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Teibgemüseerzeugung und Jungpflanzenanzucht
In der Badstrasse in Hof erzeugte die Abteilung III der Genossenschaft
Jungpflanzen zur Frühgemüseerzeugung in der erweiterten Gewächshausanlage unter Glas und unter Folie der ehemaligen GPG „Jahnatal “ Hof.
Treibgurken und Treibgemüse nach der Jungpflanzenanzucht standen auf dem
Programm dieses Teams. Nebenbereiche der Abteilung III befanden sich in Stauchitz und Salbitz und leisteten unter oft nicht einfachen Voraussetzungen, mit veralteten Anlagen, Beachtliches. In einem Teil der zweiten Hallenkombination der Vermarktungsstation in Hof war eine Anzuchtanlge zur Produktion von Chicoree eingebaut worden. In ihr hatte diese Abteilung die Aufgabe, aus im Freiland angebauten Wurzeln dieser Frucht, die daraus zu treibenden Schösslinge, den Chicoree zu gewinnen.
Jährlich bereitete die rechtzeitige Beschaffung und die notwendige Menge an Heizmaterial Probleme. In manchen Jahren half im letzten Augenblick die so genannte „Staatsreserve“. An elektronisch gesteuerte Ölheizung war noch nicht zu denken. Mühselig wurden zumeist Braunkohlenbriketts, auch Rohbraunkohle, verfeuert. Koks und Steinkohle zu erhalten, war schwierig. Elektronisch wurden die Produktionsergebnisse ausgewertet und regten zur Leistungssteigerung an.
Als Leiter dieses Bereichs fungierte der erfolgreiche ehemalige Vorsitzende der GPG “ Jahnatal “ Hof, Herr Gottfried Richter.
Seine Genossenschaft war vor dem Zusammenschluss mit der GPG „Sonnenschein“ Staucha vom Staat als „Staatlich anerkannter Gemüsebaubetrieb“ ausgezeichnet worden.

Organisation der Gemüseproduktion

Abteilung I:
Im Bereich Gleina, Dobernitz, Staucha arbeitete Gemüseproduktions – Abteilung I.
Sie erzeugte Gemüse in dem Gebiet, in dem die GPG „Sonnenschein“ entstand.
Als Basisstation erhielt sie die Vermarktungsstation in Gleina in der Nähe der ehemaligen Windmühle.
Aus in die Genossenschaft eingebrachtem Boden der Mitglieder der Genossenschaft, aus von Kleinflächenbesitzern zugekauftem Land und von
Typ I – Bauern eingebrachtem Land setzten sich die Gemüseanbauflächen zusammen. Später kamen Austauschflächen von der Pflanzenproduktion dazu.
Wie die Vermarktungsstation in Gleina entstand, konnte weiter oben beschrieben werden.
Später wird darauf eingegangen, welcher Aufwand erforderlich war, optimale Bedingungen zur Bewässerung zu schaffen.
Um Gemüseanbauflächen dieses Bereich mit Wasser zu versorgen, war in Richtung Staucha ein Höhenunterschied von bis zu 50 m zu überwinden. Dazu waren Pump – und Trafostationen zu errichten. Selbst das am höchsten gelegene Marienhöhe – Plateau wäre zu bewässern gewesen, hätte der Wasservorrat des Wasser- Speichers Staucha genutzt werden können. Kurz vor der Wende stand die Indienststellung, mit sehr hohem Aufwand betrieben, in Verbindung mit der Wasserwirtschaft, bevor.
Durch die Kostenträgerrechnung konnte diesen Gärtnerinnen und Gärtnern gute bis sehr gute Ergebnisse nachgewiesen werden.
Als Leiter fungierte ein ehemaliger TYP I – Landwirt, Herr Martin Hönicke. der sich sehr gute gärtnerische Fähigkeiten unter Anleitung des Produktionsleiters und Qualitäten in der Menschenführung aneignete.

Abteilung II.
Im Jahnatal und angrenzenden Bereichen, erzeugten die Gemüsegärtner in Hof auf relativ ebenen Flächen erfolgreich Gemüse.
Die Bodenqualität entsprach nicht auf allen Flächen, dem der Abteilung I in Gleina. Die Anschwemmböden im Jahnatal waren zum Teil so genannte „5 Minuten -Böden „,einige zu nass, durch den Auecharakter.
In der Vermarktungsstation in Hof, an der B 169, erhielten die Gärtner im Bereich Hof ihre Basis.
Aus den Reihen der Kooperativen Gemüseproduktion in die GPG „Sonnenschein“ delegierten und später integrierten Genossenschaftsbäuerinnen- und bauern übernahem ein erfahrener Landwirt und Gemüsebauer, Herr Heinz Gasch, die Leitung dieses Bereichs. Seiner Menschenführung ist es zu danken, dass die aus mehreren Genossenschaften zusammengefügte Belegschaft zu einer Einheit zusammenwuchs.
Herr Harald Tänzler, in der Genossenschaft ausgebildeter Gärtner, leitete
erfolgreich nach dem Ausscheiden des vorher Genannten diesen Verantwortungsbereich.
Welche beruflichen und kaufmännischen Qualitäten der junge Mann besitzt, demonstriert er in seinem neu errichteten, bewundernswert prosperierenden Jungpflanzen – Anzucht – Betrieb nac h der Wende. Offensichtlich marktbeherrschend, ist sein Betrieb in der Lage, sehr beachtliche Mengen Gemüsepflanzen abzusetzen und somit in der Marktwirtschaft zu bestehen.
Auf dem an der B169 gelegenen Territorium, in der Nähe der so genannten „Scheune Rendler „, entstand eine Brunnenkaskade. Sie garantierte die Zusatzversorgung der Gemüsekulturen mit Wasser.
In der Nähe dieses Geländes soll sich die sagenumwobene „Feste Ghana “ der Slawen befunden haben, die Heinrich I um 929 besiegte.
Danach stand der Errichtung der Burg- und Mark Meißen nichts mehr im Wege.
Luftaufnahmen und Grabungen durch Wissenschaftler im Jahr 2003 konnten den Beweis erbringen, dass die Feste Ghana sich in der weiter oben bezeichneten Stelle befand.
Weitere Grabungen sollen in den kommenden Jahren folgen, um den Beweis weiter zu vertiefen.

8 etwa 20 m tiefe Bohrungen waren notwendig, um aus dem Grundwasser – Vorrat das kostbare Beregnungswasser zu gewinnen. Mit ihm war die Genossenschaft in der Lage, eine einigermaßen stabile Wasserversorgung für die Gemüse Beregnung zu schaffen. 500 cbm /h bei voller Brunnenleistung standen zur Verfügung.
Im Urstromtal der ehemaligen Mulde, durch tektonische Ereignisse, jetzt das Flüsschen Jahna, konnten Wasservorräte in Trinkwasserqualität genutzt werden. In den Anfangsjahren des Gemüsebaus im Hofer Gebiet wurde die fließende Welle der Jahna zur Bewässerung genutzt. Der schlechten Wasserqualität mit ihren negativen Folgen wegen, musste die Wassergewinnung daraus unterbleiben.
Zu welchen Problemen diese Wassernutzung selbst für den Vorsitzenden führte, wird weiter unten betrachtet.

Entwicklung zum Blumenkohl Spezialbetrieb

In der Regel sind beim Blumenkohl Anbau bis zu 10 Folge- oder Teilernten erforderlich.
Mit 6 „Ernteförderbändern Staucha“ wurde jährlich der Blumenkohl von 330 bis 360 ha, insgesamt waren es 8 bis 10000 t, geerntet.
In den ersten Jahren der gemeinsamen, also genossenschaftlichen Arbeit, erntete man Blumenkohl herkömmlich. Ernterinnen schnitten den erntefähigen Blumenkohl in Körbe. Den männlichen Belegschaftsmitgliedern war es vorbehalten, auf dem Rücken die gefüllten Körbe zum Feldrand zu tragen. Sortiert und in Kisten verpackt, erfolgte der Abtransport in der Regel vom Feldrand aus.
In den frühen Sechzigerjahren des Zwanzigsten Jahrhunderts existierten noch private – neben staatlichen Handelsbetrieben, an die der Verkauf des Gemüses vorgenommen werden konnte. Zunehmend reglementierte jedoch der staatliche Handel den Absatz.

Probleme bei der Ernte und beim Einsatz von Erntetechnik

Eine Erleichterung der sehr schweren körperlichen Arbeit bei der Blumenkohlernte wurde mit dem „Ernteförderband Staucha“ zweifelsfrei für die Gärtnerinnen gefunden. Unter hiesigen klimatischen Bedingungen konnte diese Kultur von Mitte Mai bis Mitte November geerntet werden. Hunderte Bückvorgänge waren täglich erforderlich, um die Köpfe mit vollen Umblättern mit einem Messer vom Strunk in Bodennähe zu schneiden, etwa bis in Brusthöhe anzuheben und nach vorn abzulegen. Der Erntevorgang geschah in ständiger Fortbewegung. Arbeitstempo richtete sich nach der Anzahl der zu erntenden Blumenkohlköpfe. Witterungsverlauf ist für Blumenkohlernte entscheidend. In kühlen Witterungsperioden wächst diese Kultur sehr verhalten. Schwühlwarmes Wetter kann explosionsartiges Wachstum verursachen. Dem Skelett der Ernterinnen wurden immense Leistungen abverlangt.
Auf einen leistungsfähigen Traktor war ein in drei Teile faltbares,15 m breites Querförderband aufgesattelt. Vergleichen Sie dazu unter dem Absatz „Denkmal“ dargestellte Aufnahmen.
Zum Straßentransport war die Dreiteilung erforderlich und es konnte in Fahrtrichtung an den Traktor hydraulisch angeklappt werden. Von der Zapfwelle des Traktors angetrieben, rotierte es ständig und förderte den abgelegten Blumenkohl auf den in einer Spur nebenherfahrenden Traktor mit Spezialanhänger.
Voraussetzung für das Funktionieren dieses Anbau- und Erntesystems war die genau Abstimmung der einzelnen Produktionsabschnitte.
Spezielle Pflanzmaschinen sorgten für spurengenauen Anbau. Darauf abgestimmte Hack- Pflege – und Pflanzenschutzmaschinen ermöglichten optimale Pflege der
Kulturen. Mit kilometerlangen so genannten fliegenden Alu – Rohrleitungen, auf denen leistungsfähige Regner angebracht waren, bekamen die Pflanzen das erforderliche Wasser. In festverlegten Rohrleitungen wurde das Wasser aufwändig an die Gemüsefelder herangeführt.
Große Pumpenanlagen gewannen Beregnungswasser aus Tiefbrunnen und sorgten für den erforderlichen Druck im Leitungssystem.
Erheblicher finanzieller Aufwand gehörte zur Errichtung, Pflege und Wartung des gesamten Funktionssystems.
Bedrückend blieb die Tatsache, dass die Qualität des Blumenkohls, verursacht durch die zahlreichen Fallstufen und Transportvorgänge, nicht auf dem Stand der herkömmlichen Erntemethode aus den Gründerjahren gehalten werden konnte. Der empfindliche Blumenkohl erhielt Druckstellen. So entstand trotz Frischvermarktung eine belästigende Qualitätsminderung. Sie führte zu erheblichen Einbussen.
Obwohl hervorragende Qualitäten auf den Blumenkohlfeldern geerntet wurden, blieb das Endprodukt in der Verkaufsstelle für den Kunden unbefriedigend.
Das Ansehen der Genossenschaft erlitt durch diesen Sachverhalt in den Fragen: „Meine Hand für mein Produkt“ manchen Kratzer.
Alle größeren Gartenbaubetriebe litten unter dem Qualitätsproblem.
Ständig musste nach besseren Methoden Ausschau gehalten werden um die riesigen Mengen Blumenkohl, nach Möglichkeit maschinell geerntet, aber qualitätserhaltend, auf den Markt zu bringen.
Besonders wichtig war dabei die Erkenntnis, dass die schwere körperliche Arbeit, verbunden mit unzähligen Bückvorgängen, der Witterung ausgesetzt, auf die Dauer unhaltbar war.
Nach Ausscheiden der fleißigen Gärtnerinnen, die mit dem Einsatz ihrer Gesundheit die Stabilität der Genossenschaft wesentlich beeinflussten, sah
die Leitung Probleme besonderer Art auf sich zukommen.

Es wird wiederholt: Nur mit 1,5 Mill Ausländern können zur Zeit deutsche Wein- und Gemüsegärtner ihre Ernteprobleme bewältigen, obwohl es 4 Mill Arbeitslose
in der Bundesrepublik gibt.

Angedacht war ein Ernteverfahren, dass mit einer Art Scanner die Qualität und Größe des Blumenkohls elektronisch erfassen sollte. Eine mechanische Vorrichtung hätte die Blumenkohlköpfe abgeschnitten und auf das Ernteband gehoben.
Erhebliche Probleme wären dabei durch den Mangel an geeignetem Material zu überwinden gewesen.
Mit mehr Eifer und Erfindergeist hätte sich das Problem lösen lassen.
Maschinelle Blumenkohl Ernte, wie sie als Diskussionsgrundlage mehrjährig bestand, blieb in dieser Phase stecken.
Es fehlte den Verantwortlichen die Fähigkeit, sich in die technischen Probleme hineinzudenken. Die größten Hemmnisse dabei waren die Materialprobleme und die
zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorhandenen elektronischen Möglichkeiten.
Sollte sich jemals Jemand mit dieser Problematik auseinandersetzen, sei gesagt:
„Sonnenschein “ produzierte Zuckerrüben mit Hunderten von Menschen auf den Feldern.
Heute erzeugen 1 Traktorist und eine Einzelkornsämaschine sowie die entsprechende Pflanzenschutz- und Erntetechnik die Zuckerrüben.
Warum also hätte das Blumenkohlproblem nicht auch gelöst werden können?

Blumenkohl galt in der DDR als „Feingemüseart“

Durch die Autarkie – Bestrebungen der DDR – Regierung mangels erforderlicher Devisen, gewann Blumenkohl besondere Bedeutung.
Um Blumenkohl erfolgreich zu erzeugen, waren riesige Bewässerungsinvestitionen notwendig. Außerdem mussten bedeutende Rotationsflächen verfügbar sein. Mehrmaliger Kreuzblütleranbau auf gleichen Anbauflächen, erzeugt Kohlhernie – Erkrankungserscheinungen des Bodens. So genannte phytosanitäre Maßnahmen waren erforderlich. Sehr teure Spurenelemente gelangten zum Einsatz, um Schäden entgegenzuwirken. Molybdän zum Beispiel war notwendig zur Herzbildung, aus der sich der begehrte Blumenkohlkopf entwickelte.

Suche nach qualitätserhaltenden Ernteverfahren

Letzte Erkenntnisse vor der Wende besagten, dass auf die Erntemethode mit drehbaren Erntehängern mit herab geklappter Planke, die in Schrägstellung Kisten aufnehmen konnte, zu orientieren sei.
In Leistungsarbeit ernteten die Gärtnerinnen und Gärtner den Blumenkohl, sortieren und verpackten ihn sofort in die auf der schrägen Bordwand befindlichen Kisten. Ein Kollege stapelte die gefüllten Kisten auf Paletten. Das Erntegut wurde in den Vermarktungsstationen entladen, sortiert, palettesiert und mit den Gütekarten versehen, zum Versand bereitgestellt.
Mit dieser Methode konnte die Leistungsbereitschaft, die Bereitschaft zu hoher Qualitätsarbeit und damit die Reklamationen positiv beeinflusst werden.
Eine Leistungssteigerung bis zu 20 % wurde erwartet, die sich vor allem für die Ernteteams durch Leistungsvergütung bei Einhaltung der Qualitätsparameter niederschlugen.

Die GPG wurde zu immer größeren Leistungen getrieben

Wirtschaftliches Erstarken von „Sonnenschein“ führte bei den Staatsorganen dazu, immer höhere Anforderungen an das genossenschaftliche Leistungsvermögen zu stellen.
Immer mehr entwickelte sich „Sonnenschein“ zum größten Steuerzahler aus dem Volkswirtschaftszweig Landwirtschaft im Kreis Riesa.
Vor der Planung wurden von den Staatsorganen hohe zu erzielende Gewinne vorgegeben. Sie mündeten in sehr hohen Abgabeverpflichtungen.

Kontinuierlich entwickelten sich die Gemüseanbauflächen.
Von ursprünglich 16 ha, stieg durch Übernahme von Typ I Bauern die Produktionsfläche auf etwa 100 ha an.
Nach der Bildung der Kooperativen Gemüseproduktion wurde von der
neugebildeten GPG „Sonnenschein“ von über 400 ha Gemüse gefordert. Durch zum Teil zweimaligen Anbau auf einer Fläche entstand eine Erntefläche von 600 bis 700 ha.
Absehbar war, dass durch die Vereinigung von GPG und LPG Pflanzen- Produktion zur LPG „Sonnenschein“ Staucha weitere Gemüseanbauflächen zur Verfügung standen, die einen weiteren Ausbau der Gemüserzeugung ermöglicht hätten.

Für die Bewässerung von Futterflächen und vor allem Gemüseanbauflächen investierten die Genossenschaft mit riesigem finanziellen Aufwand im Gebiet von Hahnefeld – Reppen – Raizen durch den Wasserspeicherausbau und Rohrtrassenverlegung in Hahnefeld.
Mit den torfartigen Aushubmassen wurde unter anderen Flächen, die so genannte „Trebsche – Hohle“, zwischen Staucha und Treben gelegen, verfüllt und begonnen in den „Cutten“ nach Verlegung des Abwasserrohrsystems bis in Höhe des „Staucha – Baches“, nördlich von Dösitz, Torfmassen zur Bodenverbesserung einzubringen. Die Dunkelfärbung des Bodens ist noch zu erkennen.

Als Mitnutzung des von der Wasserwirtschaft errichteten Wasserspeichers Staucha stand die Bewässerung im Gebiet Marienhöhe – Plateaus, südöstlich von Staucha, bevor.
In Richtung Pößig, Alte – Poststraße begann die Verlegung eines Bewässerungssystems, um dort befindliche weniger leistungsfähige Böden effektiv zu nutzen.
Weitere Vorstellungen in Richtung Seerhausen – Riesa zur Nutzung dortiger Wasservorräte waren angedacht.
Dabei gerieten die offensichtlich vorhandenen Wasservorräte an der F6, hinter Seerhausen in Richtung Riesa,ins Blickfeld.
Die Wendeereignisse verhinderten diese Entwicklung.
Begonnene Maßnahmen wurden zum Teil beendet und mussten bezahlt werden.
Sie erforderten noch 1989 und 1990 Millionenbeträge.
Die noch existierende Bezirksverwaltung in Dresden erzwang die Bezahlung.
Die Liquidität der Genossenschaft wurde dadurch außerordentlich strapaziert.

„Ohne Wasser merkt euch das“ ..

Auf einem im so genannten Schiritztal an der „Alten Poststraße“, etwa 500 m östlich von Stauchitz gelegenen, von Herrn Karte in Staucha erworbenen, Wiesengrundstück, wurde nach der Gründung der GPG ein Tiefbrunnen abgeteuft.
Artesisch trat Wasser zu Tage. Aus einem Auffangwasserspeicher, nach Errichtung von Trafo – und Pumpstation und einer selbstverlegten Wasserleitung, über mehrere Kilometer bis an die Gemüsefelder in der Nähe des Kreuzweges Gleina / Dobernitz, Staucha / Stauchitz gepumpt, konnten die Gemüseflächen in diesem Bereich und zum Teil bis nach Staucha gefördert, bewässert werden.

Ein Versuch, aus einem in Dobernitz abgeteuften Brunnen und angelegtem Wasserspeicher zu bewässern, schlug mangels ausreichenden Wassers fehl.
In schwerer körperlicher Arbeit, ohne ausreichende Grabe – Technik, erfolgte der Aushub der Verlege -Trassen für die Wasserleitungen.
Durch Zukauf von Kleinflächen, von verkaufswilligen Kleinflächen Besitzern, deren eigener Wille es war, ihren Boden an die Genossenschaft zu verkaufen, konnte somit westlich Gleina ein zusammenhängendes Gemüseanbaugebiet entstehen.
Für eine optimale Bewässerung stand jedoch nicht ausreichend Beregnungswasser zur Verfügung.
Erst nachdem die Brunnen in der Jahnaaue in der Nähe von Hof, „Rendlers Scheune“, wirksam wurden, konnte den Gemüsegärtnern in Gleina/Dobernitz
ausreichend Beregnungswasser angeboten werden.
Nachts gelangte Wasser aus der Jahnaaue in den Wasserspeicher im Schieritz – Tal. Dass trotz des riesigen Aufwandes der Kostensatz der Genossenschaft bei 70 Prozent lag, ist ein Zeichen dafür, dass mit gärtnerischem Fleiß und Können gearbeitet wurde.

Erwerb von Grund und Boden – Staatsorgane missbilligen den Zukauf
Zu erwähnen ist, dass die im Vorwende-Regime vorherrschende Philosophie dem Boden keinen oder einen sehr geringen Wert zumaß. Der Erwerb des beschriebenen Bodens erfolgte deshalb zu Preisen, die dem heutigen Verständnis angemessen, in keinem Verhältnis stehen.
Den Verkaufswilligen konnte jedoch zumeist geholfen werden, da sie zu den zum Zeitpunkt des Verkaufs bestehenden Verhältnissen aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage waren, eine eigene Nutzung durchzuführen.
Für die Kleinflächen – Besitzer bedeutete in der Vergangenheit der zum Haus gehörender Boden eine nicht zu unterschätzende Selbstversorgungsgrundlage und die Möglichkeit, durch Kleintierhaltung und Gemüseanbau den Familienetat aufzubessern.
In den Fünfziger – und Sechzigerjahren des Zwanzigsten Jahrhunderts hatte sich durch die Vollbeschäftigung in den Familien ein auskömmliches Einkommen entwickelt, so dass einige, zumeist aber auch ältere Kleinflächen Besitzer, sich von ihrem Boden trennten.
Dagegen erwarben sich Kleingärtner, die in „Feierabendtätigkeit“ Gemüse erzeugten, zum Teil beträchtliche zusätzliches Einkommen. Vom Staat erfolgte dafür keine Besteuerung.

Mit zweitrangigem Material Bewässerungsanlagen gebaut

Als Wasserleitungsrohre für die Bewässerungsvorhaben standen der GPG in den Jahren 1960 bis 1975 nicht etwa dafür präparierte Stahl- oder Plastrohre zur Verfügung.
Aus dem Stahlwerk in Riesa konnten nur dadurch, dass die Küchen mit Gemüse versorgt wurden, Rohre 2. Qualität bezogen werden.
Nicht selten enthielten sie Haarrisse, so dass sie bei der Druckprobe ausgewechselt werden mussten.
Sorgfältige Konservierung des Rohrmaterials unterblieb auf Grund des notwendigen Bau- und Verlegungstempos und mangels geeigneter Methoden.
Der Korrossionsprozess der Stahlrohre konnte nicht verlangsamt werden. Entsprechende Probleme in wenigen Jahren waren damit vorprogrammiert.
Erhebliche Reparaturarbeiten des mit der Verlegung beauftragten Verantwortungsbereiches waren die Folgen.

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