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Elektriker und Elektroniker
Den Elektrikern und Elektronikern stand Herr W.B. in der Genossenschaft bevor
Mit einem Team von 10 Mann hatte er Neubauten zu elektrifizieren, die vorhandenen Anlagen betriebsfähig zu erhalten und zunehmend an automatischen Steuerungen zu arbeiten
Zielstrebig gelang es, sich beachtliche Kenntnisse und Fertigkeiten mit seinen Leuten zu erarbeiten
Automatische Klimaführung in der Kohllagerung, von Gewächshäusern, von Kühl- und Maischanlage waren zunehmend Ergebnisse die vor allem Energieeinsparung und Unabhängigwerden von unzureichenden manuellen Kontrollergebnissen beinhalteten
Als bemerkenswertes Ergebnis konnte kurz vor der Wende in einer Brikettfabrik eine Automatisierunglösung installiert werden, die für DDR-Verhältnisse zu Energie – und Verringerung der Umweltbelästigung geführt hätte.
Mit dem größten Teil seiner so qualifizierten Belegschaft gründet er nach der Wende eine GmbH.
Der erworbene Erfahrungsschatz, marktwirtschaftlicher Arbeitseifer sowie gemeinsamer Wille, den Schwierigkeiten zum Trotz zu bestehen, ließ erwarten, dass die GmbH marktwirtschaftlich bestehen könne. Diese Erwartung bewahrheitete sich aus verschiedenen Gründen nicht Stand 1997:

Probleme mit Neuerer Erlösen des Dr. K.

Das Neuerer Recht der DDR ließ zu, dass ein Teil der Nachnutzungserlöse
dem Neuerer zuflossen. Im Falle der Zusammenarbeit mit Herrn Dr. K. entstanden durch den Verkauf von Neuererlösungen an zahlreiche Betriebe, bis hin zu organisationseigenen Betrieben der SED, beträchtliche Einnahmen, auch für ihn. Dem Fiskus konnte das auf die Dauer nicht verborgen bleiben. In der DDR musste man, wenn man Geld hatte, nachweisen woher es stammt.
Im Gegensatz dazu in der Bundesrepublik, hier kommt es darauf an, Geld rechtens erworben, zu besitzen.
Eines Tages forderte das Finanzamt von Herrn Dr. K eine Steuererklärung Seine Interpretation des Neuerer Rechts schloss eine Steuerzahlung aus. Schließlich entstand eine konträre Situation. Offensichtlich wurde sie dramatisiert durch eine Geldumverteilung an Verwandte des Herrn Dr. K.
Konsequenz, man nahm Herrn Dr. K in Untersuchungshaft.

Steuerfahndung schlug zu

Eines Tages erschien in „Sonnenschein“ die Steuerfahndung Potsdam und beschlagnahmte alle Unterlagen aus den Neuerer Beziehungen.
Mit etwa 20 Ordnern voller Verträge zogen die Fahnder ab.
Dem Verfasser wurde verboten, mit Herrn Dr.K in Verbindung zu treten
Später war zu erfahren, dass auch eine Telefonobservierung stattgefunden hatte.

5 x in Potsdam bei der Stasi

In fünf nervenraubenden „Besuchen“ durfte der Verfasser als verantwortlicher ökonomischer Leiter und Verantwortlicher auf dem Gebiete der EDV in „Sonnenschein“ in Potsdam Auskunft geben über das Neuerergeschehen.
Man hatte aus den Unterlagen die Beziehungen zu Dr. K. zu analysieren versucht und es sollte ein Schuldiger gefunden werden, dem die Verantwortung für den Beginn der Neuererbeziehungen zufloss.
Anfangs sah es so aus, als ob der Genossenschaft die Neuerererlöse wieder abgenommen werden sollten. Diese Vermutung bestätigte sich jedoch nicht
Unbestritten ist, dass die Entscheidung, die Zusammenarbeit mit Herrn Dr. zu beginnen, obwohl die Genehmigung vom Betrieb des Dr. ausblieb, ursächlich zu den Auseinandersetzungen führte.

Zunächst im Gebäude des Rates des Bezirkes in Potsdam, im Kreuzverhör von drei Fahndern und einem Staatsanwalt, wurde jedes Wort in den Vertragsentwürfen von der GPG mit Herrn Dr.K. regelrecht auseinander genommen. In der Anfangsphase der Beziehungen mit Herrn Dr. K. wurde erwogen, ihn als Mitglied in die Genossenschaft zu übernehmen. Er sollte in Königs – Wusterhausen arbeiten. Er wäre als eine Art korrespondierendes Mitglied mit „ Sonnenschein“ verbunden gewesen. Dazu waren Vertragsentwürfe ausgearbeitet worden. Jede der dort fixierten Passagen musste zum wiederholten Male erläutert werden.
Warum wir das so und nicht anders vorgeschlagen hätten. Abweichungen von den mit den Mitgliedern zu vereinbarenden Arbeitsverträgen wurden untersucht. Immer mehr konnte erkannt werden, dass man versuchte, zu erkennen, ob nicht womöglich auch persönliche Vorteile aus diesen Beziehungen gewonnen worden waren.
Der Verfasser ist sich sicher, dass das Privatkonto des Verdächtigten entsprechenden Untersuchungen standhalten musste. Da es keinerlei Angriffspunkte gab, waren diese Bemühungen vergeblich.

Die jahrelangen, nächtelangen Bemühungen, ein EDV-System für die Genossenschaft zu erarbeiten, wurden nicht gesondert vergütet. Es gehörte zur Aufgabe eines Leiters in dieser Position, dafür zu sorgen, so effektiv wie möglich zu arbeiten und die Voraussetzungen dazu zu schaffen.

Da es zu keinerlei Angriffspunkten kam und nachgewiesen werden konnte, dass „Sonnenschein“ mit der Neuererarbeit volkswirtschaftlichen und betrieblichen Nutzen erreichte, der in dieser Phase für die Volkswirtschaft der DDR dringend notwendig war, begann im Polizeipräsidium eine weitere zermürbende Befragung. In einem Gebäude, ging es treppauf und treppab. Stahltüren schlossen sich hinter den Beteiligten. Hinter vorgehaltener Hand wurden Sicherheitscodes eingegeben, damit nicht erkannt werden konnte, wie man aus diesem Labyrinth entweichen könne. Ein Oberleutnant dieser Behörde führte die Befragung. Da der Vernommene nichts zu verbergen hatte und sich auch keiner Schuld bewusst war, wurden die Belästigungen locker angegangen.
Offensichtlich störte diesem Stasibediensteten, dass mit einem Schmunzeln um die Mundwinkel seine Fragen beantwortet wurden. Ihm war ungelegen, dass die Antworten nicht in seine Vorstellungen passten. Seine Drohungen: „Ihnen wird das Lachen noch vergehen“ oder „wenn sie weiter so machen, behalte ich sie hier!“, konnten nicht beeindrucken. Im Gegenteil, vorgeschlagen wurde, da der Milizionär sich mühsam auf der Schreibmaschine im Einfingersystem abmühte, damit das Ganze schneller vonstatten gehen konnte, dass er dem Befragten diktieren und der Vernommene mit der Maschine schreiben solle. Dieser Vorschlag brachte den Einfingerspezialisten auf der Maschine aus dem Konzept und wutschnaubend nahm die Auseinandersetzung bedrohliche Formen an.
Mehrmals wurden die Ausführungen mit denen des Dr.K. verglichen. Offensichtlich gab es aber zu wenige Widersprüche, so dass nach 5 „Zusammenkünften“ sich eine Wendung abzeichnete und der Stasi plötzlich regelrecht kumpelhaft zugänglich wurde.
Seine vorher praktizierte Tonart bei der Vernehmung entsprach dem Jargon, wie man ihn aus Filmen von der GESTAPO kannte.
Begonnen hatte die Zusammenarbeit mit dem Typ „: Warten wir es ab, wer am Ende den Kürzeren zieht!“ Mit der Erinnerung an diese Bemerkung fand die Verabschiedung statt.

Ein familiärer Begleiter, manchmal mit betrieblichen Aufgaben in Potsdam bedacht, war dem Befragten beigegeben, damit nach den Anstrengungen jeweils von morgens sechs Uhr bis abends 21 bis 22 Uhr die Heimat wieder ungeschoren erreicht werden konnte.

Herr Dr.K. war inzwischen aus der Untersuchungshaft entlassen worden. „Sonnenschein“ und dem Verfasser konnte nichts Schuldhaftes nachgewiesen werden. Beim späteren Prozess gegen Herrn Dr.K., sein Rechtsanwalt war Dr. de Maisiere, der spätere Ministerpräsident der DDR, gab es bei der Verhandlung bei meiner Aussage noch einmal eine Konfrontation mit dem Staatsanwalt. Er attackierte den Verfasser als Zeugen in einer Form, dass die leitende Richterin, den Staatsanwalt ermahnen musste mit den Worten: „Herr Staatsanwalt, Angeklagter ist nicht Herr B, sondern Herr Dr. K.!“
Die Aussage des Urteils ist unbekannt geblieben. Anzunehmen ist, dass Herrn Dr.K. ein großer Teil seines Geldes abgenommen wurde.
Beim Obersten Gericht ist Berufung eingelegt worden. Wäre nicht die Wende dazwischen gekommen, wäre es wahrscheinlich erneut zu Zeugenfragen gekommen. Nach der Wende hat Herr Dr.K. gegen das Urteil Stellung genommen. Ob es zur Wiederaufnahme des Verfahrens kam, ist nicht bekannt.

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