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Am 1.8.1994 trat die Sächsische Kreisreform in Kraft.
Nachdem wir Stauchaer ursprünglich zur Amtshauptmannschaft Meißen gehörten,
mit der Postanschrift :“über Oschatz“, später dem Kreis Meißen zugeordnet und
von den DDR-Behörden schließlich in den neugeschaffenen Kreis Riesa einverleibt wurden,
gehören wir ab 1.8.1994 zum
Kreis Riesa – Großenhain.
Aber das ist noch nicht alles.
Auch unser stolzer Gemeindename Staucha,
mit den Ortsteilen:
Steudten,
Prositz,
Ibanitz,
Treben,
Gleina,
Pössig,
Dobernitz,
Dösitz,
Wilschwitz
musste der Bezeichnung :
Plotitz, Ortsteil Staucha weichen.
Die Gemeindeverwaltung blieb in Staucha.
Der Gemeinde Gebietsreform geschuldet ist eine erneute Änderung.
Das gesamte Jahnatal von Seerhausen bis Staucha gehört nun zur
Gemeinde Stauchitz.
Das Gemiendeparlament beschloss, nicht von allen befürwortet im zweiten Wahlgang,
dass der Sitz der Gemeindeverwaltung im Herrenhaus des ehemaligen Rittergutes in Staucha ist.
Eine Lösung, wie sich inzwischen zeigte, die rationellen Gesichtspunkten folgte.
Durch den ausserordentlich regen Zuspruch der Markttage in der Begegnungsstätte, in der die Markthalle mit der architektonischen Sehenswürdigkeit,
den toskanischen Säulen, herausragt, gewann die Gemeinde Stauchitz im weiten Umfeld, Ansehen.
Dass vom Rundgang auf dem Turm der Johannis Kirche weit ins Land geschaut werden kann, wird von zahlreichen Markttage-Besuchern gern beansprucht.
Im Jahr 2002 begann die Diskussion, wie das Gemeindeparlament zu einer Vereinigung mit der Stadt Riesa steht.
Zwischen den Städten Riesa und Oschatz überlegt man, ob eine Vereinigung beider
Städte angeraten sei. Den Namen glaubt man schon gefunden zu haben:
nämlich “ Rio “ (Riesa/Oschatz).
Aus der Wahl zum Bürgermeister der Gemeinde Stauchitz ging der ehemalige Stauchaer, später Plotitzer Bürgermeister, als Sieger hervor.

Zur Erinnerung an den Kreis Riesa

soll eine zum Schmunzeln anregende Reimerei eines unbekannten Verfassers eingefügt werden.
Frau Gertraud Böttcher entdeckte sie und hat sie aus fast unleserlichen Schriftzeichen, einer Art Kunstschrift, übersetzt:

Man könnte sie bezeichnen:
„Mein Riesa lob ‚ ich mir“ oder
„Es geht doch nichts über Riesa“

“ Ihr habt es alle schon erlebt, seid Ihr ‚mal auf der Reise,
im Urlaub, auf der Wanderschaft, auf ganz verschiedene Weise.
Da habt Ihr manche schöne Stadt, besichtigt und durchzogen.
Es ging durch manches stille Tal, durch Wald und Ährenwogen.
Und wenn Ihr dann voll Glück gelobt, die Heimat dieser Andern,
dann hat man oftmals auch gefragt: „Mein Freund woher Dein Wandern?“
Wie heißt die Gegend, wie die ‚Stadt, die Du magst Heimat nennen?
Sag ihren Namen, ihre Art, vielleicht, dass wir sie kennen?
Und wenn du dann von Riesa sprachst, vom Elbe – Stromparadiese,
dann hat man spöttisch oft gesagt: “ Nee, geh ‚ mir weg mit Riese!
Das ist ein großer langer Schlauch, an dem die Häuser kleben,
und ringsherum kein Wald, kein Tal und alles schrecklich eben!
Ihr habt nicht mal ‚einen richtigen‘ gen See und nicht mal richtige Berge
und es ist alles schwarz und grau von Eurem Eisenwerke!
Ihr hattet noch ’ne Pferdebahn, als wir schon Auto fuhren.
Das Pferd war lahm und bei jedem Quark, da kippt sie aus den Spuren.
Der Maxe von der Pferdebahn ist noch bekannt bei allen,
denn dem ist so manch Liebesmall die Karre umgefallen!
Und wenn wir dann Vergleiche zieh’n, mit uns ‚rem Paradiese,
versteh ‚ mein Freund, wenn ich dann sag ‘: Nee, geh mir weg mit Riese!“

Das hör ‚ ich mir verärgert an und fang ‚ dann an mit Reden.
Die Schönheit dieser Stadt, mein Freund, offenbart sich nicht für jeden!
Mein „Riese“ ist in seiner Art, der schönste Ort der Erden,
und wer ehrlich sucht, der findet hier so manches Lobenswerte.
Macht mir die Augen auf vor all‘ den vielen Dingen,
sie werden, wenn auch schlicht und herb, Euch manch ‚ Freude bringen
Im Stadtpark und am Elbe-Strand und auf den Döllnitz – Aun und
auch im schönen Jahnatal, könnt Ihr manch Wunder schaun.
Vom Wasserturm zu Weida seht auf uns ‚ re „Elbtals-Weiten“,
wo fruchtbar sich im großen Rund, die Gold ‚ nen Äcker breiten.
Und auch am Hafen und am Strom, sich Riesenhallen dehnen,
und zwischen Schornstein, Schrott und Stahl die Feuersbrünste gähnen.
Wo Horst und Hans nach großem Plan, Werkzeug und Hammer schwingen
und die Maschinen Tag und Nacht das Lied der Arbeit singen.
Dort bist Du Riesa reich und schön, mag’s manchem nicht so scheinen,
weil sich in Deiner Menschen Tat, Kraft, Fleiß und Schönheit einen.
Denn, macht mir einer Riesa schlecht und lobt and’reParadiese:
Dann s a g e i c h m i t v o l l e m R e c h t, e s g e h t
d o c h n i c h t s ü b e r R i e s e !“

Staucha als Kirchspiel-Mittelpunkt

Als eine Art Mittelpunkt, wird der Ort von 9 Dörfern umgeben.
Für unsere Landschaft typische Vierseiten – Höfe prägten und prägen das Ortsbild der Staucha umgebenden Orte. Mehr oder weniger gut erhalten waren und sind die Gutshöfe. Visitenkarte der ehemaligen Besitzer oder ihrer Nachkommen.
50 Jahre erzwungene Fremdnutzung oder Stilllegung hinterließen tiefe Spuren.

Im Kirchspiel reihen und reihten sich um Staucha weiter zahlreiche Dörfer. Wie sonst hätte eine so imposante Kirche weithin in’s Land leuchten können.
Zahlreiche Geschäfte Handels- und Handwerksbetriebe, Gärtnereien, sorgten mit ihren Leistungen für den Ort und das Umland.

In „Statistisches über Staucha“ wird sichtbar, wie der Ort einmal florierte und wie er niederging.

Durch das Vorwende Regime wurde jegliche Privatinitiative gehemmt.
Privates Handwerk und der private Handel erlagen zum größten Teil dem System.

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