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Mühevolle Technikzugänge
Einen so genannten „Famulus“ Traktor holte der Verfasser mit einem Belegschaftsmitglied aus einer LPG in Küritz in Mecklenburg-Vorpommern. Der Traktor wurde auf der Straße in die GPG überführt
Unter abenteuerlichen Umständen erwarb „Sonnenschein“ den ersten
“ Ferguson “ Traktor von einem Betrieb in Riesa – Pochra. Die Maschinen waren bereits jahrelang im Einsatz und deshalb mit den daraus entstehenden Mängeln behaftet
„Experten” glaubten Anfang der sechziger Jahre, die Gärtner könnten niemals Traktoren auslasten
In den eigenen Reihen entbrannte ein regelrechter Kampf um die Erhaltung der bis dahin noch im Einsatz befindlichen Pferde. Man war der Meinung, Traktoren zerstörten die Gare des Bodens und Wachstum den zum Teil anspruchsvollen Gemüsearten müsse abnehmen

Rasche Technisierung

Entgegen aller „Voraussagen ” erhöhte sich der Besatz an Maschinen und Geräten wesentlich
Jährlich geforderte und zu steigernde Gemüsemengen brachten der Genossenschaft zunehmendes Geld – Fonds aus Amortisation (Abschreibungen – Wertminderungen) und Akkumulation (verfügbarer Gewinn), ohne Kredite konnte somit mit Eigenmitteln investiert werden Eigenmittel erlaubten den Zukauf von Maschinen und Geräten, ohne den aufwendigen Behördenweg bei Inanspruchnahme von Krediten gehen zu müssen
In der DDR war die Aufnahme von Krediten ähnlich wie in der Marktwirtschaft nicht unproblematisch Gewährt wurden Kredite vor allem solchen Einrichtungen, an deren Erhalt und Entwicklung der Staat besonderes Interesse hatte Labile Genossenschaften waren mit Krediten so überhäuft, dass eine Überführung in „Volks Eigentum ” nur noch eine Frage der Zeit war

Notwendig war es, auch im Gartenbau die schwere körperliche Arbeit zu erleichtern

Ohne Übertreibung muss festgestellt werden, dass die körperliche Arbeit im Gartenbau zu den schwersten Arbeiten in der Volkswirtschaft gehörte
Der Witterung ständig ausgesetzt und durch zahllose Bückvorgänge körperlich ungewöhnlich belastet, stellt sie gelinde gesagt eine Strapaze dar.
Liest man die jährlichen Klagerufe der Spargel – Gurken – Frühgemüse – und Weinbauern, weiß man, dass nur wenige Deutsche noch bereit sind, diese Arbeiten zu leisten
Es ist eine Schande für unser Land: Fast 4 Mill Arbeitslose; aber 15 Mill Ausländer erhalten jährlich Arbeitserlaubnis um uns diese Arbeit zu erledigen
Auch in „ Sonnenschein ” leisteten Frauen von Offizieren der Sowjetarmee, Vietnamesen und andere Ausländer Arbeiten, die von der Genossenschaft allein nicht zu bewältigen waren Sie arbeiteten nach dem gleichen Leistungssystem wie die Mitglieder der Genossenschaft und erhielten demzufolge die gleiche Vergütung Entscheidend war die Leistungsbereitschaft

Wer sich heute an den ausländerfeindlichen Auswüchsen Schwachsinniger beteiligt, ist im wahrsten Sinne „ zu heiß gebadet ”
Nicht „Ausländer raus!”, Geschrieen werden müsste: „Unterstützung verringern für Leute, die nicht bereit sind, Arbeiten zu leisten, wie sie oben genannt wurden!”
Die Bemerkungen des Bundeskanzlers zu diesem Thema im April 2001 sollten
Klardenkende unterstützen, auch wenn sie nicht dessen Parteigänger sind.

Ein immenses Anlagevermögen

1990 wies die Bilanz von „Sonnenschein“, bei der Erarbeitung der
D – Mark – Eröffnungsbilanz, nach dreißigjähriger Wirtschaft, über 2400 Anlageobjekte mit einem Bruttowert von über 100 Millionen Mark der DDR aus. Ein für landwirtschaftliche Verhältnisse sehr hohes Vermögen.
Es in DM umzuwandeln war unmittelbar nach der Wende durch chaotische Zustände und die Landwirtschaftsentwicklung in den neuen Bundesländern nur in sehr bescheidenem Masse und damit zum Nachteil für die Mitglieder und die Nachfolgeeinrichtung, die eingeschriebene Genossenschaft eG, möglich
Nur geringe Teile der großen Traktoren- und Maschinenbestände gelang es, erlöswirksam zu verkaufen. Westliche „Großabnehmer „ nicht nur aus den alten Bundesländern, aus Holland zum Beispiel, erwarben nach der Wende erhebliche Bestände von Traktoren, Maschinen und Geräten, ohne sie jemals zu bezahlen. Mit riesigem Aufwand versuchte die Genossenschaft zu dem Geld zu gelangen Verfolgungsfahrten nach Holland, bis an den Bodensee, um der „Käufer ” habhaft zu werden, sie zum Bezahlen zu bewegen, waren vergeblich!
Der Rechtsstaat konnte nicht helfen. Die Mühlen der Justiz mahlen viel zu langsam, um jemals diesen Verbrechen Einhalt zu gebieten Am Ende konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es auch gar nicht gewollt war,
diese Missstände ernstlich zu verfolgen. Einigen Politikern lagen und liegen
landwirtschaftliche Großbetriebe in den neuen Bundesländern ohnedies im Magen. So genannte Staranwälte wurden gegen sie angesetzt, um ihnen am Zeug zu flicken. Erstaunlich, wie viele dennoch bestehen.
Die Genossenschaft musste hinnehmen, dass beträchtliche Forderungen offen blieben
Ohne Schuld sind jedoch auch die Genossenschaftsmitglieder nicht. Sie halfen nicht, den Diebstahl von genossenschaftlichem Eigentum, auch durch Genossenschaftsmitglieder, zu verhindern, obwohl sie zum Teil Diebe, Einbrecher, also Missetäter kannten, gaben sie deren Namen nicht preis
Der Vorstand sorgte nicht für einen geordneten Verkauf allen Materials.
Damit floss das hohe Vermögen den Bach hinunter, wie man so unschön sagt
Hasardeure unter den Genossenschaftsmitgliedern versuchten mit Prozessen zu Geld zu kommen. Sie bedienten sich so genannter Staranwälte und anderer Ungereimtheiten, um zu Geld zu kommen
Unbemerkt blieb diesen Unwissenden aber Buschfunkhörigen, dass sie sich selbst ums Geld brachten, in dem sie nicht verhinderten, dass genossenschaftliches Eigentum in der beschriebenen Weise veruntreut wurde.
Sie begriffen nicht, dass der Reichtum der GPG aus Anlagevermögen bestand. Erst nachdem es verkauft werden konnte und auch noch kann, wird es zu verfügbaren Geldmitteln, die nach Abzug der gesetzlichen Verpflichtungen, verteilt werden können
Am Sichtbarsten wird dieser Sachverhalt, am Beispiel des Verkaufs des Wohnkomplexes in der Stauchitzer Schulstraße.
Als im Jahr 2000 der Verkauf möglich wurde, konnten ein Teil der daraus entstandenen Geldmittel den Mitgliedern verfügbar gemacht werden

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