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Spaziergang in Richtung Huthübel
Weiter geht ‚ s und ein anderer Spazierweg führt aus unserem Ort heraus in südwestlicher Richtung bergan. Zwischen Staucha und dem Vier- Höfe- Ort Prositz glitzert linker Hand das Wasser des Wasserspeichers. Er wurde von der Wasserwirtschaft der DDR in Auftrag gegeben.Ein Erddamm speichert vom Süden her einfließendes Wasser des Cotten – oder Staucha – Baches.
Bei Starkregen nimmt das Staubecken die einströmenden Wassermassen auf. Gespeist wird das Fliessgewässer aus Ibanitzer und Prositzer Quellen. In Seitentälern , in Richtung Steudten und südlich von Prositz, sind kleine Stauwerke angelegt worden. Ohne Rückhalte Becken verursachten Unwetter verheerende Überschwemmungsschäden in den Ortsteilen, die der Bach durchfließt.
Zur Bewässerung von Gemüse- und Futterflächen auf dem Höhenplateau der „Marienhöhe“ bestand für die „Sonnenschein“ Genossenschaft Mitnutzungsrecht am Wasserspeicher.
Pumpstation und Rohrleitungsnetz, mit sehr hohem materiellen und finanziellen Aufwand angelegt, standen im Wendejahr kurz vor der Indienststellung.
Als Relikt dieser Zeit bestehen nur noch Erinnerungswerte und Hydranten, die Bestellarbeiten der Wieder – Einrichter behindern.
Bei einem Gespräch im Herbst 2002 mit Herrn Zornik, er bewirtschaftet mit seinen Familienangehörigen einen erheblichen Teil der landwirtschaftlichen Nutzflächen um Staucha, kam zum Ausdruck, dass der Freistaat Sachsen Bewässerungsanlagen fördert. Die prosperierende , in Lommatzsch ansässige Gemüseverarbeitung, sichert den Absatz bestimmter Gemüsearten. Somit besteht die Möglichkeit, dass die Gemüseproduktion
in unserem Gebiet erneut verstärkt betrieben werden kann.
Als Fehlleistung ist anzusehen, dass die von „Sonnenschein“ errichteten Bewässerungsanlagen
nach der Wende vernachlässigt, zerstört wurden.
Jugendklub Staucha nutzte die Gebäude der von „Sonnenschein“ errichteten Trafo – und Pumpstation als Jugendklub.
Im Jahr 2000 brannte der Jugendklub ab.
Offensichtlich handelt es sich nicht um Brandstiftung.

Richtet man den Blick nach oben, sieht man in etwa zwei Kilometer Entfernung die höchste Erhebung des Landkreises Riesa – Großenhain, den „Huthübel“.
In den Festschriften zu den Heimatfesten 1959 und 1999 ist der sagenumwobene Hügel beschrieben.

Auf halber Höhe angelangt,am so genannten „weissen Stein“ , kann man sich für den weiteren Anstieg entscheiden.
Der weisse Stein, ursprünglich einmal offensichtlich ein Sächsischer Meilenstein,
stand an der Stelle, an der die Strasse nach Steudten sich in einem rechtwinkligen Knick nach Süden wendet, um ebenso abruppt nach Westen schwenkend, steil abfallend und wieder ansteigend Steudten zu erreichen.
Der Wanderer erklimmt auf einem Weg, der früher mit einer zwei Kilometer langen Kirschallee bestanden war, das “ Huthübel – Niveau“.
Ein beeindruckender Blick ins Jahnatal belohnt diese Mühe.

Gedanken über die tausendjährige Geschichte Stauchas und des “ Huthübels „

Obwohl 1969 und besonders in der Festschrift des Heimatfestes 1999 beschrieben, soll versucht werden, das historische Geschehen ein wenig zu vertiefen:
Als Verwaltungsmittelpunkt für 7 Ortsteile kann Staucha auf frühmittelalterlichen Ursprung verweisen. Reste von Burgwall und Kloster, von unterirdischen Flucht- und Wehrgängen, sind Zeugen dieser Vergangenheit. Etwa 2 km südwestlich vom Ort erhebt sich der „Huthübel“ mit seinem 2 m hohen auf einem aufgeschütteten Grabhügel stehenden Monolith, 218,8 m über dem Meeresspiegel.
Nach urkundlich nicht eindeutigen Belegen, soll König Heinrich I vom Huthübel die Schlacht um die Feste Gana 929 im Jahnatal geleitet haben.
Der ehemalige Burgberg, jetzt steht dort die ehemalige Scheune Rendler als Pumpstation der ehemaligen Genossenschaft, soll der Standort der Feste Gana gewesen sein. Der Burgberg liegt an der B169 zwischen den Orten O4758 Hof und O1594 Stauchitz.

Auswertungen von Luftaufnahmen hatten im Jahr 2003 Archäologen mit Studenten erkennen lassen, dass am historischen Ort eine dunkle Bodenverfärbung auf die Feste Ghana hinweist.
Metertiefe und meterlange Grabungen erbrachten den Nachweis, dass an dieser Stelle eine aus in den Boden eingelassene Holzbohlenpallisade befunden hat. Besuchern konnten die Wissenschaftler in Führungen den Beweis dafür vor Augen führen. Zunächst wurden die Grabungen wieder eingeebnet. Künftig sollen weitere Untersuchungen folgen. Mit den Funden scheint eindeutig bewiesen zu sein, dass es sich tatsächlich um die slawische Feste Ghana handelt.
Die Ausmasse sind offensichtlich so, dass es sich um eine Wehranlage stattlichen Ausmasses gehandelt hat.
Die in der Vergangenheit als unbewiesenen Annahmen verdichten sich durch die wissenschaftlichen Ergebnisse dazu, dass wir uns hier auf geschichtsträchtigem Boden bewegen.
Nach der Eroberung der slawischen Festung, drängte Heinrich I die Slawan nach Osten zurück und konnte mit der Errichtung der Burg und Mark Meißen im Jahr 929 beginnen Mit germanischen Menschen begann die Besiedlung.
Es kann davon ausgegangen werden, dass eine Vermischung mit der slawischen Bevölkerung geschah. Es entwickelte sich der so genannte Stamm der Obersachsen. Charakteristisch für diese These sind die auffälligen Endungen in den Ortsnamen, wie „itz“, „witz“ „nitz“ usw., sie deuten auf slawischen Ursprung hin.

Sagenhaftes über den „Huthübel“

In der Heimatfestschrift von 1969 konnte über weitere sagenumwobene Geschichten des Huthübels nachgelesen werden.
Der Verfasser hat sich im Alter von 34 Jahren mit einem Beitrag über die geschichtlichen Geschehnisse in und um Staucha beteiligt. Grundlage dafür waren Unterlagen verschiedenen Ursprungs.

Mitglieder des Vorbereitungskomitees des Heimatfestes 1969 hatten unterschiedliche Aufträge. Sein Auftrag war es unter anderem, unter der Überschrift:

„Neues vom Schul – und Heimatfest“

Stand der Vorbereitungen öffentlich zu machen.
Jede freie Minute, auch während der Arbeitszeit als Leiter der Aufkauf – Stelle für Obst und Gemüse in Staucha, wurde dazu genutzt. Die Begeisterung war in diesem relativ jugendlichen Alter noch bemerkenswert. Sie führte dazu, dass im Hausgarten eine aus grossen Papptafeln ausgeschnittene Leuchtreklame mit der Schrift“ Neues vom Schule- und Heimatfest Staucha“ aufgestellt stand. Dazu wurde aus der Dieselameise des Vaters der Blinkgeber ausgebaut. Die Intervallschaltung ermöglichte, dass die Werbeschrift in Intervallen aufleuchtete und erlosch.
Man fragt sich, ob die heutigen jungen Leute, zu solcher Begeisterung bereit wären?

Versuche, ein erneutes Heimatfest während der DDR-Zeit zu organisieren, scheiterten.
Es reichte jeweils nur zu Dorffesten, die jedoch auch den Zusammenhalt der Bürger verbesserten.

Wogegen das 1999 gestaltete Heimatfest vom Stauchaer -Heimatverein für die zahlreichen Gäste ansprechend war und bewies, dass es Stauchaer Bürger gibt, denen unsere Heimat am Herzen liegt.

Unter der Überschrift:

„Sagenhaftes über Staucha“
wurde in der Festschrift von 1969 erzählt:

„Der Besucher unseres Heimatdorfes, der dem Festtrubel für einige Zeit entfliehen will, sollte es sich nicht entgehen lassen, ein Stück aus dem festlich geschmückten Ort hinaus zu wandern, um von einer der nahen Anhöhen aus Blicke über Staucha und seine Umgebung schweifen zu lassen.
Eine ganz besonders schöne Aussicht gewährt sagenumwobener „Huthübel“, 2 Kilometer südlich von Staucha, in der Nähe des Ortsteiles Steudten (218,8m über NN).
Wenn wir uns dem Hügel nähern, können wir zwei Linden, ein Holzgestell, das einen trigonometrischen Punkt darstellt, und einen unbehaunen mannshohen Stein unterscheiden. Bedeutung und Herkunft dieses Steines sind noch nicht wissenschaftlich geklärt. So ist es nicht verwunderlich, dass die Phantasie des Volkes den Stein wie auch den Hügel zum Gegenstand der Sage gemacht hat. Schon der Name „Huthübel“ wird verschieden gedeutet:
Die einen leiten ihn aus der Hutform der Erhebung ab, andere wiederum schlussfolgern aus dem Namen und der beherrschenden Lage des Hügels, dass er dazu benutzt wurde, um „auf der Hut“ zu sein, nämlich als militärischer Beobachtungspunkt.

Ergänzend dazu muss man bemerken, dass wahrend des zweiten Weltkrieges der „Huthübel“ der Luftverteidigung als Flugverkehr – Beobachtungspunkt diente und entsprechend besetzt war. Die Vorläufer des Radar waren noch nicht im Einsatz. Stauchaer Männer mussten in einer Art Zivilverteidigung eine Zeit lang Dienst tun. Umstritten sind die Vorgänge, die sich während dieser Zeit abgespielt haben sollen.

Heinrich I dagegen soll von diesem Hügel aus Belagerung und Eroberung der daleminzischen Feste Gahna (Jahna) geleitet haben.
(Anmerkung: Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine optischen Beobachtungsgeräte. ( Sehkraft Heinrichs müsste bemerkenswert gewesen sein! ?)

Der Sieg über diesen slawischen Volksstamm führte im Jahr 929 zur Gründung der Burg und Mark Meißen.
Die Gefallenen dieser Kämpfe sollen auf dem Huthübel beigesetzt worden sein.
Der Monolith, (Stein aus einem Stück bestehend)könnte der Gedenkstein sein.
Nach der Darstellung des Heimatforschers M. Günther, lassen um den Stein gefundene Urnen eine derartige Deutung zu.

Aus noch grauerer Vorzeit rührt die Sage, eine Riesin habe aus einem Schuh so viel Sand ausgeschüttet, dass der Hügel entstand.
Der Anlass dazu sei der noch jetzt aufragende Stein gewesen, welcher der doch recht überdimensionalen Dame ein wenig Schmerzen bereitet habe. Dabei verlor sie einen großen Schatz, der in die Aufschüttung fiel.

Für denjenigen, der sich an keiner modernen Wettart beteiligt, aber trotzdem zu Reichtum gelangen will, sei gesagt:
Der Schatz ist noch vorhanden!
Man erwerbe acht schwarze Ziegenböcke, spanne sie vor einen Wagen und erscheine zu mitternächtlicher Stunde in einer Vollmondnacht, ohne ein Wort zu sprechen, auf dem Huthübel. Diesem Mutigen öffnet sich unter grausigem Getöse der Berg.
Der Schatz wird sichtbar! ? Der Anblick des glänzenden Goldes lässt den Glücklichen erkennen, dass der Gewinn eines “ Lotto – Sechsers “ mit Zusatz- und Superzahl diesem Wert angemessen, wie ein mageres Trinkgeld erscheint“.

Einer Mitteilung des Bürgermeisters der Gemeinde Staucha zur Rentnerweihnachtsfeier 1995 zufolge, soll der Huthübel, unter dem sich Baustoff – Vorkommen befinden, dem Abbau zum Opfer fallen.
Die Bergbehörde in Freiberg habe so entschieden, wurde dort verlautet.
Die Umweltschützer sind daraufhin auf den Plan getreten.
Ob man dabei den „Huthübel“ erhalten kann, muss man abwarten.

 

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