Eigenmitteln zu produzieren.
Die sozialistischen Produktionsverhältnisse ermöglichten eine Technikausstattung unserer Genossenschaft mit über 60 Traktoren aller Leistungsklassen, von über 150 Anhängern unterscheidlicher Tragfähigkeit sowie der erforderlichen gartenbaulichen Bestell-, Pflege- und Erntetechnik.
Mit 20 LKW und 20 Gabelstaplern werden die Gemüsetransport- und die Flurförderprozesse bewältigt.
In 25 Kühlzellen und einer 3 kt Lagergut fassenden K o h l lagerhalle wird Gemüse für die kontinuierliche Versorgung der Bevölkerung in den Wintermonaten gekühlt und gelagert.
Zweckmäßig eingerichtete Werkstätten für die erforderlichen Dienstleistungsbereiche ermöglichen die Wartung, Pflege, Instandhaltung und Instandsetzung der Gartenbautechnik.
Eine leistungsfähige Baugruppe errichtet sämtliche genossenschaftlichen Bauten.
Mit elektronischen Datenverarbeitungsanalgen wird rationnell abgerechnet und verwaltet zur aktuellen Information aller Mitglieder und der Leitung.
Die Vermarktungsstationen in Gleina und Hof sind Stützpunkte der drei Produktionsabteilungen der Freiland- und Treibtgemüseproduktion und der Jungpflanzenanzucht.
In zwei Küchen und Kantinen werden die Mitglieder und Lehrlinge unserer Genossenschaft, Kindertagesstätten und Schulen versorgt.
An ein Lehrlingswohnheim mit 120 Internatsplätzen schließt sich unser Sportkomplex mit Sporthalle, Kegelbahn und Sauna an.
Gepflegte gastronomische Versorgung der Mitglieder und Bürger unseres Territorium erfolgt in unserer Gaststätte in Hof.
Zur Reproduktion der Arbeitskraft während des Erholungsurlaubs stehen unseren Mitgliedern zahlreiche genossenschaftliche Ferieneinrichtungen in vielen Urlaubsorten unserer Republik zur Verfügung.
In über 100 genossenschaftlichen Dienstwohnungen konnten junge Genossenschaftsmitglieder seßhaft gemacht werden. Über 30 Eigenheimbauer erhielten aktive genossenschaftliche Unterstutzung.
Durch den Fleiß des größten Teils der Mitglieder unserer Genossenschaft gelang es unserem Kollektiv, einen geachteten Platz unter den sozialistischen Gartenbaubetrieben der Republik zu erarbeiten.
Wir erlauben uns, nach 25-jähriger erfolgreicher gärtnerischer Arbeit, allen mit uns zusammenarbeitenden Bürgern, Institutionen und Betrieben für die gewährte sozialistische Hilfe von Herzen zu danken.
Im 35.Jahr des Bestehens unserer Republik erhielten die GPG“Sonnenschein“ Staucha und die LPG P den Auftrag, Vorbereitungen zu treffen, um ab 1.1.1985 in einer gemeinsamen Genossenschaft, der LPG“Sonnenschein“ Staucha zu produzieren.
Unseren Klassenauftrag, für die immer bessere Versorgung der Bevölkerung mit landwirtschaftlich-gärtnerischen Erzeugnissen und die Industrie mit Rohstoffen zu sorgen, werden wir in höherer Qualität in unserer neuen Genossenschaft mit guter genossenschaftlicher Arbeit erfüllen.
Nur im Frieden können wir unserer beruflichen Arbeit nachgehen.
Für die Erhaltung des Friedens sich zu mühen, ist eine edle Aufgabe.
Mit sozialistischem Gruß
LPG“Sonnenschein“Staucha
Verwaltungssitz:7261 Hof
Im Auftrage der GPG“Sonnenschein“Staucha
Thomas, Vorsitzender – Arlt, Vorstandsmitglied

In den Betrachtungen „Nach 25 Jahren“

wird auf eine heftartige Veröffentlichung eines unbekannten Autors unter der Überschrift

„30 Jahre Landwirtschaftliche Produktions – Genossenschaften im Koopertionsbereich Stauchitz“ Bezug genommen.

Sie unterstützt die angesprochenen Gesichtspunkte der landwirtschaftlichen Entwicklung des beschriebenen Gebietes vielfältig. Zugleich berührt sie Aspekte, wie sie sich ab 1984/85 nach der Bildung der gärtnerisch-landwirtschaftlichen Genossenschaft = LPG „Sonnenschein“ Staucha = darstellten.

Das Gebiet der 1985 entstandenen LPG „Sonnenschein“ Staucha umfasste den südwestlichen Teil des Kreises Riesa und den südöstlichen Teil des Kreises Oschatz. Es schloss ein Territorium von
5100 ha davon 4600 ha Ackerfläche
250 ha Grünland
ein.

Landwirtschaftliche Nutzflächen wurden von der Stadtgrenze Riesa ca 15 km in südwestlicher Richtung bewirtschaftet.
4500 ha von der LPG Pflanzenproduktion Stauchitz und
440 ha von der GPG“Sonnenschein Staucha.

Als Tierproduktionsbetriebe waren die
LPG „Neuer Weg“ Staucha Kreis Riesa
LPG „Fortschritt“ Seerhausen Kreis Riesa
LPG „Freundschaft“ Stösitz Kreis Riesa
LPG „Aufbau“ Mautitz Kreis Riesa
LPG „Wilhelm Pieck“ Hof Kreis Oschatz
vertreten.

Die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Nutzfläche und der Ställe erfolgt in 8 Gemeinden mit 30 Orten , Ortsteilen und Siedlungspunkten.

Das Gebiet wird von der Bahnlinie Riesa – Chemnitz durchschnitten.
Die Fernstraßen F6 und B169 kreuzen sich in Seerhausen.

Die Höhen über NN betragen:
bei Pausitz 110 m
bei Steudten 219 m
Die höchste Erhebung des Kreises Riesa-Großenhain, der „Huthübel“, liegt in den Flächen der Genossenschaft.
Das Flüsschen „Jahna“ durchfließt die Produktionsflächen der Genossenschaft und bildet teilweise die charakteristischen Flussauenlandschaften.
Sie sind im Landschaftsschutzgebiet zwischen Stauchitz und Riesa geschützt.
Ansehenswerte Parks befinden sich im Einzugsgebiet der Genossenschaft in
Jahnishausen,
Seerhausen,
Stauchitz und
Staucha
sowie in Hof.

Das Ackerbaugebiet umfasst vorwiegend Böden der NStE (natürliche Standort-Einheit) Lö 4 (Löß) .

Südliche Flächen der Genossenschaft sind nördliche Ausläufer der Lommatzscher Pflege.
Im mittleren Teil befindet sich die weiträumige Jahnatalaue.
D (DILUVIAL)-Standorte auf Endmoränen der Eiszeit sind im Norden des genossenschaftlichen Einzugsgebietes vorhanden.

Die durchschnittliche Ackerzahl beträgt 61.

Gesellschaftliche Entwicklung im Genossenschafts-Bereich

Die gesamte Nutzfläche im Territorium hat eine Größe einschließlich der Kleinstflächen von
ca 5250 ha
Bis 1945 wurden 30% des Landes von 8 Rittergütern (im Durchschnitt 184 ha) bewirtschaftet.
186 Bauern und 19 Gärtner sowie eine große Anzahl Kleinflächenbesitzer nutzten die übrigen Flächen.
Durch die Enteignung der Rittergüter erhielten 219 Neubauern Land.
Eine Anzahl Kleinstbauern konnte durch Flächenzugänge Landwirtschaft hauptberuflich betreiben.
Um 1950 bestanden 424 landwirtschaftliche Betriebe.

Aus dem Neubauernprogramm wurden 93 Neubauernstellen gebaut und 72 durch Um -und Ausbau gewonnen. Baumaterial gewann man aus dem Abriss der Herrenhäuser der Rittergüter.
Zugleich sollten mit dem Abriss die Herrenhäuser als junkerliche Symbole beseitigt werden.

1949 entstanden Maschinen – Ausleih-Stationen (MAS).

Durch staatlich gestützte Tarife war es Bauern möglich, zunehmend Technik einzusetzen.

Im Genossenschafts-Bereich befanden sich Stützpunkte in:
Treben,
Grubnitz,
Groptitz,
Salbitz und
Prausitz
der MAS,(Maschinen-Ausleih-Station), später MTS (Maschinen-Traktoren-Station)
Strehla,
Hof und
Neckanitz.

Saatgut, Dünger, Pflanzenschutzmittel, Kleinmaterial lieferten die VdgB -BHG (Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe-Bäuerliche Handelsgenossenschaft)
Stauchitz,
Seerhausen und
Riesa.

Nachdem in den Vorjahren Drusch -und Arbeitsgemeinschaften bestanden,
gründeten am 20.Juli 1952 7 Mitglieder in Seerhausen die erste LPG im Kreis Riesa.

Im gleichen Jahr folgten:
LPG Salbitz 2.8.52 30 Mitglieder
LPG Staucha 26.8.52 12 Mitglieder
LPG Stauchitz 26.11.52 15 Mitglieder
LPG Ölsitz 1953
LPG Mautitz 1953
LPG Bloßwitz 1953
LPG Stösitz 1955
Entwicklung der Landwirtschaft 1945 bis 1960 im Einzugsgebiet der Genossenschaft
Gemeinde Fläche bis 1945 ha Einzel Gärtner Neu- Betriebe Neubauern Programm erste LPG GPG
einschl. Ritter güter bauern bauern Um-u. LPG ins- ins-
ha Anzahl ha gesamt insgesamt Neubau Ausbau Bildung samt samt
Staucha 1350 1 270 52 5 54 111 17 19 26.8.52 5 1
Stauchitz 175 1 140 2 4 21 27 8 13 20.11.52 1 1
Hof 1350 1 110 58 8 18 84 16 2 2.8.52 9 1
Seerhausen 460 1 260 9 25 34 9 4 20.7.52 5
Oelsitz 450 18 9 27 7 2 1953 4
Stösitz 520 1 240 19 2 21 42 10 10 1955 6
Bloßwitz 425 2 160 12 26 38 13 15 1954 5
Mautitz 530 1 290 16 45 61 13 7 1953 4
insgesamt 5250 8 1470 186 19 219 424 93 72 39 3
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Die zersplitterten Ortslagen und unterschiedlichen Bedingungen führten zu zahlreichen Genossenschaften.
Es waren Genossenschaften der Typen I und III.
An anderer Stelle sind deren Charakteristiken beschrieben.
Bis 1960 entstanden insgesamt
39 LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften) und
3 GPG ( Gärtnerische Produktionsgenossenschaften).
Am 1.April 1960, mit der politischen Lüge der Freiwilligkeit, war der so genannte freiwillige Übergang der Einzelbauern zu LPG, der Einzelgärtner zu GPG und einer LPG abgeschlossen.

1963 erhielten die LPG von den MTS (Maschinen – Traktoren – Stationen) die Technik.

Im Zeitraum von 1969 – 1972 erfolgten Zusammenschlüsse der LPG Typ I zu größeren Genossenschaften des Typ III und in Staucha teilweise zur GPG.
Die in den LPG Typ I wirkenden Bauern zeichneten sich aus durch individuelle Viehwirtschaft und gemeinsamen Ackerbau.
Bäuerliche Intelligenz, Leistungsvermögen und -bereitschaft führten in der Regel zu gediegenem Wohlstand.
Mit dem Übergang von Typ I-Bauern zur LPG Typ III wurde die letzte Möglichkeit individueller bäuerlicher Wirtschaft, die bis dahin in dieser Organisationsform, wenn auch eingeschränkt, bestand, ausgelöscht.

Für die Landwirtschaft zunehmend verfügbare großflächige Bestell- Pflege – und Erntetechnik, gestatte den Einsatz zeitweiliger oder ständiger Maschinen-Komplexe.
1969 wurde der Mähdruschkomplex E 512 und die Strohernte im gesamten Einzugsgebiet der Genossenschaft eingesetzt.

Bauabteilungen mehrerer Genossenschaften bildeten ZBO(Zwischenbetriebliche Bauorganisationen).

Bis 1.1.1973 entstanden die LPG Tierproduktion.
Sie wirtschafteten bis zur Wende.

1973 wurden die juristisch fragwürdigen KAP ( Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion) und KGP (Kooperative Gemüseproduktion)gebildet.
Aus den bestehenden LPG mussten in diese juristisch unselbständigen Einrichtungen Anbauflächen, Maschinen und Geräte und Mitglieder delegiert werden.
Die Delegierten blieben Mitglied ihrer Ursprungsgenossenschaft.
Vorbild für diese Entwicklung waren in anderen Ostblockstaaten großflächige Agrargebilde.
Sie führten in Bulgarien dazu, dass ein Exportland für Gemüse zu einem Importland für landwirtschaftliche Erzeugnisse mit Mangelerscheinungen wurde.
In der DDR begann man, so genannte Agrar – Industrie – Vereinigungen zu bilden.
In ihnen arbeiteten in einem Betrieb die Bauern ganzer Kreise zusammen.
Mit diesen wahnwitzigen Vorhaben wurden die Bauern zunehmend von ihrer Scholle entwurzelt.
Industriearbeiter – ähnliche Verhaltens -und Arbeitsweisen entstanden.
Ergebnis:
Unüberschaubarkeit,
das Genossenschaftsgeschehen für die Mitglieder wurde unübersichtlich und erzeugte Gleichgültigkeit,
zu große Transportwege entstanden zur Versorgung der Tiere und von und zur Arbeit,
starke Abhängigkeit,
durch Kredite vom Staat und andere negative Faktoren waren die Folgen.
Der Weg zu Volkseigenen Gütern und damit zu Staatsbetrieben war nicht mehr fern.

Aus der GPG „Sonnenschein“ Staucha und der GPG „Jahnatal“ Hof bildete sich die so genannte KGP(Kooperative Gemüseproduktion).
In der daraus entstandenen GPG „Sonnenschein“ Staucha waren 440 ha Gemüseanbauflächen konzentriert.
Von den Orten
Salbitz im Kreis Oschatz bis
Dobernitz – Pößig – Gleina – Staucha im Kreis Riesa,
entstand ein relativ geschlossenes Gemüseanbaugebiet.
In ihm wurden zwei leistungsfähige Annahme – ,Verarbeitungs -, Versandstationen (Vermarktungsstationen) errichtet.
Kurze Transportwege sicherten kostengünstige Gemüseerzeugung.
Bewässerungsanlagen auf fast allen Gemüseanbaufeldern sicherten Gemüse hoher Qualität und vor allem Blumenkohlanbau auf bis 350 ha Erntefläche.
Von den Pflanzenproduzenten mussten zur Vermeidung von Bodenerkrankungen Austauschflächen zum Anbau von Kreuzblütlerkulturen, Kopfkohl, zur Verfügung gestellt werden. Die Verhandlungen dazu waren erschwert, sie wurden bewusst verzögert und, obwohl von den Gärtnern Entschädigungen vereinbart wurden, hintertrieben. Man kann davon ausgehen, dass die staatliche Leitung als eine der Ursachen diesem Treiben mit der Zusammenführung der GPG mit der LPG Pflanzenproduktion zur LPG „Sonnenschein“ Staucha ein Ende bereitete. Dass die Leiter der Pflanzenproduktion sich damit ein Bein stellten, vermuteten sie offensichtlich nicht.
Die in den Gemüseabteilungen der LPG arbeitenden Genossenschaftsbäuerinnen- und bauern wurden dazu in die KGP delegiert.
Sie konnten als Genossenschaftsgärtnerinnen – und gärtner in der Folge in die GPG „Sonnenschein“ Staucha integriert werden.
Ein für den Außenstehenden sehr zweifelhafter Rechtsstatus entstand mit der Bildung der KGP.
Er wurde durch die Integration in die GPG „Sonnenschein“ behoben.

Mit der Bildung des ACZ – Lommatzsch ( Agrochemisches Zentrum) konnten wesentliche Aufgaben
der Düngung,
des Pflanzenschutzes und
des Transports
von dieser Einrichtung durchgeführt werden.
Betrachtet man die Entwicklungsstufen,
LPG, KAP, LPG P, ZBO, ACZ,
so lässt sich im Idealfall ein arbeitsteiliger Werdegang erkennen.
Bürokratische Hemmnisse, Mangelerscheinungen in der Ausrüstung, Unbeweglichkeit führten jedoch dazu, dass Genossenschaften übergingen, ein autarkes System zu pflegen und zu entwickeln.
„Do it yourself“
half einen Teil der Schwierigkeiten zu beheben.
Nicht genügende Ausrüstung der ACZ verursachte Schwierigkeiten bei der Einhaltung der agrotechnisch günstigen Termine. Während der Zwischenräume zwischen Aussaat, Pflege, Ernte, Herbstbestellung entstanden Auslastungsprobleme. Schwierigkeiten mussten bewältigt werden, die nur sinnvoll in einem Betrieb unter einer Leitung rationell zu bewältigen gewesen wären.

Entwicklung der LPG P (Pflanzenproduktion) und der Übergang 1984/85 zur LPG „Sonnenschein“ Staucha. Am 1.Januar 1973 bildete sich die KAP (Kooperative Pflanzenproduktion). Bestehende Genossenschaften mussten die Anbauflächen und die dafür wirkenden Genossenschaftsbäuerinnen – und bauern delegieren. Es entstand ein zweifelhafter Rechtsstatus. Die KAP (Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion)konnten nicht den Status der juristischen Person erhalten. Erst nach Bildung der späteren LPG P (Pflanzenproduktion) wurde das juristische Wirrwarr beendet. Aufgabe war, Pflanzenproduktion konzentriert und effektiv zu gestalten. Nahrungsgüter für die Marktproduktion, Rohstoffe waren zu produzieren und die als Partner entstandenen Genossenschaften der Tierproduktion sollten effektiv mit Grob- und Konzentratfutter versorgt werden. Am 3.Februar 1977 entstand die LPG Pflanzenproduktion.
Es bestand folgendes Anbauverhältnis: Mengenangabe in ha (Hektar)
Getreide Rüben Kartoffeln Mohn Gemüse und Tabak Mais Feldgras Zentralstelle Sortenversuche Ackerfläche Günland Sonstige LN Landwirtschaftliche Nutzfläche
2520 440 125 50 50 380 100 12 4177 240 86 4511
Für die Tierproduktionsgenossenschaften waren 5200 fGV ( futterverzehrende Großvieheinheiten), darunter 3800 RGV (rauhfutterverzehrende Großvieheinheiten)sowie 432 Kühe in der Milchviehanlage MVA Prausitz und 360 Schweinemastplätze in der Schweinemastanlage SMA Lonnewitz zu versorgen.
Eine Hauptfruchtfutterfläche von 0,32 ha/RGV stand zur Verfügung.
Der Arbeitskräftebesatz sank nach der Bildung der Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion um 10 %. Um die gleiche Höhe steigerte sich das Bruttoprodukt.
Effektivere Technik konnte nach der Bildung der Kooperativen Pflanzenproduktion eingesetzt werden:
Zuckerrübentechnik KS 6, ORCS 4
Feldhäcksler E 280 6
Mähdrescher E516 5
andere Komplexe wurden ergänzt
Mähdrescher E 512 8
Russischer Großtraktor K 700 4
Schwadmäher E301 3
Zur Sicherung der Winterfütterung wurden 20000 cbm fester Siloraum geschaffen. Mit Hilfe des Leiters der Landwirtschaftsschule in Riesa, Herrn Rudolf Schneider, gelang es zunehmend wissenschaftliche Methoden der Silagebereitung anzuwenden. Zur Verdichtung der Silomasse entwickelte, auf Ausstellungen ausgezeichnete und republikweit angewandte Vibrationswalze wurde eingesetzt. Mit Hilfe eines von Herrn Schneider entwickelten Silodichtemessverfahrens konnte die exakte Massefeststellung und Qualität des Lagergutes erfolgen.
Stand der Produktionsmittel 1982 im beschriebenen Gebiet:
LPG / GPG Vieh bestände Besatz an Traktoren Brutto Brutto
Rinder davon Schweine davon Schafe K 700 ZT MTS RS 09 LKW Krane wert d. produkt
Kühe Sauen utos Geräteträger Grundmittel
Mill.Mark / DDR Mill.Mark / DDR
Staucha 1100 665 4400 420 735 – 1 3 4 1 1 9,7 7,4
Hof 1615 700 2210 100 900 – 3 3 4 2 2 9,3 5,5
Seerhausen 1095 70 2420 170 – – – 3 2 – 1 4,3 <3,1/td>
Stösitz 1200 522 850 190 500 – 1 2 2 – 1 6,4 <3,7/td>
Mautitz 385 131 460 – 485 – 1 1 1 – – 2,5 1,2
Milchviehanlage Prausitz 432 432
Tierproduktion 5827 2520 10340 880 2620 – 5 11 13 3 5 32,2 20,9
LPG Pflanzenproduktion 4 29 28 4 24 10 17,6 12,0
GPG Gärtnerische Produktionsgenossenschaft 1 12 36 12 10 7 30 17,5
insgesamt 5827 2520 10340 880 2620 5 46 75 29 15 22 79,8 50,4
Von der staatlichen Leitung verfügte Zusammenführung der GPG „Sonnenschein“ Staucha und der LPG Pflanzenproduktion Stauchitz zur LPG „Sonnenschein“ Staucha
1984 erhielt der parteilose Vorsitzende der GPG „Sonnenschein“ Staucha den Auftrag, in Personalunion die GPG „Sonnenschein“ Staucha und die LPG Pflanzenproduktion Stauchitz zu leiten.
Vorausgegangen waren Zusammenkünfte mit staatlichen Leitungsorganen des Kreises Riesa und Leitungsorganen des Bezirkes Dresden. Voraussetzung dazu waren die ökonomische Stabilität der GPG und das entwickelte edv -gestützte Leitungs- und Abrechnungssystem. Die wütende Verleumdungskampagne aus den Reihen der Pflanzenproduzenten, in der Leiter der GPG denunziert wurden, blieb ohne Wirkung.
An anderer Stelle wird auf die Besonderheiten, die zu dieser erstaunlichen Entwicklung führte, eingegangen. Zur LPG-Vollversammlung am 5.7.1984 trug der in Personalunion zwei Genossenschaften leitende Vorsitzende den zugearbeiteten Rechenschaftsbericht vor. Er führte aus:
„Werte Genossenschaftsbäuerinnen und -bauern, werte Kolleginnen und Kollegen, werte Gäste!
Im Namen des Vorstandes begrüße ich Sie recht herzlich zu unserer Halbjahresversammlung. Allen Genossenschaftsmitgliedern, die fleißig in diesem ersten Halbjahr 1984 am Genossenschaftsgeschehen mitarbeiteten, möchte ich für die bisher geleistete Arbeit den besten Dank aussprechen.
Besonderen Dank möchte ich all´ den Kolleginnen und Kollegen sagen, die unermüdlich wochentags, sonnabends und sonntags und an den Feiertagen dafür sorgten, dass wir den Verpflichtungen gegenüber unseren Vertragspartnern, den Tierproduktionen, zufriedenstellend nachkommen konnten. Diese Tatsache trug dazu bei, vertauensbildende Verhältnisse im Kooperationsbereich spürbar werden zu lassen und auch innerhalb der Genossenschaft in zunehmendem Masse die Einsicht in die Notwendigkeit der neuen Lage zu festigen.

Im 35.Jahr des Bestehens unserer Republik, in dem wir auf eine beeindruckende Entwicklung unseres Staates und unseres Wirtschaftszweiges, der sozialistischen Landwirtschaft, zurückblicken können, erhielten wir Genossenschaftsbäuerinnen- und bauern und Genossenschaftsgärtnerinnen – und gärtner der GPG und der LPG den ehrenvollen Auftrag, ab 1985 in einer gemeinsamen Genossenschaft zu produzieren.

Wir sollten uns darüber einig sein, dass dieses gesellschaftliche Erfordernis an uns hohe Ansprüche stellt, in gemeinsamer fleißiger Arbeit gute genossenschaftliche Arbeit zu leisten.

Daraus leiten sich die Voraussetzungen ab, um auch die persönlichen Bedürfnisse, wie wir sie in der neuen Betriebsordnung, nach der Beschlussfassung verbindlich für alle festlegten, immer besser befriedigen zu können. (In der Befriedigung der persönlichen Bedürfnisse ist die Vergütung des Mitgliedes inbegriffen) Vor wenigen Wochen, zu Pfingsten, sprach unser Staatsratsvorsitzender Erich Honecker zu den versammelten Mitgliedern der Freien Deutschen Jugend.

Der Haupttenor des Jugendtreffens war: „Wir wollen Frieden!“
Gestatten sie mir bitte, dass ich einige Passagen seiner Eröffnungsrede zitiere, weil sie in übertragenem Sinne an uns gerichtet sein könnten und weil sie von niemandem besser ausgedrückt, die Sorgen um die Erhaltung des Friedens verdeutlichen.

Wir können dieser Aussage vollinhaltlich zustimmen, weil für unsere Arbeit Frieden unabdingbare Voraussetzung ist.“ Das nun folgende Zitat vermeide ich, darzulegen. Intern bezeichneten wir das Folgende als so genannte „Rote Ouvertüre“. Es enthielt Beschuldigungen der USA, der NATO und der BRD durch Hochrüstung eine gefährliche, friedensgefährdete Situation geschaffen zu haben. Die Ostblockstaaten dagegen seien Garanten des Friedens- Der Vorsitzende fuhr fort:

„Für unsere friedliche Arbeit ist die Verwirklichung des Gesagten Voraussetzung. Unsere Aufgabe muss es sein, durch hohe Leistungen in der Pflanzen- und Gemüseproduktion, den uns gemäßen Betrag zu Stärkung unserer Republik zu leisten.

In der Vollversammlung im März dieses Jahres erteilten sie mir den Auftrag, als Vorsitzender unserer Genossenschaft den Vorstand und die Geschicke der Genossenschaft zu leiten.
Welche Ergebnisse konnten in Erfüllung dieser Aufgabe erreicht werden?
Zur Schaffung der Voraussetzungen für die gemeinsame LPG „Sonnenschein“ Staucha ab 1985 erhielt die gebildete Arbeitsgruppe die Aufgaben:

1. Das erreichte Vergütungsniveau in beiden Genossenschaften zu vergleichen und die Einstufung in die neue Vergütungsordnung vorzubereiten.
Dabei musste berücksichtigt werden, dass das Vergütungsniveau der LPG P die Grundlage bildet. Niemand soll weniger Vergütung erhalten als bisher.

Höhere Vergütung kann erarbeitet werden, durch hohe Beteiligung an der genossenschaftlichen Arbeit.
Dieser Grundsatz gilt für alle Mitglieder.
Durch hohe Produktionsleistungen werden wir die Voraussetzungen schafften, um gegenüber der staatlichen Leitung das Verhältnis Vergütung: Arbeitsproduktivität nachzuweisen.

2. Eine Leitungs- und Organisationsstruktur zu entwickeln

3. Bis zur Halbjahresversammlung mit dem größten Teil der Mitglieder der LPG P Arbeits- und mit den Leitern Funktionsverträge abzuschließen.

4. Eine Betriebsordnung zu konzipieren und die Diskussion darüber bis zur Halbjahresversammlung nach Möglichkeit abzuschließen.
5. zu definieren, in welchen Kollektiven, an welchen Orten, in welchen Werkstätten und in der Verwaltung in welchen Zimmern ab 1985 gearbeitet werden soll.
6. Den Leitern die Verantwortungsbereiche darzulegen und nach Möglichkeit bereits zuzuordnen.
7.Voraussetzungen zu schaffen, damit am 1.1.1985 die Pflanzenproduktion und Futterwirtschaft über die EDVA erfasst und abgerechnet werden können.
8. Einen Kontenrahmen zu entwickeln, der sämtliche Belange des Produktions- und Reproduktionsprozesses berücksichtigt.
9.Für die gemeinsame Planung, die notwendigen Daten bereitzustellen und perspektivische Gesichtspunkte, besonders für die Bewässerung, zu erarbeiten.
10. Vor allem die laufende Produktion, die Frühjahrsbestellung, die Futterversorgung der Tierproduzenten, die Futterernte der Winterzwischenfrüchte, die Rübenpflege so zu organisieren, damit unsere Genossenschaft einen angemessenen Platz in der Bewertungsgruppe und im Kreis erreichen kann. Verständlich ist, dass der laufenden Produktion größte Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
In agrotechnisch günstiger Zeit wurde das Sommergetreide ausgesät und auf hohe Qualität der Bestellung geachtet.
-Während der Frühjahrsbestellung gingen wir dazu über, den Schichtwechsel auf den Produktionsflächen zu organisieren. Dem Gesetz der Ökonomie der Zeit konnten wir dadurch besser gerecht werden. Dieselkraftstoff wurde eingespart und die Zuckerrüben gelangten in 8 Tagen qualitätsgerecht in den Boden.
Durch die Übernahme der Pflanzkartoffeln in Großkisten konnte das Befüllen der Pflanzmaschinen effektiver gestaltet werden und das Auspflanzen wurde termingerecht abgeschlossen. Während dieser Periode der Frühjahrsbestellung konnten wir in der Einhaltung der agrotechnisch günstigen Termine eine gute Position innerhalb des Kreises erarbeiten.
Ich möchte mich bei allen Kolleginnen und Kollegen der Abteilungen 12 und 22 und bei den Leitern dafür bedanken, dass sie mit Einsatzbereitschaft dazu beitrugen, diesen guten Stand zu erreichen.
Die Dienstleistungsbereiche, die Werkstätten, trugen das Ihre für das Erreichte bei. Optimistisch stimmte mich dieser Stand deshalb, weil wir mit noch geringem Technikzulauf gute genossenschaftliche Leistungen erreichen konnten. Ich bin überzeugt davon, dass wir in künftigen Abrechnungszeiträumen mit vervollständigter Technik noch weitere, bessere Leistungen ermöglichen können.
Entscheident ist, dass unsere Schlagkraft für die einzelnen Kampagnen erhöht wird. Damit wird es uns gelingen, Ergebnisse zu erzielen, die zu einer Leistungssteigerung, zu höheren Erträgen, führen.
An der guten Einstellung zu den genossenschaftlichen Produktionserfordernissen der Dienstleistungsbereiche, dazu gehören die Werkstätten, die Verwaltung und Leitung wird es liegen, dass alle Vorhaben harmonisch und planmäßig ablaufen können.
Im Kooperationsrat schufen wir eine Arbeitsatmosphäre, in der es sich besser als bisher mit den LPG Tierproduktion arbeiten lässt.
Eingeleitete Maßnahmen trugen dazu bei, dass ein gutes Vertrauensverhältnis entstehen konnte. Eine wesentliche Voraussetzung für eine Leistungssteigerung in gemeinsamer Verantwortung.
Von den Regelungen der Stroh- und Stalldungbereitstellung und -abrechnung erwarten wir, dass mehr und bessere Qualität von Stalldung zur Humusversorgung unserer Böden künftig bereit steht.
Für Qualitätsstapelung erhalten die Tierpfleger Prämien.
Die Abrechnung konnte mit dieser Maßnahme vereinfacht werden.
Die termin- und qualitätsgerechte Futterversorgung soll dazu beitragen, dass in der Tierproduktion höherer Leistungen möglich werden.
Letztendlich wird die Kooperation Stauchitz durch einen möglichen Konzentrationsprozess in der Tierproduktion zu einem Leistungsanstieg beitragen.
Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten.

Das Rübenverhacken konnten wir in einer guten Leistung aller Mitglieder unserer Genossenschaft und der Bürger, die Rübenteile übernahmen, bewältigen.
Ich bedanke mich für diese gute Bereitschaft.

Sorgen bereiteten mir die Pflegearbeiten und die Futterernte, die durch die schlechten Witterungsverhältnisse beeinträchtigt wurden.
In dieser Periode haben wir leider wieder Boden verloren, den wir, wie ich darstellte, vorher gewonnen hatten.

Anfang Juni lieferten wir dem Trockenwerk Ostrau 109 t Rohbraunkohle von der GPG, damit das Futtertrocknen für uns ermöglicht wurde. In meinen ersten Ausführungen vor dem Kollektiv der LPG-Pflanzenproduktion Stauchitz sagte ich, dass die Futterproduktion so zu entwickeln sei, dass auch die anfallenden Abprodukte aus der Gemüseproduktion besser als bisher in den Futtergewinnungsprozess zu integrieren seien. Damit könnten den Tierproduzenten Möglichkeiten zu einer wesentlichen Erhöhung ihrer Produktion geschaffen werden.
Für die Silierung der Biomasse aus den Rückständen von Kopfkohl wurde mit Hilfe des Kollegen Schneider ein Spezialsilo erworben, welches in diesem Jahr noch beschickt werden wird.
Aus Gemüseabfällen, mit Zuschlagstoffen, Kartoffeln usw. versehen, kann ein energiereiches Futter entstehen.
Wir hoffen, mit dem Einsatz von Abfallförderbändern aus dem Bergbau, die Abdeckung der Silos zunehmend zu rationalisieren und so zu stabilisieren, damit die Verluste bei der Silierung abgebaut werden können.
In dem Masse wie uns Technik zur Strohbergung, zur Futtergewinnung bereit gestellt wird, wollen wir schlagkräftig das Stroh bergen und die Sommerzwischenfrüchte in den Boden bringen. Akzeptable Erträge für die Futterversorgung oder die Humusanreicherung werden damit möglich.
Das Futter wollen wir künftig dann ernten, bergen, silieren oder zu Heu werben, wenn es qualitätsmäßig höchste Ergebnisse verspricht.
Einem Problem stehen wir dabei gegenüber. Zur Futtertrocknung und Pelletierung sind wir auf die Gnade oder Ungnade der Trockeneinrichtungen in Ostrau oder Oschatz angewiesen.
Ich sagte es bereits, dass wir dem Ostrauer Trockenwerk aus GPG -Beständen 109 t Rohkohle lieferten. Zugleich wird daraus die schwierige Energiesituation sichtbar.
Diese Abhängigkeit von den Trockenwerken beeinflusst unsere Futtergewinnung, da wir nicht dann ernten können, wenn das Futter qualitätsgerecht ansteht, sondern wenn wir liefern dürfen.
Ich richtete deshalb in der letzten Tagung des Rates für Landwirtschaft die Bitte an die staatliche Leitung, uns bei der Errichtung einer Trockenanlage im Territorium behilflich zu sein.
Die Strehlaer und Prausitzer Kollegen unterstützen diese Bitte.
Energiesparend könnten wir dann produzieren und Futter qualitätsgerecht bereitstellen. Der Eigenversorgung im Territorium kämen wir einen guten Schritt näher.
Unsere Bemühungen um mehr Futter beinhaltet die Belieferung für die Tierbestände zu einer Erfüllung und ausgewogenen Übererfüllung der staatlichen Planaufgaben.
Dem kameradschaftlichen Klima im Kooperationsrat messe ich besondere Bedeutung bei, da es für das gesamte Territorium gedeihlich sein kann und muss.
Von der Bildung eines leistungsfähigen gemeinsamen Fonds hängt das Wohl und Wehe des Kooperationsbereiches ab.
Ausgewogene Investitionen, wie sie für die vorher genannten Maßnahmen und für die von uns zu planenden Bauten notwendig sind, müssen mithelfen, nicht nur für die Tierproduzenten bessere Bedingungen zu schaffen. Gelingt es uns, z.B. in Stösitz mitzuwirken, kann die Stroh- und Heubelieferung, wie sie z.B. in Raitzen möglich ist, rationalisiert und damit wesentlich effektiver gestaltet werden.
Wenn eben nicht mehr 6, sondern nur noch 3 Empfänger zu beliefern sind, lässt sich eine rationellere Arbeitsweise absehen. Die schwere körperliche Arbeit bei der Stroh- und Heubergung, vor allem bei der Beschickung der Bergeräume, könnte dann abgebaut werden.
Der Konzentrationsprozess in der Tierproduktion lässt ebenfalls absehbare Steigerungen in der Arbeitsproduktivität zu und das nicht nur für die Tierproduktion. Wenn z.B. in Salbitz im Bullenstall 2 Tierpfleger ebenso viele Tiere betreuen, wie in anderen Genossenschaften 15 Tierpfleger, lässt sich erkennen, dass damit nicht nur weniger Ställe zu beliefern sind, sondern die Arbeitsproduktivität um ein Vielfaches ansteigen kann.
Ich bin sicher, dass eine Zusammmenarbei nach dem Prinzipien der sozialistischen Gemeinschaftsarbeit im Kooperationsrat dazu beitragen wird, das Vorteile für alle Partner entstehen.
Wenn es auch zunächst so aussieht, dass die grösseren Vorteile auf der Seite der Tierproduzenten zu suchen seien, ist der ökonomische Effekt auf jeden Fall auch auf der Seite der Pflanzenproduktion.
In absehbarer Zeit hoffe ich, diesen Beweis anzutreten. Dazu ist allerdings erforderlich, dass der Umdenkprozess bei einigen Leitern raschere Fortschritte macht, als das bisher sichtbar wird.
Die passive Resistenz, gewollt oder ungewollt, gilt es abzubauen, damit in der Frage der Zusammenarbeit mit der Tierproduktion ein gedeihlicheres Arbeitsklima entsteht.
Eine vernünftige Kompromissbereitschaft, indem ich auch einmal einen Schritt zurückgehen muss, um 2 Schritte voranschreiten zu können, muss dem hartnäckigen Wirtschaftskrieg gegeneinander weichen.
Dabei möchte ich Kompromissbereitschaft so verstanden wissen, dass von allen beteiligten Partnern Bereitschaft dazu besteht oder sie erreicht werden muss.
Ich sehe zum Beispiel in der Tatsache, dass in Salbitz ein Stall von Güllehaltung auf Strohhaltung umgestellt werden soll, einen Beweis dafür, dass bei vernünftigem Herangehen für beide Partner eine Lösung zum gegenseitigen Vorteil möglich sein wird.
In diesem Zusammenhang möchte ich bemerken, dass dem Zustand der Stalldunglagerstätten besondere Beachtung zu schenken ist. Wenn unsere Krane bei der Stalldungaufnahme auch Steine dem Stalldung beimischen, weil die Lagerstätten so etwas hergeben, ist es nicht verwunderlich, wenn unsere Stalldungstreuer ständig ausfallen. Ich musste deshalb einige Betonierungsarbeiten sofort ausführen lassen.
Mancher wird jetzt denken, na ja, jetzt zählt er so paar Kleinigkeiten auf.
Dazu muss ich bemerken, dass viele Mosaiksteinchen am Ende ein Ganzes ergeben.
Als ich die Aufgaben der Arbeitsgruppe GPG/LPG fixierte, sagte ich, unter 9., dass perspektivische Gesichtspunkte vor allem für die Bewässerung zu erarbeiten seien.
Zur Bewältigung dieses Problems begrüßen wir die Aktivitäten des Bewässerungsstabes des Kreises Riesa und des Bezirkes Dresden, die durch die Direktive der SED und der Regierung der DDR zur Bewässerung alles unternehmen, um die Ertragsstabilisierung auch unter Extrembedingungen zu verbessern. Die beiden letzten Trockenjahre lieferten den Beweis dafür, dass höhere Anstrengungen als bisher notwendig sind.
Von unserer Arbeitsgruppe wurden am 30.3.1984 an den Bewässerungsstab auf dessen Anregung hin ein Bewässerungsprogramm eingereicht.
Nach unserem jetzigen Erkenntnisstand decken sich diese Vorstellung zum Teil mit dem bisher geplanten und mit Meliorationsmaßnamen durch die staatliche Leitung.
Die GPG nutzte bisher zur Beregnung Wasser aus Tiefbrunnen. Dieses Wasserdargebot reichte jedoch nicht aus, um das erforderliche Beregnungswasser, bei voller Beregnungsleistung sind bis 800 qbm Stunde Beregnungswasser notwendig, bereitzustellen.
Die fließende Welle der Jahna wurde mitgenutzt. Der Verschmutzungsgrad der Jahns ist derart, dass das Jahnawasser aus hygienischen Gründen nicht mehr oder nur noch zur Vorwegberegnung und zur Beregnung von Futterflächen einsetzbar ist.
Unsere Überlegungen gehen deshalb dahin, das Wasser der Jahnazuflüsse, deren Verschmutzungsgrad in den hygienischen Grenzen liegt, zu speichern und daraus die Bewässerungswassermenge bereitzustellen.
1984 wurde am Burgsberg, zwischen Stauchitz und Hof, eine Brunnenkaskade abgeteuft, so dass die uns genehmigte Wassermenge daraus entnommen werden kann. Das Wasser aus den Tiefbrunnen wird aus zwölf Tiefbrunnen so genutzt, dass je nach dem Bedarf die einzelnen Brunnen zur Wassergewinnung zu- oder abgeschaltet werden können. In der Scheune Rendler sind dazu die entsprechenden Einrichtungen installiert.
Die schwere Technik der GPG rekonstruierte im vergangenen Winter den Wasserspeicher im Schieritztal an der Alten Poststrasse. Eine ansehnliche Anlage ist dort entstanden. Das Wasser aus den zutagetretenen Quellen und einem Tiefbrunnen wird genutzt.
In ähnlicher Weise, nur mit wesentlich höherer Aufnahmefähigkeit, entsteht westlich Hahnefeld ein Speicherbecken.
Hier entsteht mit hoher Eigenleistung und mit Hilfe der Melioration Oschatz ein Speicherbecken. Der Raum Blosswitz, Reppen, Raitzen, Haage, Hof wird davon mit Wasser versorgt.
Die anfallenden Torfmassen werden zur Bodenverbesserung von Flächen im Nahbereich und zur Verfüllung der Trebschen Hohle und der Cutten genutzt.
Am 8.6.1984 tagte der Bewässerungsstab des Kreises Riesa und des Bezirkes. Die notwendigen Maßnahmen wurden eingeleitet. Wir erwarten die Genehmigungen dazu.
Zur Zeit unterstützt die staatliche Leitung Stauanlagen. Wir sind also gut beraten, wenn wir Initiativen ergreifen.
Als weitere Maßnahmen sind angedacht, zwischen Seerhausen und Kalbitz einen Wasserspeicher zu errichten. Im Zusammenhang mit der Errichtung des Stützpunktes Seerhausen der Abteilung 22, werden die Vorbereitungen dazu getroffen. Mit einer ungenutzten Trafostation der Tierproduktion in Seerhausen wollen wir das schwierige Energieproblem linkselbisch lösen.
Die Bewässerungskonzeption reicht bis in die Neunziger Jahre hinein.
Auf dem Schwarzacker in Ölsitz und Weida soll das dort anfallende Wasser, was zur Zeit verrohrt abgeführt wird, genutzt werden.
Südlich von Stösitz/Plotitz soll der im Schieritztal befindliche Wasserspeicher auf der anderen Seite der Alten Poststrasse erweitert werden. Ein Staudamm ist dazu erforderlich.
Als weitere Maßnahmen sind vorgesehen, das in Steudten anfallende Wasser mit einem Staudamm an geeigneter Stelle zwischen zwei Höhenzügen zu stauen und für Beregnungszwecke zu nutzen.
Südlich von Staucha entsteht, von der Wasserwirtschaft errichtet, ein Speicherbecken als Hochwasserschutzmassnahme für Staucha, Wilschwitz, Dösitz, Stauchitz. Dort werden wir Mitnutzung vereinbaren. Drucklos kann Wasser in den Speicher am Schieritztal gelangen. Von dort wird es über die Pumpstationen Kreuzweg, Trebsche-Hohle zur Bewässerung des Marienhöhe-Plateaus genutzt.
Schliesslich soll im Stauchaer-Park eine Rückhaltemöglichkeit entstehen, um die Überschwemmungsgefahr für das Rittergut, die Schul -und Riesaer Strasse in Staucha zu begrenzen. Eine Möglichkeit der Minderung von Überschwemmungsgefahren in Staucha besteht darin, einen Damm von der Marienhöhe in nördlicher Richtung bis in Höhe der Trebschen -Hohle zu errichten und von da aus verrohrt in das Rohrsystem in den Cutten einzubinden. Alle diese Maßnahmen werden mithelfen, dass nicht nur die Gemüseflächen, sondern auch die Futterflächen beregnet werden können. Eine stabilere Futterversorgung kann damit gesichert werden.
Diese Vorhaben werden der ganzen Kraft unserer Genossenschaft bedürfen. Sie werden vom Staat unterstützt, wofür wir im Interesse einer steigenden Gemüse- und Pflanzenproduktion dankbar sein sollten.
Allen an der Konzipierung, Vorbereitung und schließlich Durchführung arbeitenden Kolleginnen und Kollegen danke ich und bitte sie mit Energie und Einsatzbereitschaft weiter zu wirken.
Vor uns liegt ein wesentlicher Abschnitt, die Getreideernte.
Ich bitte die Verantwortlichen, dass sie die Vorbereitungen dazu gewissenhaft führen. Die Kollektive, die mit den Mähdreschern, der Räum- und Transporttechnik in der Getreideernte arbeiten werden, bitte ich, dass sie jede sich bietende Möglichkeit nutzen, dass die Halmfrüchte zufriedenstellend eingebracht werden können.
Die Witterungsbedingungen dieses Jahres, man sagt ja, – Schaltjahr- Kaltjahr-, sind nicht für alle Kulturen günstig. Mit welchen Witterungskapriolen wir noch rechnen müssen, ist nicht abzusehen.
Die Gemüseproduktion haben die Fröste im April schwer getroffen.
So ein beängstigend schlechtes erstes Halbjahr war hier noch nicht zu verzeichnen.
Futterernte in der Pflanzenproduktion ist dagegen ergiebig.
Ich schätze ein, dass wir gute Silobestände bilden konnten und können.
Nach dem mir vorliegenden Ergebnissen konnte bis Ende Juni folgendes finanzielles Ergebnis erreicht werden:
Kosten und Erlöse verliefen planmäßig, so dass wir feststellen können, dass sich das ökonomische Ergebnis des ersten Halbjahres 1984 als befriedigend darstellen lässt. Die Investmittel des Jahresplanes 1984 sind im wesentlichen aufgebraucht.
Durch die Tatsache, dass wir die Errichtung und Fertigstellung der Werkstatt Stauchitz nach Möglichkeit 1984 abschließen wollen, sind höhere Aufwendungen als vorerst vorgesehen erforderlich gewesen.

Die über die Mittel der Pflanzenproduktion hinausgehenden Zukäufe an Technik und die noch zu erwartenden, werden durch die GPG finanziert oder durch Kredit bezahlt.
Über den Stand dieser Entwicklung werde ich laufend den Vorstand informieren und am Jahresende vor der Vollversammlung berichten.
Die Tiefenprüfung durch die staatliche Finanzrevision ist in allen Genossenschaften des Kooperationsbereiches noch im Gange.
Es werden alle wirtschaftlichen Vorgänge untersucht.
Über den Her- und Ausgang berichte ich ebenfalls zu einem geeigneten Zeitpunkt.
In der nächsten Zeit, ich schlage vor, einen wesentlichen Teil noch vor der Getreideernte- und Herbsterntekampagnen in Angriff zu nehmen, bitte ich die dafür Verantwortlichen mit der Konzipierung des Planes 1985 zu beginnen.
Beide Pläne, der der GPG und der der LPG P sind so zu koordinieren, dass ein gemeinsamer Plan 1985 entsteht.
Der Plan der LPG „Sonnenschein“ Staucha muss vor der staatlichen Leitung und natürlich vor uns bestehen können.
Er soll eine solide Grundlage bieten für unsere gemeinsame Arbeit 1985.
Den Kollegen Wolfgang Schmidt, als Parteisekretär und Stellvertretenden Vorsitzenden, bitte ich, die Vorbereitung zu treffen für den neuen _Vorstand.
Aus allen Kollektiven sind in einer Zusammensetzung, die dem jeweiligen personellen Bestand entspricht, genossenschafts- und staatsbewusste Mitglieder unserer Genossenschaft als Kandidaten zu nominieren und der Jahreshauptversammlung vorzuschlagen.

Der Größe unserer Genossenschaft entsprechend, wird es vorerst nur noch möglich sein, eine gemeinsame Vollversammlung in einem geeigneten Raum, die Jahreshauptversammlung, durchzuführen.
An den Vorstandssitzungen werden deshalb Delegierte aus allen Kollektiven teilnehmen. Die Anzahl der zu Delegierenden werden noch festgelegt.
Die vorhandenen Räumlichkeiten sind dazu der begrenzende Faktor.
Drei dieser Zusammenkünfte werden den Charakter einer Vollversammlung einnehmen.
Diese Möglichkeit entspricht den Regelungen des Statutes.

Ich bitte sie alle, werte Kolleginnen und Kollegen, bis Jahresende weiterhin gute genossenschaftliche Arbeit zu leisten.
Überzeugt bin ich davon, dass wir alle Bedenken und Vorbehalte in vernünftigen Regelungen miteinander klären können.
Das unseren Möglichkeiten Entsprechende, versuchen wir sofort zu klären.
Das zunächst Unmögliche wollen wir nicht auf die lange Bank schieben, sondern wir sollten in gemeinsamer, fleißiger Arbeit die Voraussetzungen dazu schaffen, auch das zunächst als unmöglich Erscheinende, zu einem guten Ende zu bringen.
Die Partei der Arbeiterklasse und unser Staat erwarten von uns, dass wir landwirtschaftliche und gärtnerische Produkte effektiv und mit hohem Nutzen produzieren.

Gewertet werden wir nicht an unseren Worten, sondern an unseren Taten.

Nach diesen Kriterien bitte ich sie, mich zu beauftragen, jedes Mitglied nach den Werten guter genossenschaftlicher Arbeit einzuschätzen.
Ich wiederhole noch einmal;
Unsere erkennbaren Leistungen für unsere Genossenschaft und für unsere DDR sind von uns gefragt, nicht wenig fruchtbringende Diskussionen um oftmals Belanglosigkeiten.
Ich bin überzeugt davon, dass der positive Kern unseres Kollektivs so große Ausstrahlungskraft besitzt, dass die noch abseits stehenden Kolleginnen und Kollegen von unserer guten Sache überzeugt werden.
Mit guter genossenschaftlicher Arbeit trägt jedes Mitglied dazu bei, dass unsere Genossenschaft den Plan und den sozialistischen Wettbewerb 1984 erfüllen und gute Voraussetzungen für den Planstart 1985 bilden kann.
Unser Staat braucht jede helfende Hand, um die großen Aufgaben zur Erhaltung des Friedens zu bewältigen und die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik zu erhalten und zu vermehren.
Den Nutzen daraus hat jeder Bürger unseres Landes. Die sozialen Regelungen für die kinderreichen Familien und die Rentner sind ein sichtbarer Beweis dafür.
Jedes ehrlich und gewissenhaft mitarbeitende Genossenschaftsmitglied kann dazu den ihm gemäßen Beitrag leisten.
Ich bitte sie darum und danke ihnen dafür! “
Aus dem Inhalt des Rechenschaftsberichtes ging hervor, welche Aufgaben zur Neubildung der gemeinsamen Genossenschaft „Sonnenschein“ Staucha aus den GPG und LPG P in den nächsten Jahren anzugehen waren. Es gelang bis 1990, vor allem die Pflanzenproduktion unter Vernachlässigung der Gemüseproduktion, mit erheblichen Investmitteln technisch auszurüsten.
Unbefriedigend war, dass die Erträge nicht proportional zum Technikeinsatz stiegen. Dennoch gelang es, in den Jahren vor der Wende ein Bruttoprodukt von > 50 Mill.Mark / DDR zu erwirtschaften. Die LPG „Sonnenschein“ Staucha entwickelte sich zum größten Steuerzahler im Bereich der Landwirtschaft im Kreis Riesa. Republikweit fand der Name „Sonnenschein“ Staucha Beachtung durch die von den Neuerern entwickelten Maschinen und Geräte und EDV-Leistungen, die vielfältig nachgenutzt wurden. Dafür gebührt den daran Beteiligten Dank und Anerkennung.
Erhebliche Materialschwierigkeiten und zum Teil mangelndes Verständnis behinderte oft zügigeres Entwickeln und Einführen in die Praxis. Persönliche Befindlichkeiten waren nicht selten hemmend.
Unvergessen bleiben kann nicht das Wirken Herrn R. Schneiders. Er hat mit Lösungen zur Stabilisierung der Futterwirtschaft beigetragen. Vor allem die EDV-Nachnutzungen brachten der Genossenschaft > 3 Mill. Mark an Erlösen. Mitglieder der Genossenschaft konnten sich bei hoher Arbeitsbeteiligung und Leistungsbereitschaft eine angemessene Vergütung erarbeiten. Zahlreiche soziale Vergünstigungen, wie unentgeltliches Mittagessen, Ferienplätze für jedes Mitglied u.A. erhöhten den Anteil am persönlichen Einkommen.
An anderer Stelle wird näher auf die Periode bis zu den 30 Jahren genossenschaftlicher Entwicklung eingegangen.
Sie war nicht ohne Widersprüche. Dennoch kann die Mitglieder der LPG „Sonnenschein“ mit berechtigtem Stolz erfüllen, dass sie eine Genossenschaft entwickelten, in der es sich mit Fleiß und Einsatzbereitschaft gedeihlich arbeiten ließ.
Dass es einigen Hasardeuren nach der Wende gelang, den stolzen Namen „Sonnenschein“ zu beschädigen, haben die ehrlichen Mitglieder der Genossenschaft nicht verdient. Leider trugen zu wenige dazu bei, es zu verhindern !

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