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Politische Krise in der DDR 1989/90
Die politische Lage in der DDR spitzte sich zu.
Zahlreiche DDR- Bürger versuchten über Ungarn, die CSSR und über Polen die Republik zu verlassen.
Montagsdemonstrationen dokumentierten den Willen der Bürger, eine Änderung herbeizuführen. Fraglich war, ob die „DDR-Führung“ sich diese „Ungeheuerlichkeit“ gefallen lassen würden. Bekannt geworden war inzwischen, dass für solche Fälle bereits Vorkehrungen getroffen worden seien. Man sprach davon, dass bereits Massengräber ausgehoben worden wären und andere Vorkehrungen zur Inhaftierung von unliebsamen Personen getroffen worden seien.
Wer hätte es für möglich gehalten, dass das ungeliebte Regime so sang – und klanglos unterging.
Riesig war der Aufwand, um sich zu schützen. Für Grenzbefestigungen hatte man riesiges Volksvermögen eingesetzt. Für eine viel zu große Armee wurde jährlich ein gewichtiger Teil des Etats veranschlagt und ungeheure Mengen Waffen und Munition angehäuft.
Kampfgruppen, Bereitschaftspolizei, STASI komplettierten den Aufwand, um sich gegen so genannte Feinde zu schützen.
Damit die Masse der Bevölkerung ruhig gehalten werden konnte, sorgten so genannte „Soziale Maßnahmen“, die ökonomisch nicht abgedeckt waren, für den einzelnen Bürger angenehme bevormundete Sicherheit.
Das Wohnungsproblem wurde am Rande der Städte in riesigen Plattenbau – Wohnsilos versucht zu lösen. Es erscheint fragwürdig, ob diese Bauweise die normative Nutzungsdauer erreicht.
Für die Erhaltung der Altbauten in den Innenstädten blieb kein Geld zur Sanierung übrig.
Die Mieten waren so niedrig, dass kein Hauseigentümer in der Lage war, auch nur geringfügige Erhaltungsmassnahmen auszuführen. Eines Krieges hätte es nicht bedurft. Die Innenstädte wären von allein in sich zusammengefallen.

Dass die Wende unblutig ausging, wird vom Verfasser als eines der großen Wunder des Zwanzigsten Jahrhunderts angesehen.

Nachwende Ereignisse

Von einigen Hasardeuren aufgeputscht, kündigten etwa 90 % der Landeigentümer im August/September 1990 „Sonnenschein“ den Boden.
Dem Landwirtschaftsanpassungsgesetz entsprechend, die Novelle zum Landwirtschaftsanpassungsgesetz erhielt Rechtskraft erst im Juni 1991, mussten die Flächen zurückgegeben werden.
„Sonnenschein“ war damit die Existenzgrundlage entzogen und hätte, wenn sie gleich wollte, nicht mehr produzieren können.

Nach Jahren wird von einem Teil der Mitglieder versucht, die ehemalige Leitung und die jetzige Geschäftsführung der eingeschriebenen Genossenschaft, eG, zu beschuldigen, dass sie zu früh aufgesteckt habe und dass man doch hätte weitermachen können.
Unberücksichtigt bleibt dabei, dass die Voraussetzungen dazu nicht mehr vorhanden waren.

Fruchtfolge gemäß und in einigen Fällen nach Wunsch, erhielten die Eigentümer ihr Land abgedüngt, bestellt oder in Herbstfurche zurück. So dass im wesentlichen der Übergabezustand von 1960 wieder erreicht wurde.
Es kann davon ausgegangen werden, dass diese Rückgabe die Genossenschaft näherungsweise 500 bis 600 DM je Hektar für Dünger und Bestellung kostete.
Dieser Aufwand wurde für die Eigentümer des in die Genossenschaft eingebrachten Bodens betrieben.

Sie erhielten damit ihr Eigentum in dem Übergabezustand zurück.

Wahrscheinlich sehr überhastet, verpachtete ein großer Teil der Landeigentümer an Westdeutsche ihren Boden in diesem Bestellungszustand. Ein angemssener Pachtzins wurde ihnen vorenthalten. Mit der Ernte 1991, die ausnehmend gut ausfiel, spielten sie diesen Leuten unangemessen Geld in die Taschen.
Die Pächter ernteten, ohne gesät zu haben!

Wenn die Verpächter von den „Pächtern“ nicht einmal den vereinbarten Pacht Zins erhielten, (die Grundsteuer, die vom Nutzer zu zahlen war, wurde ihnen zum Teil verwehrt), so ist das indirekt eine Bestrafung, der man sich eigenmächtig unterzog.

Wer dazu noch prozessierte, um zu seinem Recht zu kommen, verspielte weiteres Geld.

Das in der DM-Eröffnungsbilanz, der Umwandlungsbilanz und dem Geschäftsabschluss per 31.12.1991 auszuweisende Vermögen garantierte die Befriedigung der berechtigten Ansprüche aller Mitglieder in den gesetzlich möglichen Zeitabschnitten.

Dabei gingen Aufsichtsrat und Vorstand davon aus, dass Vermögensanteile in jährlichen Raten gezahlt werden könnten.
Es erschien nicht im Sinne der Mitglieder, Verkäufe von Immobilien vorzunehmen, zu marktwirtschaftlich unverantwortlichen Konditionen. Zu diesem Zeitpunkt war man sich noch sicher, dass Verkaufspreise zu erzielen seien, die wesentlich höher sein sollten, als sie von Käufern angeboten wurden.
875 Mitglieder waren anspruchsberechtigt und erhielten ihren Anteil schriftlich mitgeteilt.
Den nach dem Geschäftsabschluss 1991 errechneten Anspruch, erhielt jedes Mitglied schriftlich zugestellt.

Anträgen von Senioren, bei der Vermögensverteilung bevorzugt zu werden, sollten geprüft und so geregelt werden, damit in überschaubarer Zeit für diesen Personenkreis die Verfügbarkeit ihres Geschäftsanteiles beschleunigt würde.
Dieses Versprechen konnte jedoch nicht eingehalten werden.
Das Gleichheitsprinzip wäre damit verletzt worden.

Das Genossenschaftsgesetz stellte alle Mitglieder gleich.

Erkenntnisstand 1991:

Eine der Hauptaufgaben für Vorstand und Aufsichtsrat war es, dafür zu sorgen, dass die beträchtlichen Forderungen an ehemalige Partner und Mitglieder, an Wohnungsmieter – und Mieter von Gebäuden und Anlagen termingerecht beglichen wurden , also eingetrieben werden konnten.

Alle Geschäftsbeziehungen sollten zum gegenseitigen Vorteil verlaufen. Die eingeschriebene Genossenschaft, eG, würde es jedoch nicht zulassen können, dass Partner sich unseriös ihr gegenüber verhielten.

Nur wenn es gelänge, alle Partner der eG zur Zahlungstermintreue zu bewegen, würden die Verpflichtungen der eG gegenüber den Mitgliedern termingerecht erfüllt werden können.
Zahlreiche Bemühungen in diese Richtung schlugen fehl.
Zu viele Geschäftspartner, von Wohnungsmietern beginnend, über solche, denen blindlings Maschinen und Geräte, Gemüse und anderes anvertraut wurden, bezahlten nicht.
Auch mit Hilfe gerichtlicher Verfahren zum Geld zu kommen, führten zu keinen Ergebnissen.
Der Rechtsstaat öffnet durch seine langwierigen Verfahren, in denen Demjenigen, der Recht hat, noch nicht gewiss sein kann, dass er Recht bekommt,Tür und Tor, um sich Verpflichtungen zu entziehen.
Mangels Eigenkapital und hoher Anwalts-und Gerichtskosten scheiterten und scheitern junge Unternehmen.
Beweis dafür sind die durch die katastrophale Zahlungsmoral hervorgerufenen Insolvenzen, also Pleiten, in den neuen Bundesländern.
Nur wenige Unternehmen in den neuen Bundesländern waren und sind in der Lage, jahrelang Außenstände, Forderungen zu kompensieren. Fehlende Eigenmittel führten zu nicht lösbaren Liquiditätsproblemen und in der Folge zu Insolvenzen
„Sonnenschein ” konnte den riesigen Aufwändungen zur Abwehr ungerechtfertigter Forderungen widerstehen.
Dass letztlich alle Genossenschaftsmitglieder für Verfehlungen gleich welcher Art zur Kasse gebeten wurden und werden, sind wenigen Mitgliedern ins Bewusstsein gelangt.
Oft bemerkten sie nicht, dass sie sich durch ihr Verhalten selbst ums Geld brachten.

Diese Feststellung wurde bewusst mehrmals wiederholt!

Zur Modernisierung der Wohnmöglichkeiten in den Miethäusern der eingeschriebenen Genossenschaft, eG, wurden auf schriftlichen Antrag der Mieter im Jahr 1991 in zwei Hauseingängen, je einem in Hof und Stauchitz, ab 1992 den Möglichkeiten der Fa.Kn. entsprechend, in fast sämtlichen Hauseingängen, Ölheizungen installiert.
Die Finanzierung wurde über die Bausparkasse „Heimstatt“ in München organisiert und den gesetzlichen Möglichkeiten entsprechend von den Mietern in zehnjährigem Finanzierungszyklus mit Zinsen und Tilgung getragen.
Zur optimalen Beheizung des Objektes Stauchaer Straße 1 in Hof erhielt es 1991 eine Ölheizung installiert.
Die Heizkosten wurden von den Wärmeabnehmern bezahlt.
Die Fa ERKA Textil in Gleina erhielt ebenfalls die Genehmigung, zur Installierung einer Ölheizung.
Diese Firma „zeichnete” sich dadurch aus, dass sie ständig nur einen Teil der vereinbarten Miete bezahlte. Den einbehaltenen Teil verwendet sie angeblich zur Behebung von Baumängeln. Sichtbare Reparaturen fanden jedoch nicht statt. Die Art und Weise, wie der Eigentümer dieser Firma verhandelte, entsprach einer „Besatzungstruppenmanier”.
Darauf angesprochen, drohte er mit Gerichtsverfahren.
Er demonstrierte mit seiner herausfordernden Arroganz, den typischen Ganoven
Dass diese Firma am Ende aufgeben musste, konnte man daran erkennen, als der notarielle Kauf des Grundstückes der ehemaligen Vermarktungsstation in Gleina als abgeschlossen angesehen werden konnte.
Eine Bezahlung des vereinbarten Preises erfolgte jedoch nicht. Somit blieben die Eigentumsverhältnisse unangetastet.
Ausser Kosten, nichts gewesen !?
Damit das als noch unfertige Investition bestehende neue Heizhaus in Hof einer Nutzung zugeführt werden konnte, wurde es so hergerichtet, dass es von der Fa REWE ab 1992 zu nutzen war. Der Mietpreis entsprach dem einer Amortisierung in wenigen Jahren.
Im ehemaligen Wohnheim in Stauchitz, Bauernring,baute die Genossenschaft zwei Wohnungen mit Ölheizung ein .
Der Mietpreis entsprach in den mit Ölheizung beheizten Wohnungen der Warmmiete.
Für die Modernisierung entstanden für die Dauer der Fremdfinanzierung und der Gewährung des Staatszuschusses für Modernisierung 100 bis 105 DM zusätzliche Kosten je Monat und Wohnung.
Nach Installierung der Wärmezähleinrichtungen durch eine staatlich dafür autorisierte Firma und der jährlichen Abrechnung, war mit bis zu 2 DM je Quadratmeter Heizungskosten im Monat zu rechnen.
Durch die eG als Großabnehmer von Heizöl konnten günstigere Preisrelationen erzielt wweswn.

Der größte Teil der Ferieneinrichtungen wurde 1991 vorübergehend an die jeweiligen Zeltplatz- oder Ferienplatzverwaltungen zur Nutzung übergeben.

„Daheim“ in Bad Schandau, Pflanzengartenweg, erhielt 1991 neues Dach zur Werterhaltung, um es zu vermieten und nach Möglichkeit zu einem günstigen Preis zu veräußern.
Es wurde geprüft, ob es sinnvoll sei, die Elektroheizung durch eine Ölheizung zu ersetzen.

Über die Bodenneuordnungsbehörde wurde beantragt, die Eigentums- Verhältnisse an den Stellen zu klären, wo genossenschaftliche Einrichtungen auf Böden stehen, der nicht der eG gehören.
Die eG konnte eigenen Boden zum Austausch zur Verfügung stellen.

In einem Einladungsschreiben erhielten die Mitglieder Informationen über die Geschäftsereignisse bis 1991.
Zitat:

„Nach dem Geschäftsabschluss 1991 wird im ersten Halbjahr 1992,
nach Prüfung des Abschlusses durch den Prüfverband des Sächsischen Genossenschaftsverbandes (Raiffeisen-Schulze Delitzsch), eine Generalversammlung erforderlich.
Die Mitglieder werden dort vom Vorstand, vom Aufsichtsrat und dem Prüforgan über die Lage der eingeschriebenen Genossenschaft umfassend informiert.
Es werden alle Mitglieder gebeten, sich an dieser Generalversammlung zu beteiligen.

Für das bevorstehende Weihnachtsfest und den Jahreswechsel wünscht Ihnen der bisherige Vorstand der LPG “ Sonnenschein „Staucha, der Aufsichtsrat der Sonnenschein- Staucha- Verwaltungs eG.iG(in Gruendung).
alles Gute, Gesundheit und Wohlergehen. Vor allem in Ihrer neuen Tätigkeit berufliche Erfolge und denen, die in die Arbeitslosigkeit entlassen werden mussten, die Möglichkeit einen baldigen Arbeitsplatz zu erhalten.
Mit freundlichen Grüßen

Gez. Th, gez. Bö
Vorstandsmitglied LPG“S“ Staucha
Gez. Kr. gez. Schl.
stv.Vorsder.Vorstandsmitglied
gez.Ga.
gez. Th,
Aufsichtsratsmitglied; ehrenamtl.Vstmgl.
gez. Hö.Aufsichtsratsmitglied
Gez. Küh.Aufsichtsratsmitglied“

Das Internet

ermöglicht im Jahr 2001 in einer Homepage die Erinnerungen und Ansichten zu „Sonnenschein“-Problemen zu veröffentlichen.
Falls sie gelesen werden, wäre es von Interesse, Ergänzungen, Kritiken, Meinungen, Richtigstellungen, zu den aufgeworfenen Fragen zu erfahren.
Der Verfasser ist nicht so vermessen, zu behaupten, dass nur seine Auffassungen zum Problem „Sonnenschein“ gültig seien.
Zugleich erschien es aber angeraten, zur Erinnerung an eine Dreißigjährige
erfolgreiche Periode im Gartenbau und letztlich in der Landwirtschaft in unserem Gebiet, einige Aspekte zu beleuchten und sie somit Interessierten verfügbar zu machen.
Der Verfasser ist sich sicher, dass die Darstellungen nicht Jedem gefallen werden. Schonungslos wurde auf Fehler hingewiesen, von denen auch der
Verfasser nicht verschont blieb.
Bedrückend wurden die Ereignisse im Jahr 1990 empfunden.
So hätte sich „Sonnenschein„ nicht verabschieden müssen!
In „Sonnenschein – Nutzungsgenossenschaft“ wird versucht, die Mitglieder
zu ihrem Recht kommen zu lassen.

Ein nicht nur leicht bitterer Beigeschmack bleibt deshalb auf dem Wege zu einem Blumenstrauß für mein Herzchen haften.
Nach diesem knapp hundertseitigen Umweg mit den persönlichen Erinnerungen und Ansichten über die einstige stolze GPG und LPG „Sonnenschein“, die dem Erkenntnisstand von Anfang 1992 entsprachen, und 2001 ergänzt wurden, soll es weitergehen mit Erlebnissen.

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