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Nach der Mauerrißepisode
bin ich nach etwa 300 m vom heimatlichen Grundstück entfernt am Ziel.

Gelegen ist unser „Berg“ an einem Teil des Nordhanges einer Schlucht, die, wenn sie nicht künstlich angelegt wurde, durch Witterungseinflüsse entstanden sein muss.
Ärgerlich dabei ist, dass durch diese „Hohle“, wie sie genannt wird, bei Starkregen Wasser- und Schlammmassen fliesen.
Dieser Belastung unseres Ortes abzuhelfen, standen von der Gärtnerischen Produktionsgenooenschaft „Sonnenschein“ beschafft, einmetrige Betonrohre zur Verfügung. Sie sollten durch die mit hahnefeldschem Teichschlamm verfüllte „Trebsche Hohle“ geleitet, an das Abwassersystem der „Kutten“ angeschlossen werden.
Bei einigermaßen gutem Willen hätte der Einbau erfolgen können.
Er wurde, nach meinem Dafürhalten, hintertrieben.
Diese Fehlentscheidung ist unverzeihlich. Sie muss dem Vorstand von „Sonnenschein“ angelastet werden. Bereits erworbene Betonrohre verkommen nun ungenutzt auf dem ehemaligen Gelände der Vermarktungsstation in Gleina. Von den Mitgliedern erarbeitete Mittel wurden vergeudet.
Überschwemmungen und damit Schäden an Straßen und Häusern werden bei Starkregen weiterhin angerichtet. Wir können förmlich ein Lied davon singen. Unser Grundstück war meist am stärksten davon betroffen. Nicht nur von hier, aus dem Park,vom Böttcherberg und von der Lommatzscher Straße strömten die Wasser- und Schlammmassen vorbei. Unser Brunnen und der Keller wurden geflutet. Nachbarn und Feuerwehr halfen uns bei der Beseitigung der Schäden.
Ich erlebte mit, wie Gullydeckel vom reißendem Wasser davongetragen und sogar gefüllte Dieselfässer vorbei geschwemmt wurden.
Aus den deckellosen Gullyeinflußöffnungen schossen meterhohe Wasserfontänen. Der Überdruck war durch die 110 Zentimeter-Durchmesser- großen-Abwasserleitungen nicht mehr aufzunehmen.
Ende der Achtzigerjahre des Zwanzigsten Jahrhunderts überzog uns ein Hagelunwetter in den letzten Maitagen. Die Größe der Hagelkörner gestattete es, vor den Abwassereinflüssen Abwehrdämme zu errichten, um die anströmenden Wassermassen ins Abwassersystem einzuleiten.
Als Kuriosum dieses Ereignisses erfror ein Bürger in Treben bei dreißig Grad Hitze die Füße. Er war barfuß den Eismassen zu Leibe gerückt.
Gott sei’s gedankt, dass diese Unbilden nur bei den so genannten Jahrhundertunwettern auftraten.
Dass sie völlig ausbleiben, ist ungewiss. Auch die unser Gebiet einschliessenden zwei Starkstromleitungen sind dafür keine hinreichende Garantie. Beobachten kann man, dass wir zwischenzeitlich zu einer Art Trockengebiet wurden. Wenn um uns herum unwetterartige Regenfälle Schäden anrichten, fallen bei uns nur geringe Niederschläge. Liter je Quadratmeter sind die Masseinheit für Niederschläge. Für unser Gebiet muss die neue Masseinheit „Tropfen je Quadratmeter“ eingeführt werden. Ausnahmen bestätigen die Regel!

4 Meter steil ragt ein Hang vor unserem „Berg“ empor. Meine Schwiegereltern nutzen das dahinter befindliche etwa 1700 Quadratmeter große Gelände als Gemüseanbaufläche, als Obstgarten und als Futterfläche für die Haustiere.
15 riesige alte Clapps – Liebling Bäume standen an den Außenseiten.
Das Areal ist nicht eingezäunt. Die Bäume bilden somit eine Art Grenzmarkierung. Die Topografie, die Gestalt der Gartenfläche, ist ungewöhnlich.
Von der Straße aus führt die Grenze den Steilhang hinauf in nordöstlicher und nach 15 Metern in nördlicher Richtung.
Nach etwa 30 Metern wendet sie sich in westliche Richtung. Dabei verläuft sie sicherlich gradlinig von einem Grenzstein zum anderen. Um die gute Nachbarschaft nicht zu gefährden oder um das Zufahrtsrecht über das Nachbargrundstück zu ermöglichen, hat man beidseitig toleriert, dass Grenzabstände keine Rolle spielten. So ist es hinzunehmen, dass an einer Stelle der Westgrenze Tannenbäume auf unserem Gelände stehen. Johannisbeerbüsche der Nachbarn stehen unmittelbar auf der Grenze.
Am suedwestlichsten Punkt, dort wo die Zufahrt über das Nachbargrundstück mit Pferdefuhrwerk und mit Dieselameise möglich war, ist kein Grenzstein mehr aufzufinden. In einem Schwenk nach Westen den Hang hinauf befindet sich der Grenzstein an einem etwa 2,50 m hohen Steilhang. An der Oberseite des nach Nordosten führenden Steilhanges bis an die Grenze der ehemaligen Rittergutsfelder verläuft hier die Grenze. Die Nordgrenze bilden nach einem ebenen Stück, ein Steilhang, dahinter etwa 2 m ebenes Land und die riesigen 4 noch erhaltenen Birnbäume
Inzwischen im Jahr 2007 sind sie so alt, dass nur noch einer trägt und drei nur gerodet werden können.
Sie müssen uralt sein, denn als ich bei meinen Schwiegereltern auftauchte, sahen sie schon ebenso alt aus wie heute nach einem fast dreiviertel Jahrhundert.
Hinter den Obstbäumen befand sich ein Steilhang, der von riesigen Weißdornbüschen bestanden war. Da durch Weißdorn und Schwarzdorn für die Obstbäume Gesundheitsgefährdung ausgeht, mussten die Büsche weichen und machten Bodendeckerblumen Platz. Ich bezeichne diese weißen, sich vor allem mit unterirdischen Trieben aggressiv vermehrenden Pflanzen als „Eisblumen“. Dabei bin ich sicher, dass der richtige Name anders lautet.
Weißdorn und Schwarzdorn waren Wirtspflanze für eine obstbäumevernichtende Schwarzbrandkrankheit.
Die Ostgrenze führt geradlinig etwa 30 m nach Südosten und schwenkt dann sich nach Südwesten wendend den Berg hinab um an der Straße etwa zwanzig Meter in westlicher Richtung an den beschriebenen Ausgangspunkt zu gelangen. Die hier angepflanzten „Clappa-Liebling“Bäume standen so dicht an der Grenze und an der Strasse nach Treben, dass sie nicht erhalten werden konnten. Birnen fielen in Nachbars Garten, auf die Strasse und bildeten unnötige Gefahrenquellen.
Nach den Überlieferungen soll das Grundstück ein Lehmabbaugebiet gewesen sein. Nach verschiedenen Seiten abfallende Stufen und an den Rändern befindliche Steilhänge deuten darauf hin. Gräbt man den Boden um, wird nach einem Spatenstich ein gelber Lehm sichtbar.
Mit Feldbahn soll das Material für eine Töpferei auf unser Grundstück befördert worden sein. Im Hausgarten kommen ständig noch Bruchstücke zu Tage, die darauf hindeuten.
Als ich in der Familie meiner Gattin aufkreuzte, erinnern mich vor allem die qualvollen Mähvorgänge mit der Sense auf dem so genannten „Berg“ an dieses Grundstück. Schweisstreibend mähte ich mit der Sense.
Obwohl ich über einen landwirtschaftlichen Berufsabschluss verfüge, war die Sense nur noch Relikt aus vergangener Zeit. Des “ Dengelns “ unkundig, quälte ich mich deshalb mit einer nicht genügend scharfen Sense. Das von mir gemähte Gras stand zum Teil hinter dem Mähvorgang wieder auf. Die Dengelfertigkeit eines alten „Haudegens“ musste ich in Anspruch nehmen, um einigermaßen zurecht zu kommen.
Während meiner Berufstätigkeit benötigte ich für das Mähen, zum Teil mit meinen Söhnen, einen halben Tag und länger.
Auf den Steilhängen wurde die Grasernte geradezu zu einem Balanceakt. Nicht ungefährlich, denn es bestand die Möglichkeit, kopfüber den Hang hinabzustürzen und in die Sense zu gelangen.
Nach meiner Berufstätigkeit, die ich im Achtundsechzigsten Lebensjahr beendete, war die Kleintierhaltung längst abgeschafft.
Der „Berg“ mit seinen Grasflächen war immer noch da. Grasmäher erleichterten zwar das Mähen erheblich. Alle vierzehn Tage musste die kleine Maschine in Gang gesetzt werden, um dem Gras zu Leibe zu rücken. Erstaunlich, es wuchs ohne Düngung immer besser. Als wir noch Futter für die Kleintierhaltung brauchten, hätte man sich so einen Bestand gewünscht. Dadurch, dass ich beim Mähen die Biomasse breitgestreut auf dem Bestand liegen ließ, bildete sich eine Humus bildende Schicht. Sie führte offensichtlich zu Ertragssteigerung ohne sichtbar zu vermoosen.
Die Ernte, auch mit dem Grasmäher ist eine schweißtreibende Arbeit.
Nach dem Ausscheiden aus meiner Berufstätigkeit, nahm ich mir vor, wie schon eingangs erzählt, auch intensiv körperlich tätig zu bleiben.
Obwohl mich nach der Wende, durch die Ereignisse des Wandels gefördert, Herzrhythmussstörungen plagten, bekam mir körperliche Anstrengung auffällig gut. Sogar mein Tinitus = Ohrengeräusch verschwand zum Teil, wenn ich körperlich aktiv war und noch bin. Also war und bin ich gut beraten, mich anzustrengen.
Gartenarbeit am eigenen Haus und im Garten meines zweiten Sohnes, ließ immer noch Freiräume offen.
Eines Tages war mir klar, dass ich auf dem „Berge„ die Grasnutzung beenden musste.

Zunächst hatte mein zweiter Sohn eigentlich vor, dort ein Wohnhaus zu bauen. Das Projekt sah vor, in den Hang an der Straße ein Gebäude zu errichten, das dreistöckig entstehen sollte. Ebenerdig Garage, der Mittelteil hätte die Nassstrecke, wie Bad, Toilette, Waschraum, Werkstatt, aufgenommen, Oben hätten sich die Wohn- und Schlafräume ausbreiten können. Rundherum wäre der große Garten mit Blumen,Stauden, Gemüse und Obst gelegen.
Zu DDR-Zeiten konnte bereits Baumaterial angeschafft und an der Nordseite der bereits beschriebenen großen Rittergutsscheune gelagert werden. Bauholz wurde im Erzgebirge beim Förster der Riesenberger Häuser geworben. Im Dahlener Sägewerk wurde es als Bauholz gesägt und in unserem Garten gelagert.
Meinen Sohn Wolfram hatte ich beim Bau unseres Doppelhauses massiv unterstützt. Hardy sollte deshalb bei der Errichtung eines Hauses Unterstützung angedeihen.
Die Wende und die Gelegenheit, mein Elternhaus wieder zu erwerben, zerschlug den Plan des Hausneubaus. Zum Vierzigfachen Preis, wie mein Bruder das elterliche Anwesen verkauft hatte, erwarb mein Sohn es zurück.

Die Wende hatte die Eigentumsverhältnisse im Rittergut verändert. Unsere Baumateriallagerung behinderte die Entwicklung eines Betriebes, der Material für die Kleintierhaltung fertigt und verursachte Lagergebühren.
In einer wochenwährenden Transportaktion beförderte ich mit einem zweirädrigen Gummikarren etwa 40 t Hochlochsteine an unser Grundstück und stapelte sie im Garten an der Scheune.
Das alte Haus hatte ich inzwischen abgebaut. Von oben bis unten wurde es verwertet. Das gewonnene Holz zerlegte ich zum Heizen.
Damals funktionierte die Heizung noch mit Warmwasserkessel. Den Bauschutt versenkte ich im Garten. Ein Kran hatte den Mauerabriss besorgt und eine Sandschicht darüber aufgebracht. Jetzt ist ein von Tannen begrenzter,in der Mitte von drei Essigbäumen (Rhus) bestandener Kleegarten entstanden. Unsere Hühner nutzen ihn weidlich, wie bereits gesagt als „Glückliche Hühner“.

Die sonntäglichen Spaziergänge führten nicht selten auf unseren „Berg“. Ursprünglich setzen wir uns einfach ins Gras. Sonderlich bequem war das nicht. Aus Hardys Bauholz fertigte ich eines Tages eine Bank. An einem schattigen Plätzchen im Westteil hinter einem von mir angelegten Wasserschutzwall fand sie ihren Platz. Der Wall bildete eine erste Hochwasserbarriere. Bei Starkregen schossen erhebliche Wassermassen durch diesen Teil des Gartens. Der Weg nach Treben wurde mit Schlammmassen belegt. Zur Vermeidung dieser Umstände legte ich an der Südgrenze einen Damm an. Eine Bewährungsprobe bestand er noch nicht. Seither gab es keine schlammbildenden Starkregen.
Bald stellte sich heraus, dass zur Ablage an der Gartenbank ein Tisch erforderlich sei. Ich wagte mich daran, einen stabilen Tisch zu fertigen. Es gelang. Beim Verweilen auf der Bank fand man schließlich, dass man der Witterung ausgesetzt sei. Was blieb übrig, um die Bank und den Tisch herum musst ein Überdach errichtet werden.
In schlaflosen Nächten entstand zunächst gedanklich der Bauplan. Im Verhältnis 1 : 10 wurde er zu Papier gebracht. Ich entwickelte ein sechseckiges Bauwerk. Aus Hardys Bauholz, das nun ungenutzt da lag und nach der Wende unverkäuflich war, entstanden die Einzelteile.
Vor unserem Wohnhaus hatte ich inzwischen eine Überdachung gebaut,die zwar nicht der Vollendung letzter Schluss ist, aber den Zweck erfüllt. Tritt man nun aus dem Haus, können einem Niederschläge nichts mehr anhaben. Selbst zu Familienfeiern im Sommer bildete sie nun einen Wetterschutz. Herbststürme hat sie überstanden, wenn auch die Plastedachdeckung zusätzlich beschwert werden musste um den Stürmen nicht zu viele Angriffspunkte zu gewähren.
An Holzarbeiten entstanden zusätzlich im Hühnergarten eine Holzkonstruktion, die den Zweck: Hühnereinfriedung, Wäscheaufhängung und Spalierobstgitter mehr oder weniger gut erfüllt.
Um gegen Witterungseinflüsse ein wenig geschützt zu sein, errichtete ich vor dem Heizungsfenster eine Überdachung. Sie soll mich vor Witterungseinflüssen bei Holzarbeiten schützen.
Zur Dachdeckung verwandte ich Plastplatten, die allerdings den zerstörenden ultravioletten Sonneneinwirkungen nicht standhält. Im Frühjahr 2001 überdeckte und friedete ich das Ganze mit glasklarem Profilmaterial ein. Es entstand ein zwar ungeheizter aber relativ großer Raum. In ihm werden Familienfeiern nun noch witterungstunabhängiger gefeiert. In den Sommermonaten, versteht sich.
Zusätzlich strapaziert unser Kater das Dach noch durch seine Sprünge vom Fensterbrett auf das Dach. Somit bilden sich bei Regen erhebliche Durchflüsse. Hier musste eine Änderung geschehen. Sie geschah, siehe oben.
„Lamprich“, unser Kater ist ein Fall für sich, über ihn will ich mich hier jetzt nicht ausbreiten. Inzwischen ist nun noch „ Blacky” hinzugekommen. Ein Findlingskater, den uns „ Tierfreunde ” halb verhungert und verletzt unter eine Tanne gelegt hatten. Er erhält bei uns Gnadenbrot. Wir wissen es nicht genau.
Vielleicht aus Altersgründen oder durch einen Unfall, fehlt ihm ein Reißzahn.
Komisch sieht’s aus, wenn er seine Zunge raussteckt. Offensichtlich kann er sie durch den Zahnverlust nicht mehr ständig im Maul halten. Er ist trotzdem
ein lieber, kleiner, schwarzer Kerl. Unglaublich anhänglich. Er muss vor unserer Zeit mit Menschen zu tun gehabt haben. Setzt man sich auf die Bank, springt er einem flugs auf den Schoß und will gestreichelt sein. Meine Frau hat ihn inzwischen lieb gewonnen. In die Wohnung nehmen wir ihn nicht mit. Er hat in dem beschriebenen Vorhaus eine angemessene Bleibe und wird täglich nach jeder unserer Mahlzeiten versorgt. Man sieht ihm eine Erholung an. Dadurch , dass er noch ein intakter „Herr „ ist, dominiert er um das Haus herum. Unser Riesenkater „Lamprich“ lässt sich von ihm verjagen. Mit weiblichen Artgenossen soll er sich bereits gepaart haben.

Eine kleine Werkstatt im Freien gestattet mir Holzarbeiten zu fertigen Von der Straße aus ist sie kaum zu erkennen, da sie hinter einer Silbertanne versteckt ist.

Beim Aufbau des Bauwerks um die Gartenbank und den Tisch auf unserem „ Berg ” half mir mein Enkel Daniel. Kritisch begleitete er unsere Holzarbeiten und deckte die Baufehler chonungslos auf.
Eine gewagte Dachkonstruktion mit ebensolchen Kunststoffplatten abgedeckt, wie ich sie vor unserem Wohnhaus verwandte. hält sie dei Witterungseinflüssen nun schon jahrelang stand.
Ein Bauwerk entstand, das nach 6 Seiten offen war. Wir bezeichnen es als „Pavillon“. Meine Brüder stellten bei einer kritischen Besichtigung und Sitzprobe fest: „es zieht!“ In einem an allen sechs Seiten offenen Bauwerk kann die Luft ungehindert fliesen.
Noch vorhandene und entsprechend aufbereitete Frühbeetfenster aus Hobbygärtnerzeiten baute ich schließlich an 5 Seiten ein, so dass nur noch nach Südwesten hin, mit Blick zur Kirche, eine Öffnung blieb. Die Luftströmung, die herbeiführt, dass es zieht, weht meist aus Nordwesten, konnte somit behindert werden.
Meine Gartennachbarn hatten mit Interesse das Bau-Treiben beäugt. Sie fragten eines Tages an, wann denn die Mieter einzögen?
Um die „Einzugswünsche“ zu befriedigen, fand eines Tages eine kleine Fete mit Wein und Bockwürsten statt. Selbst Frau Grützner, die in unserer Umgebung durch ihre heilenden Hände bekannt war, fand unsere kleine Gartenwelt als „kleines Paradies“, als sie von ihrem Sohn im Rollstuhl vorbeigeführt wurde.
Um den Pavillon herum entstanden kleine Blumenbeete. Vorwiegend in der ersten Zeit mit Tagetesblumen bepflanzt. Das Ganze sah schon ansprechend aus.
In der Folge überlegte ich mir, wie die Grasfläche ,in der sich zusätzlich Unkräuter angesiedelt hatten, genutzt werden könnte.
An Eisenstäben befestigt, mit langen Leinen, steckte ich eines Tages ein riesiges Kreuz auf der Grasfläche ab.
Zunächst nahm ich mir vor, mit einigen Beeten zu beginnen.
Bereits die ersten Spatenstiche erdeutlichten, dass die jahrzehntelange unbearbeitet gebliebene Rasenfläche sich nicht ohne Mühe ergeben würde. Nur nach einem ergiebigen Regen drang der Spaten mit vertretbarem Kraftaufwand in den Boden. Queckengras und Unkräuter hatten sich so ineinander verwoben, das die Trennung schwierig war. Jeder Spatenstich bildete eine kompakte Masse.
Unschwer war zu erkennen, in welch kräftezehrendes Abenteuer ich mich eingelassen hatte. Mein ohnedies strapaziertes Skelett musste die in gebückter Haltung auszuführenden Hub- und Hebelkräfte aufnehmen, übernehmen und aushalten. Kurzerhand kamen Zweifel, ob ich mir nicht zu viel zumuten würde.
Wenn ich zu diesem Zeitpunkt gewusst hätte, wie es wirklich um mein Gerippe aussieht, hätte ich sicherlich die Finger von meinem Unterfangen gelassen.
Anlässlich eines Krankenhausaufenthalts und einer radiologischen Untersuchung in Dresden konnte ich mich von dem ziemlich strapazierten Bauteilen meines Körpers überzeugen.

Dem „inneren Schweinehund“ bin ich nicht bereit, nachzugeben. Ich biss deshalb die Zähne zusammen.
Nicht schlecht staunte ich darüber, wie viel man in einer Stunde Rasen unter den beschriebenen Bedingungen umgraben kann. Leicht ließ sich errechnen, welche Zeit erforderlich wäre, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Bald konnte man erkennen, was hier vorging.
Zunächst grub ich zwei 30 Meter lange etwa einen Meter breite Beete. Ein Kreuz entstand. Nach jeweils 15 Metern legte ich ein Rundbeet mit einem Durchmesser von 4 Metern als Mittelpunkt an.
Sämtliche Beete strebten diesem Mittelpunkt zu.
Bei den Erdbewegungen stellte ich fest, dass der südliche Teil der Grasfläche tiefgründig aus Lößlehmboden bestand. Je weiter ich nach Norden mit meinen Grabearbeiten kam, nahm der Kulturboden ab. Bereits nach einem knappen Spatenstich förderte ich gelben, trockenen Lehm zu Tage. Die Oberfläche verfärbte sich zunehmend gelbfarbig. Zu erwarten war damit eine nach Norden hin erheblich abnehmende Bodenfruchtbarkeit.
Und noch etwas merkte ich. Oft stieß ich beim Graben auf stabil ausgebaute Röhrensysteme. Wühlmäuse hatten ein unterirdische Tunnelsystem angelegt. Es sollte später erhebliche Bedeutung erlangen.
Meine Gartennachbarn beobachteten von Ferne mein Tun.
„Du willst doch nicht etwa das Gras umgraben ?“ fragten sie etwas abschätzig. Was sollte ich da antworten? Mein Bruder Hermann besuchte mich gelegentlich zu einem Gespräch über Fragen, die sich bei „Sonnenschein“ ergaben. Nicht selten musste ich mich betrieblicher Gegebenheiten erinnern oder über von mir angelegte Computerdateien Auskunft geben. Hatte ich doch bis zu meinem Ausscheiden auf diesem Gebiet gearbeitet.
Er sagte zu meinem Vorhaben :“Willst du dir diese Arbeit aufladen, in deinem Alter ?“ Auch meine Frau mahnte, dass ich mich nicht übernehmen solle.
Je mehr Stimmen mich warnten, desto mehr verstärkte sich in mir der Wille, das Begonnene weiterzuführen.
Der Rücken schmerzte zwar. Dafür sank ich aber in den von mir gepflegten Mittagsschlaf um so tiefer ein. Manchmal musste ich nachdrücklich zu Tage gefördert werden.
Ich empfand diese Arbeit zunehmend nicht als Last, sondern als regelrecht körperliches Vergnügen. Was vor allem bemerkenswert war, mein Ohrengeräusch verschwand, wenn ich mich körperlich anstrengte. Wogegen es in Ruhephasen wieder in alter Form ausbrach.

Wenn ich die übrig gebliebene Grasfläche gemäht hatte,nahm das Ganze nun schon in Kreuzform mit dem Rundbeet in der Mitte eine passable Gestalt an.
Allen Unkenrufen zum Trotz, bereitete mir diese Arbeit eher körperliches Wohlbefinden, als eine Last.
Deshalb begann ich in das Kreuz weitere vier Beete zu graben. Es entstand ein sternförmiges Gebilde.
„Du willst wohl für Außerirdische einen Landeplatz markieren ?“ lauteten jetzt die Bemerkungen.
Meine Frau zieht jährlich für die Pflanzung im Garten und den Friedhof Stiefmütterchen selbst an. Die Anzucht fiel reichlich aus. Als erste Bepflanzung für einen Teil meines Sterns konnte ich etwa 150 Stiefmütterchen verwenden. Auf einem Scharrbeet im Hühnergarten hatten sich die Yuccas recht gut entwickelt. Sie teilte ich so, dass ich 24 Teilpflanzen an jeweils dreimal acht Stellen in mein Sterngebilde einfügte. Die Grundlage auf dem Wege für einen“Blumenstrauß “ für mein Herzchen war gelegt.
An meinem Tun fand ich immer mehr Gefallen. Fast euphorisch überlegte ich weitere Gestaltungsmöglichkeiten.
Was sollte mit den Zwischenräumen werden, die sich nun im Stern gebildet hatten?
Zunächst ließen sich die entstandenen Restgrasflächen hinderlich mähen.
An der Westseite legte ich deshalb 4 Rundbeete mit einem Durchmesser von etwa 4 Metern an, ähnlich wie im Mittelbeet.
An der Ostseite folgten 4 Beete in Dreiecksform.
Vom Hang oberhalb der Birnen sah man nun schon eine „gartenarchitektonische“ Fläche. Auf Fotos dokumentierte ich alles.
Die gepflanzten Stiefmütterchen entwickelten sich im Spätherbst bereits teilweise zur Blüte.
Zunehmend bereitete mein Tun richtigen Spaß.
Für die Bepflanzung der Rundbeete fand ich im Baumarkt so genannte Verwilderungsmischungen. Sie beinhalteten vier verschiedene Zwiebelblumen. Auf den Rundbeeten pflanzte ich sie aus. Vorhanden davon sind nur noch Reste von Träubchenhyazinthen. Die restlichen wurden von meinen im Untergrund wirkenden Quälgeistern verzehrt.
Im ersten Frühjahr nach dem Anlegen der Beete blühte es schon ganz manierlich.
Aber, bald wurde klar, dass nicht nur ich interessiert war an den Blumen. Meine Nachbarin bezeichnet meine Gegner im Untergrund mehr oder weniger liebevoll als „Buddelflinks“. Sie waren es, die sich vor allem über die Zwiebelblumen hermachten. Von meinen 150 gepflanzten Tulpen blieben im zweiten Jahr nur noch an einer Hand abzählbare Reste übrig. Das Zutreten von Luftlöchern, die damit verbundenen täglichen Kontrollen, halfen nichts. Die Viecher waren allgegenwärtig. Offensichtlich durch meine Grabetätigkeit aufgeschreckt und durch die teilweise Zerstörung ihrer Tunnelsysteme angeregt, bemerkte ich ihr Vorhandensein. Wühlgänge im oberirdischen Bereich warnten mich vor ihrem Vorhandensein. Über das Ausmaß ihrer Fresslust und ihres anzurichtenden Schadens war ich mir jedoch völlig im Unklaren.

Meine liebe Kusine Christa und ihre Tochter Gesine stellten mir im Spätherbst Stauden und zahlreiche Pflanzen zur Verfügung.
Sie hätte sie ohnedies teilen müssen, sagte sie mir.
Mit Schwester und Schwager und meiner Frau folgte ich der Einladung meiner Chemnitzer Verwandten. Mit ihrer umwerfenden Gastfreundschaft versorgte sie uns köstlich. Nachmittags ging’s dann in den mindestens 20 Kilometer entfernten Garten ihrer Tochter in Würschnitz in der Nähe von Ölsnitz im Erzgebirge.
Gesines Familie bewirtschaftet dort einen mit einer Wohnlaube versehenen gepflegten Garten. Für Stadtmenschen ein Kleinod. Man bedenke, dass sie aus ihrer Steinwüste in eine floristische Umwelt für einige Zeit entweichen können.
Meine Kusine lotste uns durch die sich immer mehr erneuernde Großstadt Chemnitz. Allein hätte ich Schwierigkeiten gehabt, den Weg problemlos zu finden. Ist es nicht bewundernswert, dass Chemnitz wieder Chemnitz heißt? Wenn auch Karl Marx als Relikt des sich so jämmerlich verabschiedeten Kommu. – Sozialismus fast drohend auf seinem Platz steht. „Was nur machtet ihr aus meiner Philosophie? “ wird er denken, sofern er von Ferne zuschaut?
Es ist wunderbar, dass wir noch miterleben durften, dass sich das hunderttausenfach geschützte Zwangsregime unblutig verabschiedete durch eine friedliche Revolution der Menschen in den neuen Bundesländern. Den Leipzigern gebührt dabei besondere Hochachtung.
Meine Erinnerungen an Chemnitz beginnen in meiner Kindheit. Die Fahrt zur Tante Martha bildete jeweils den Höhepunkt eines Jahres.
Mit meinem in den Ferien erarbeiteten Geld, durfte ich mir in Chemnitz bei Woolworth’s Paar Schuhe kaufen. Ein befreundeter Straßenbahnfahrer nahm mich eine Schicht lang mit. Erleben konnte ich den flutenden Verkehr der Großstadt und die Fahrt mit der Linie 3 der Straßenbahn. Für den Dorfjungen ein unvergessenes Erlebnis.
Straßenbahnfahren, Schloßteich, Küchwald sind unvergessene Eindrücke.
Später, noch unverheiratet, währen wir anlässlich eines Besuches fast unter die Räder gekommen. Eine bereits anfahrende Straßenbahn wollten wir noch einholen. Es misslang. Traudchens Kleid wurde beschädigt. Zu Fuß gelangten wir zum Hauptbahnhof und in den Zug Richtung Riesa. Das beschädigte Kleid konnte durch ein mitgeführtes ersetzt werden. Wie Tante und Schwiegermutter zu Hause das Dilemma bewerteten, ist mir unbekannt. Aber in Begeisterungsstürme brachen sie bestimmt nicht aus.

Auf der Rückfahrt von einer mit einem Pkw-DKW 7-8-9 durchzuführenden Dienstreise in Sachsen-Anhalt, dort hatte ich Gemüse zur Versorgung in Riesa einzukaufen, nahmen wir an der Taufe, wenn ich mich recht erinnere, des Sohnes meiner Kusine teil.
Mit Wirkers verbrachten wir unvergessliche Urlaubstage an den Brandenburger Seen und bei Moritzburg. Kurzum, mit dem unvergesslichen Horst und der Christa verbinden uns Bande der Freundschaft und Verbundenheit, die unzertrennlich sind.

In Gesines Garten belud sie uns dankenswert mit einer Vielzahl von Stauden und Pflanzen. Der VW konnte die Blumen und die 4 Insassen kaum erschleppen.
Zu Hause auf die bestehenden Beete verteilt, wurden sie achtfach geteilt,ausgepflanzt.
Im darauf folgenden Frühjahr konnten die Erwartungen nur zum Teil erfüllt werden. Es gab zwei Hinderungsgründe. Einmal die Tatsache, dass meine Teilungsmaßnahme, ich hatte alle Pflanzenteile achtmal geteilt, nicht jeder Art gut bekommen war. Nicht sämtliche Pflanzen erschienen wieder.
Zum Anderen musste ich mit dem Vorlieb nehmen, was meine Untergrundbewegung übrig ließ. An einigen Arten fanden sie besonderen Gefallen.
Ihre offensichtlich unglaublich ausgebildete Spürnase und die Unersättlichkeit verschonten nur die Arten, die nicht schmeckten oder die nicht genügend Abwehrstoffe entwickelten, um sich zu schützen.
Manche Pflanzen beherrschen diese Abwehrmethode. Sobald sie befressen werden, sind sie in der Lage einen unverdaulichen Abwehrstoff zu bilden,der bewirkt, das der Fresser bei vollem Magen verhungert.
Giraffen müssen sich beim Befressen von Eukalyptusbäumen beeilen. Wenn sie länger als 10 Minuten an einem Baum nagen, hat er in seinen Blättern Abwehrstoffe gebildet, die zum Tode führen können. Zudem sprühen diese Bäume ihren noch nicht geplagten Nachbarn einen Signalstoff zu, der sie vor Angreifern warnt.
Ergebnis: Auch Pflanzen kommunizieren miteinander. Nachzulesen in der PM vom August 1999.
Es ist so, obwohl es geradezu unwahrscheinlich sich anhört.

Im ersten Frühjahr nach der Pflanzung gediehen die übrig gebliebenen Frühblüher schon gut. Stiefmütterchen erregten Aufsehen dadurch, dass sie zunächst eher mickrig, später aber unglaublich lange ihre Blütenpracht erhielten.
Freude bereiten mir jährlich die Studentenblumen. Sie sind erstaunlich widerstandsfähig. Durch ihren Geruch, nicht jedermanns Nase wird dadurch in Verzückung gebracht, gelten sie als Hygienepolizei des Gartens.
Dagegen fielen reihenweise die aus Zwiebelblumen wachsenden Blumen um. „Buddelflinks“ schlugen zu.
Mir blieb nichts anderes übrig, als entschiedene Kampfansage.
Zunächst beschaffte ich mir Karbid. Mit Wasser in Verbindung gebracht, entwickelt es Knallgas. In frisch gewühlte Gänge gab ich eine solche Mischung. Mit einer Grassode verschlossen sollte sich im Inneren der Wühlgänge das Gas ausdehnen. Mit einem Glühfaden entzündete ich das Gas. Ein heftiger Knall sollte die Mineure verschrecken und möglichst gesundheitliche Schäden verursachen. Dort, wo ich geknallt hatte, war eine zeitlang Ruhe. Schließlich ging mir das Karbid aus. Versuche in Schmieden Karbid zu erhalten, schlug fehl, weil autogenes Schweißen nicht mehr angewandt wird.
Eine andere Methode musste her, um dem Viehzeug zu Leibe zu rücken. Mit Knoblauch hätte man Erfolge, hörte ich. An der Peripherie, an den Außenseiten des Gartens, legte ich ganze Beete davon an.
Die Wühlmäuse sind geblieben. Sie untergruben den Knoblauch. Sicherlich hatten sie herausgefunden, dass diese Zwiebelart nicht nur beim Genusse erheblich beißt sondern auch der Geruch unangenehm ist.
An dem Wundergemüse Knoblauch dagegen fanden meine Frau und ich inzwischen Gefallen. Geniest man den Knoblauch wohl dosiert und mit Geruch hemmenden anderen Gemüsen, soll er durch seine gesundheitsfördernde Wirkung Wunder wirken. In Essig eingelgter Knoblauch ist fast geruchlos.
Ergebnis: Scherzhaft kann man sagen, Kinder und Enkel besuchen uns weniger oft.
Gestern erst sagte mein Alexander zu mir: „Opa, bei euch riecht´s nach Knoblauch!“
Dabei hatten wir schon seit Tagen darauf verzichtet.

Meine Schwester und mein Schwager zeigten mir gelegentlich einen Gartenkatalog. Darin bot man ein Gerät an, dass in der Lage sein sollte, im Umkreis von 1000 Quadratmetern Tiere fern zu halten, deren Gehör besonders reagiert. Alle 20 Sekunden stößt das Gerät einen Piepton aus. Es wird angetrieben von 4 Batterien. Eine Intervallschaltung ist darin enthalten und ermöglicht die zeitliche Folge der Töne. Verhindern sollen die Intervalle, dass die Tiere sich daran gewöhnen.
Den Aufwand von rund 100 Mark hielt ich für angemessen.
In ein entsprechendes Loch werden die Geräte eingelassen und der Ton wird unterirdisch verbreitet. Er signalisiert Gefahr und soll die Tiere in diesem Bereich fern halten.
In letzter Zeit scheinen die angerichteten Schäden nicht mehr das vorherige Ausmaß anzunehmen. Der angepriesene Erfolg hielt sich in Grenzen.
Allerdings steckte ich in jedes entdeckte Luftloch eine Knoblauchzwiebel Hoffend, den „Buddelflinks“ wird der Aufenthalt in meinen Gefilden vermiest.

Will man Gegner erfolgreich bekämpfen, muss man sich mit ihnen befassen.
Man wird den Wühlern kaum habhaft. Sie besitzen ein ungewöhnliches Gespür. Bereits beim Herannahen ziehen sie sich in sichere Zonen ihres Röhrensystem zurück. Droht im Wühlgang Gefahr, wird er sofort sicher verschlossen. Geschickt nutzen die Wühlmäuse Maulwurfsgänge. Sie bauen sie durch ihre Fähigkeit, mit den Rückenmuskeln 4 Atmosphären Druck ausüben zu können, stabil aus.
Im Hausgarten richten sie Schäden vor allem an Wurzelgemüsen an. Möhren werden von innen ausgehöhlt. Meist befindet sich nur noch die Hülle in der Erde. Sellerie benagen sie so geschickt, dass das Grün überirdisch gewöhnlich noch bleibt.
Bei der Ernte hat man dann nur noch ein hohles Etwas in der Hand.

Trotz aller Fraßerfolge der Wühlmäuse und der Misserfolge mit den Zwiebelblumen, außer Knoblauch, ließ ich mir den Mut nicht nehmen.
Inzwischen glaube ich zu wissen, welche Arten besonders von meinen Gegnern begehrt sind. Sie vernachlässige ich im Anbau.
Tulpen pflanzte ich in große Plasttöpfe. Zur Zeit konnte ich Einstiege von oben her in die Plasttöpfe noch nicht feststellen. Am Huehnergarten entlang in kleinen Plasttöpfen gepflanzte Tulpen blieben von den gierigen Viechern nicht verschont. Um an die Tulpenzwiebeln zu gelangen, zernagten sie die Plastetöpfe. Dass Tulpenzwiebeln den Viehchern derart munden, konnte ja keiner ahnen. –

Inzwischen befinden sich nur noch Wege an den Außenseiten der etwa 30 x 30 m großen ebenen Fläche auf denen noch Gras wächst. In diesem Herbst werde ich auch sie noch umgraben. Die Pflege mit der Hacke ist leichter als der Aufwand, vierzehntägig das Gras zu mähen.
Da ich meinem Grundsatz treu blieb :“ Wehret den Anfängen!“, lässt sich eine relativ große Gartenfläche unkrautfrei halten.
Wöchentlich ist dazu allerdings ein Kontrollarbeitsgang mit der Hacke erforderlich. Hartnäckige Unkräuter, wie Winde, muss man dagegen noch öfter angehen.

Wie der Gärtner sie nennt, die Herbstfurche, erfordert einen hohen Aufwand. Er lässt, sofern er nicht mit stärkeren Frösten über uns hereinbricht, aber bis in den späten November hinein genügend Zeit zur Arbeit.
An Ort und Stelle werden von mir die Pflanzenrückstände eingegraben. Sie bilden damit eine genügend große und in Ermangelung von Stalldung die einzige Humusgrundlage zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit.
Die erhebliche Pflanzenmasse der Studentenblumen bilden mit ihren achtzig Zentimeter hohen und im Durchmesser etwa 1 Meter breiten Bluten- und Blätterflor den Hauptanteil. Damit rege ich die Mikroorganismen im Boden an, sich um die Zerlegung zu kümmern. Nach meinen Feststellungen haben sie es auch getan. Im darauflegenden Frühjahr sind von den eingebrachten Pflanzen nur noch Fragmente im Boden als Humusteile erkennbar.
Erfreulich war, dass sich der Gesundheitszustand meiner Blumen im Jahr 1999 gegenüber 1998 verbessert hat.
Vor allem die Zinnien zeigten im Vorjahr erhebliche Blattkrankheiten. Dagegen stehen sie in diesem Jahr bis auf Trockenschäden ohne erkennbare Krankheiten da.
Es hat den Anschein, dass sich vor allem der massenhafte Einsatz von Studentenblumen als Hygienepolizei im Garten gesundheitsfördernd bewährt.

Um einen genüsslichen Blick über die zahlreichen, sehr ansprechend blühenden Blumen zu haben, setzte ich dicht unter die Birnbäume aus eigener Produktion 1999 eine Gartenbank.
Um gegen Regen und zu pralle Sonne geschützt zu sein, überdachte ich sie.
Zwei Rankgitter und vier Frühbeetfenster vervollständigten das Bauwerk.
Von Nordwesten her ist man damit, wie beim „Pavillon“ ein wenig windgeschützt.
„Musikpavillon“ nennen wir das Bauwerk, ein wenig großspurig.
Sonntags nehmen wir uns hier oft ein Stündchen Zeit, um gemeinsam auf den Mundharmonikas Volkslieder und oder uns bekannte Musikstücke nach Gehör zu spielen, Nicht selten kommen dabei eigene Variationen heraus.
Aber, und darüber freue ich mich, dass wir gemeinsam musizieren können, ist doch prima. Leider sind mir viele Lieder, die mein Herzchen kennt und deren Texte sie beherrscht, nicht oder nicht mehr geläufig. Ein unverzeihliche Bildungslücke.
Es sind keine Meisterwerke, die wir da von uns geben. Ein wenig wird aber dabei das Volksliedgut gepflegt. Wie sehr es notwendig ist, erkennt man daran, dass die Enkel kaum noch Volkslieder kennen und überhaupt bereit sind, anzuhören.
Beeinflusst sind sie von den Gegnern der Volksmusik. Diese Leute behaupten, dass das zum Teil doch sehr reichliche Angebot vor allem im Fernsehen,Betrug an den Zuschauern sei.
Als zwei meiner Enkel kleine Buben waren und ich sie ‚mal ins Bett bringen durfte, verband ich diesen Vorgang manchmal mit Volksliederraten. Mit der Mundharmonika spielte ich ein Volkslied an und wer es zuerst riet, bekam den Zuschlag. Schlimm war dann das Endergebnis. Da keiner verlieren konnte, endete das Ganze meist in einer Kissenschlacht und nicht selten mit Tränen.

Unser Blumengarten ist ein stilles, idyllisches Plätzchen. Eingerahmt wird er von Baum – und Buschreihen und im Hintergrund vom Baumbestand des nahen Parks. 1999 blühten trotz wochenlanger für die Pflanzen schmerzlicher Trockenheit vor allem zahlreiche zwei Meter große gelbblühende Stauden. Im vergangenen Herbst teilte ich einige Stauden und pflanzte sie in verschiedenen Stellen in der Hoffnung, dass sie ungeschoren den Winter überstehen würden.
Unter den Stauden dominieren die von mir auf den im Frühjahr als Wege genutzten Beeten die Studentenblumen. Sie bilden fast eine ununterbrochene Blütenfront, obwohl ich sie etwa im Abstand von einem Meter anlegte. Diese Kombination scheint für die Gesunderhaltung der Bestände in diesem Jahr hilfreich zu sein. Sehr gut entwickelten sich Zinnien. Dagegen zeigten sie 1998 erhebliche Schäden durch krankhaften Blattbefall, es ist der Mehltau.
Einige Quartiere an Sommerdahlien brillieren durch ihre Farbenvielfalt an der Gartengrenze nach Norden hin, teilweise Zwischenräume ausfüllend und auf einem Dreiecksbeet. An mehreren Stellen, im westlichen Teil des Gartens, entstanden Schäden durch die „Buddelflinks“. Sommerdahlien bilden Kartoffelknollen ähnliche Wurzelteile aus. Sie schmecken wahrscheinlich.
Besonders freue ich mich über sehr anhaltend blühende gelbe Margeriten “ Chrysantimum Maximum“, wie man unschwer an „Maximum“ erraten kann, wuchern sie gelbblühend auf einem Quartier an der Südostecke. Hier muss ich acht geben, dass sie nicht ausarten. Man nennt sie auch Wucherblumen.
Weiße Edelmargeritten blühten am Wege an der Westgrenze sehr auffallend. Besonders ragen aus den mittelgroßen Gewächsen die Silberkerzen hervor. Sie gefallen durch kerzenartige Blütenform.
Am Ende meines Weges zu einem Blumenstrauß für mein Herzchen werde ich versuchen, die Blumen meines Gartens namens zu identifizieren und vielleicht zu beschreiben. Ob mir das in jedem Falle gelingt, werden wir sehen.
Weiter oben sagte ich, dass unser Garten ein stilles Plätzchen sei. Es stimmt nur insofern, wenn man darunter versteht, dass man darin verweilen kann.
Gestört wird die Ruhe durch das Gezwitscher riesiger Scharen von Staren. Sie vermehrten sich derart, dass sie zu Hunderten über unsere Birnen herfielen.
Die in den Gehölzen der umliegenden Gärten und der „Trebschen Hohle“ beheimateten Vögel durchkämmen vor allem während der Brutzeit systematisch den Garten nach Futter.
Somit ist mit unserem Blumenflor nicht nur Betätigungsfeld und Vergnügen für meine Frau und mich und eingeschränkt für meine Familie, sondern auch für die ansässige Tierwelt entstanden.
Wenn ich feststelle : Eingeschränkt für die Familie, so muss ich konstatieren, dass einige Familienmitglieder wenig oder überhaupt nicht sich die Blumenpracht anschauen.
Wogegen ich zunehmend Besucher aus meinem Freundeskreis empfangen kann. Sie beklagen sich sogar, dass sie da gewesen seien, ohne mich vorzufinden.

Dass Schaden an meinen Kulturen nicht nur durch die Untergrundbewegung entsteht, muss ich hinnehmen. Im vergangenen Jahr erkannte ich eines Tages,dass jemand sich über den Stiefmütterchensamen hermachte. Zunächst nahm ich an, dass vernunftbegabte Wesen, sich für die Samen interessierten. Akribisch waren die Stiefmütterchen regelrecht abgeweidet. Nach einer gewissen Erholungsphase der Pflanzen geschah dasselbe. Wahrscheinlich sind Rehe auf den Geschmack gekommen, dass die Blüten der Stiefmütterchen süß schmecken und gesundheitsfördernd sind. Wie man inzwischen weiss, kennen sich Tiere in der Pflanzenwelt besser aus , als wir Menschen. Offensichtlich kennen sie sich auch ohne Pharmaziestudium über die Inhaltstoffe der Pflanzen aus. Ich konnte die Stiefmütterchenräuber nicht erwischen. Wahrscheinlich haben Rehe Geschmack an den Violen gefunden.
Nachts werden sie uns heimsuchen.
Das Kuriosum unseres „Berges“ ist die Tatsache, dass bisher kein Zugang über eigenes Territorium bestand.
Nur toleriert von den Gartennachbarn und in gewisser Weise als „Gewohnheitsrecht“ besteht Zugang einmal über ein Grundstück.
Fünfzig Meter etwa müssen wir dabei fremdes Territorium benutzen. Dieser Aufgang war früher noch mit dem Pferdefuhrwerk oder sogar mit der Dieselameise meines Vaters befahrbar. Da das Gelände aber sehr ansteigt, konnte man unser Grundstück nur mit erheblicher Mühe erreichen.
Ein zweiter beschwerlicher Aufgang befindet sich über ein Grundstück eines anderen Nachbarn an der Ostseite.
Also, immer war man auf Nachbarn angewiesen. Es gab zwar nie Auseinandersetzungen, die zu einer Behinderung führten. Baumaßnahmen deuteten jedoch daraufhin, dass es auch anders hätte kommen können.
Damit unser Grundstück über eigenes Gelände begehbar wurde, baute ich vom Wege nach Treben aus an der steilsten Stelle vor dem Ortsschild „Staucha“ eine Treppe.
Jeweils drei fünfundzwanzig Kilogramm schwere Hohlblocksteine ordnet ich nebeneinander und übereinander an. Dem Gelände anpassend musste ich Treppenabsätze vorsehen.
Den Baumstumpf des größten Birnbaumes überbaute ich dabei am halben Hang, er diente als Fundament. Seine letzten Regungen verursachten jedoch Schäden an der Treppe.
Mit Betonestrich überzog ich die Stufen, so dass ein zwar nicht architektonisch vollendeter aber immerhin begehbarer Aufgang entstand.
Einige Besucher bemängeln inzwischen, dass die Tritthöhen zu hoch seien. Die verwandten Hohlblocksteine zwangen dazu.
An jeder Seite des Aufgangs befestigte ich Handführungen, sodass man auf -und abwärts auf und vom Blumengarten gelangen kann.
Nun schon mehrere Jahre ist das Bauwerk der Witterung ausgesetzt im Betrieb.
Durch Unterwühlung meiner Gegner wurde selbst hier Schaden angerichtet Eine Stufe senkte sich und ist erneuerungsbedürftig.

Steht man vor dem so entstandenen Aufgang, bepflanzte ich linker Hand 50 Tannenbäumchen an den Steilhang. 25 davon haben die Attacken der Wühler überstanden und sind nun schon zu einem kleinen Wäldchen herangewachsen. Einer dieser Tannenbäume ziert jährlich unser Weihnachtszimmer.

Rechts vom Aufgang bepflanzte ich den Hang mit so genannten Bodendeckerpflanzen. Es sind niedrige, weiß silbrige Blätter ausbildende, Pflanzen.
Da ich sie von niemandem benannt bekommen konnte, nenne ich sie Eisblumen. Es sind ähnlich wie Blaukissen gedeihende Pflanzen. Sie wuchern derart, dass sie in relativ kurzer Zeit, eine Fläche überdecken. Unterirdisch überwältigen sie alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Nur einmal nahmen sie Schaden, als ich sie im Wechsel mit Studentenblumen anbaute.
Im späten Frühjahr blühen sie über und über weis. Nach der Blüte gibt es eine triste grau Periode. Insgesamt geben sie einer Fläche ein ansprechendes Erscheinungsbild.
Wenn man sie unkrautfrei hält, sind sie für schwer zugängliche Gartenteile sehr geeignet.
Deren gibt es auf unserem „Berg“ mehrere. Besonders am Hang hinter den Clapps – Liebling Bäumen befand sich vor Jahren eine mit Unkraut durchsetzte Weißdornhecke. Weißdorn war Überträger eines Brandfleckenkrankheit für Obstbäume. Man war angeraten,sich von der Hecke zu trennen.
Dort legte ich die Bodendeckerpflanzen ebenfalls an. Durch die sehr trockene Lage, die Sonne strahlt fast im rechten Winkel ein, der Lehm tritt hier fast pur ohne Humusanteil zu Tage, wachsen sie mit Mühe. Den Trockenperioden sind sie fast schonungslos ausgesetzt. Es zeichnet sich eine ansprechende Begrünung ab.

Unsere Clapps – Liebling Birnen sind ein Relikt aus der Zeit weit vor meinem Erscheinen in der Familie meiner Schwiegereltern. Als ich 1947 aufkreuzte, standen sie ebenso majestätisch da, wie heutzutage.Wenn auch nun etwas ergraut. Einen sehr großen alten Baum musste ich fällen. Sein Kern war bereits vertorft. Nur noch die äußere Rinde erhielt ihn am Leben. An einem weiteren aber noch vorhandenen kann man diese Erscheinung ebenfalls erkennen.
Entlang der Straße rodete ich drei sehr ertragreiche Birnbäume. Der Früchtefall wurde für die Straße sehr gefährlich.
Dadurch entstandene Unglücke hätten zu unbezahlbaren Konsequenzen geführt.
Zu DDR-Zeiten erzielten wir mit Clapps-Liebling-Birnen Ernten bis zu 60 Kisten a’25 kg.
Nach der Wende waren heimische Produkte kaum noch veräußerbar. Unserer Erzeugnisse überdrüssig, entzogen wir Ostmenschen zahlreichen Handelsorganisationen, Genossenschaften und Betrieben die Existenzgrundlage. Dass wir damit zugleich einen großen Teil unserer Arbeitsplätze zerstörten, merkten wir erst,als wir auf dem Arbeitsamt um Arbeit nachsuchen mussten. Plötzlich war die angeblich behütete Welt eines Systems, dass den Menschen zu einer geleiteten Figur machte, nicht mehr existent. „Selbst“, war nun die Frau und der Mann ! Uns bisher nur als Sprichwort bekannt. Doch nach einem halben Jahrzehnt endlich merkten wir, dass die uns dargebotene Glitzerwelt eine Scheinwelt mit ihren Vor- aber erheblichen Nachteilen ist.
„Zu spät, du rettest den Freund nicht mehr!“
Im Nachhinein ist man immer klüger!
In unserer marktwirtschaftlichen Unbedarftheit hatten wir Hasardeuren Tür und Tor geöffnet, die nicht selten bis zur völligen Entblößung führte, wenn man versteht, was darunter gemeint ist. Jammern hilft nun nicht mehr.

In dem Zusammenhang fällt mir immer wieder Johann Wolfgang von Goethes Mahnung ein:
„Die Kunst des Lebens ist es, nicht das zu tun was man liebt,
sondern das zu lieben was man tut ! “
Im weitesten Sinne heißt das, dass man auch Tätigkeiten nachgehen muss, die einem eigentlich gar nicht zusagen, die aber der Broterwerb gebietet.

Mit meinem Vater pflanzte ich vor etwa 50 Jahren auf der gesamten Gartenfläche, um die es sich hier handelt, „Clapps – Liebling“ Birnbäume in Buschform. An der Ostgrenze hielten wir die zwei Meter Abstand zur Grenze ein. Die Anpflanzung stellte sich als Misserfolg dar. Zwar wuchsen die Bäume unglaublich schwuppige Äste bildend zu Gewächsen, für die keine Ernteleitern mehr beherrschbar wurden. Jährlich versprachen sie mit einer üppigen Blüte Erträge.
Da sie kaum Früchte trugen, musste ich mich von ihnen trennen.
An der Ostgrenze bilden sie nun eine Art Grenzpfähle.

Eine Begebenheit fällt mir im Zusammenhang mit der Birnenernte ein. Einige sehr große Birnbäume, vor allem die am Hang an der Strasse stehenden, konnten nur mit der größten Leiter bestiegen werden.
Abends vor der Birnenernte legten wir sie vorbereitend ins Gras im Garten. Sie verlangte zur Aufrichtung, dass zwei Männer zur Stelle sein mussten. Nichts Böses ahnend, versuchten wir das Monstrum am nächsten Morgen in Stellung zu bringen. Als wir sie in die Senkrechte gebracht hatten,beachteten wir nicht die 15 Kilovolt Fernleitung, die über unseren Garten führte. Bei Berührung mit der Stromleitung leitete die Feuchtigkeit vom Gras den Starkstrom durch die Leiter. Wir bekamen einen Stromschlag, der uns Beiden die Leiter aus der Hand riss und uns meterweit davon schleuderte. Die Leiter fiel um, ohne jedoch Schaden zu nehmen. Als wir uns vom Schreck erholt hatten, versuchten wir uns zuerst einmal zu vergegenwärtigen, was Schlimmeres hätte passieren können. Körperlichen Schaden hatten wir nicht genommen. Mit dem Schreck kamen wir davon.
Mein lieber Mann!?
Fazit: Auch bei der Birnenernte kann man ums Leben kommen, wenn man nicht alle Umstände beachtet. Ganz abgesehen davon, dass viele Pflücker schon von Leitern fielen und sich dabei körperliche Gebrechen zuzogen.
Ein Sprichwort sagt: „Wer hoch steigt, fällt tief !“
Wie wahr, wie wahr.

Den Birnenbaumbestand reduzierte ich zwischenzeitlich bis auf wenige Ausnahmen auf die uralten Bäume. Sie versprechen fast jährlich eine Ernte.
Da ich Pflanzenschutzmittel nicht anwende, waren die Birnen im Jahr 1999 beispielsweise so verschorft, dass nur wenige sich für die menschliche Ernährung eigneten.
Da durch die Landwirtschaft die Applikation von Pflanzenschutzmitteln inzwischen so perfektioniert ist, dass Abtrifft kaum noch möglich ist, ist die Schutzwirkung in dieser Form nicht mehr gegeben. Zu „Sonnenschein“ -zeiten sorgten Hubschraubereinsatz für die Behandlung der LPG-Kulturen mit Pflanzenschutzmitteln und gelegentlich auch mit Dünger für die unmittelbar angrenzenden Flächen.
Oftmals fluchten wir darüber. Aber, wie man sieht, auch Schaden der damals angeblich angerichtet wurde, kann Nutzen sein.
Stare dagegen ließen sich die „Früchte“ schmecken. Mit geradezu ohrenbetäubendem Lärm fielen sie über die Birnen her.
„Clapps – Liebling“ sind wohlschmeckende Einkochbirnen. Meine Frau und meine Schwester machen sich noch die Mühe des Einkochens.
Ein Birnenglas geöffnet, entlässt einen Wohlgenuss als Kompott, der selbst Ananas in den Schatten stellt.
Übrigens mit der Mehrzahlbildung von Kompott erregte ich bei einer Deutschlehrerin einmal aufsehen.
Sie ging später in die Elbe. Ich kann jedoch davon ausgehen, dass ein Zusammenhang damit nicht besteht!?
Ich lasse offen, wie die Mehrzahlbildung heißt. Nachfragen nur beim Autor.

Wenn ich schon ‚mal beim Obst bin, will ich auch paar Bemerkungen über die Äpfel, Sauerkirschen und Gartenpflaumen verlieren.
Im westlichen Teil unseres Berges pflanzte ich an den Abhang, der sich nach Südwesten neigt, Apfelbäume an.
Ein mittelgroßer „Schweizer-Renetten“-Baum verspricht fast jährlich eine Ernte. Euphorische Lobreden kann ich über ihn nicht halten. Seine zahlreichen Früchte finden sich leider zu einem erheblichen Teil unter der Krone wieder. Die „Schweizer Renette “ stammt vom „Cocks-Orangen“ ab. Es handelt sich, wie der Name bereits andeutet um einen der wohlschmeckendsten Äpfel. Aber, wie kann es anders sein, Gutes verlangt seinen Preis. Er stellt hohe Ansprüche an den Standort und die Wachstumsbedingungen.
Wie ein kapriziöses weibliches Wesen will er feinfühlig behandelt werden. Nicht zuletzt werden ihm die Fressattacken der „Buddelflinks“ nicht zusagen. Er quittiert sie mit schon auf dem Baum faulenden Früchten.
Auf halbem Hang setzte ich einen „Alkmene“ Apfelbaum.
Schon die Namensvergabe einer griechischen Mythengestalt lässt etwas Besonderes erwarten. Gattin des Amphitrion war Alkmene, zugleich eine der Geliebten des Zeus.
In meinem Obststandort war der Baum der Liebling der Wühlmäuse.
Bereits etwa 15 kg sehr wohlschmeckende, ebenfalls „Cocks-Orangen-Geschmack“ ähnelnde Äpfel erntete ich. Plötzlich wurde der Baum welk. Bis an den Stamm heran fraßen mir die Nager den Baum ab. Ich versuchte ein „Comeback“. Pflanzte ihn erneut. Umhüllte die wenigen verbliebenen Wurzeln mit Maschendraht. Zunächst sah es so aus, dass der Baum nach einem sehr starken Rückschnitt wieder zu Leben zurückfinden könne. Vergeblich. Nur noch flackerndes Leben blieb übrig.
„Alkmene“ musste ich abschreiben.
Drei „Golden Delicius “ Baume =“ Gelber Köstlicher“ pflanzte ich.
Sie sind eine Lagersorte, die sich bis weit in das Frühjahr des nächsten Jahres lagern lässt und in der Genussreife einen ansprechenden Geschmack hat, gelbfrüchtig .
Durch die Wurzelbelästigungen geschädigt, bin ich mit der Ertragsleistung und dem Erscheinungsbild der Früchte unzufrieden.

Die Krone des Apfelgartens bildet im Tale stehend der „Carola“ Apfelbaum.
Er hat riesige Ausmaße inzwischen angenommen. Jedesmal, wenn ich ihn in die Schranken weißen musste und zurück schnitt, dankt er mir es mit einer Missernte. Wahrscheinlich trägt er nur zweijährig , parthenokarp, jungfernfrüchtig.
1998 bescherte er uns 10 Kisten Äpfel. Der gesamten Verwandtschaft konnte ich sie zum Geschenk anbieten. Fraglich, ob sie auch wirklich verzehrt wurden ?
Wie kann es anders sein. Lieber gekauft werden im Supermarkt die glanzvoll aussehenden, aber durch Behandlung mit Herbie- und Fungiziden für meine Begriffe ungenießbaren Früchte.
Das natürliche Wachstum lässt Früchte der Erscheinungsform, wie man sie dort kaufen kann, nicht zu.
Als meine Söhne studierten, schrieb ich ihnen einmal, dass ich die „Carola“ bestiegen hätte. Zur Ernte, hatte ich offen gelassen. Sie antworteten, dass sie mir das eigentlich gar nicht zugetraut hätten. Und was solle denn die Mutti denken ?
Wie missverständlich, zweideutig doch die deutsche Sprache sein kann !?
Kein Wunder, dass die Feststellung : Ich sah zwei tote Fliegen in der Küche“ nichts anderes besagt, dass man zwei lästige Insekten in der Küche sah. Für einen anderen aber die Frage aufwirft, wie ist es möglich, das zwei Tote in der Küche fliegen können?

Zwei Sauerkirschbäume sollten den Bedarf decken, nachdem ein alter jährlich tragender Baum das Zeitliche gesegnet hatte und ich ihn beseitigte.
In den letzten Jahren leiden Schattenmorellen unter einer Krankheit, die einen Baum eingehen ließ.

Nicht zuletzt muss ich mich abschließend den Hauspflaumen auf dem „Berg“ widmen. Sie sind, wenn sie denn tragen, eine ganz köstliche Herbstobstart. Wie gesagt, wenn sie tragen. Leider ist das in unseren Breiten nur alle paar Jahre der Fall.
Eine Weisheit besagt: „Wenn man sie blühen sieht, gibt’s keine Pflaumen“.
Im Hausgarten sind erwähnenswert fünf Apfelbäume. Drei ältere und zwei jüngere im Hühnergarten.
Der Größte ist ein „Kaiser Wilhelm“. Während der DDR-Zeit nannten wir ihn scherzhaft „Staatsratsapfel“. Man wollte nicht mit dem feudalen Namen „Kaiser Wilhelm“ unnötig auffallen.
Er schmeckt baumreif am Besten. Durch seinen Standort an der ehemals starkbefahrenen Ortstrasse nahm er offensichtlich Schaden und leidet unter so genannter Stippichkeit. Das ist eine Krankheitserscheinung, die man wahrscheinlich ohne Spritzmittel nicht bekämpfen kann. Die Erscheinung tritt unter der Schale auf und durchdringt nicht das gesamte Fruchtfleisch.
Entfernter von der Ortsstraße steht ein alter Baum, der bereits stark geschnitten werden musste, da Äste dürr wurden.
Es ist eine alte Sorte: „Landsberger“. Als grüner, in der Genussreife gelbfleischiger Apfel, schmeckt er süß -säuerlich.
In säuerlichen Geschmack neigende Äpfel gelten als ernährungswissenschaftlich wertvoll durch den besonderen Gehalt an Vitaminen.
Ein besonderes großer, rötlich grau Früchte tragender Baum ist der „Edler von Boskoop“. Er trägt in den letzten Jahren besser. 1998 bescherte er uns vier Kisten große Früchte, die sich bis in den Januar hinein ganz köstlich süß – sauer schmeckend halten. Er wird durch seine Inhaltsstoffe als medizinisch wertvoll bezeichnet.

Die vor wenigen Jahren im Hühnergarten angepflanzten als „Iderred“
gekauften Apfelbäume können mich nicht überzeugen.
Nicht nur, dass die Früchte nicht besonders ansprechend sind, scheint der Standort nicht zu stimmen. Schon als „Jugendlicher“ zeigt einer von Beiden erhebliche Krebserscheinungen.

Bis vor Jahren nahm vor unserem neuen Haus ein riesiger Baum einen Platz ein. Sein Name :“Weißer Wintercalvill „. Die Genussreife dieses Apfels trat erst im späten Frühjahr des folgenden Jahres ein. Dadurch hielt er sich förmlich bis zum Anschluss an die nächste Ernte.
Ohne ersichtliche Krankheitserscheinungen welkte er vor Jahren eines Tages. Ursache: Der Speisepilz „Hallimasch“ hatte ihn zu Tode gebracht.
Wir waren erschüttert. Nur noch der Stumpf im Garten, dessen Reste nun vertorfen und die aber jährlich den „Hallimasch“ an seinen Seiten hervorbringen, ist noch als Denkmal vorhanden.
Mich ekelt´s vor dem „Hallimasch“.

Im Hausgarten standen bei meinem Erscheinen vor nun schon einem halben Jahrhundert eine Reihe großer alter Apfelbäume. Die sehr ertragreiche Talaue, in der unser Grundstück liegt, führt bei bestimmten Apfelsorten zu starkem Wuchs und nicht selten zu Verkrebsung. Harzfluss und Krebs rafften sie dahin.
Oftmals werde ich von Familienangehörigen belächelt, missverstanden, wenn ich immer wieder anmahne, dass Obstgenuss notwendig, gesund erhaltend ist. Nicht umsonst sagt der Volksmund: „Ein Apfel im Haus ersetzt den Arzt!“
Selbst die Amerikaner stellen fest:“ three apples to day, is the doc away!“
Drei Äpfel am Tage vermeiden den Arzt !

Eine große Freude bereitet es mir, wenn mir meine Gesundheit es erlaubt, wenn ich fast täglich bei erträglichem Wetter im Frühjahr, Sommer und Herbst, im Garten arbeiten kann.

Und noch etwas bereitet mir Freude, wenn ich daran arbeiten kann, dass der Blumenstrauß für mein Herzchen gedeiht.

Ein Jahrzehnt verging inzwischen.

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