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Wohnungsbau der GPG

Damit alle Anforderungen von der Genossenschaft erfüllt werden konnten,die der Staat ständig erhöhte, waren nicht nur materielle Voraussetzungen zur Erzeugung von Gemüse zu schaffen.
Der hohe Anteil an lebendiger Arbeit in der Gemüseproduktion erforderte Belegschaftserweiterung.
Obwohl in der DDR Arbeitskräfteknappheit bestand, gelang es, durch ein günstiges Vergütungssystem und Sesshaftmachung in der Genossenschaft ausgebildeter Gärtnerinnen und Gärtner, Arbeitskräfte zu gewinnen.
Ende der Siebzigerjahre begann die GPG mit dem Bau von Wohnungen. Die entwickelte Baugruppe mit den erforderlichen Nachfolgegewerken war in der Lage, neben den Produktionsbauten, jährlich einen Wohnblock von 12 Wohneinheiten und mit Dachausbau 2 weiteren Ledigenwohnungen zu errichten.
Nachdem in Hof mehrere Wohnblöcke entstanden, wurde in Stauchitz hinter der neugebauten polytechnischen Oberschule ein neuer Wohnstandort erschlossen und 7 Wohnblöcke errichtet.
DDR-Recht gestattete, Grund – und Bodeneigentum zu benutzen.
Zustimmung der Eigentümer wurde pro Forma eingeholt. Gab es Schwierigkeiten mit Kleinflächenbesitzern bei der Einwilligung,wurden Austauschflächen angeboten.
Auf von Mitgliedern eingebrachtem Boden konnten Bauten errichtet werden ohne besondere Formalitäten.
Fast 200 Wohnungen sind so entstanden oder verwaltungsmäßig von der Genossenschaft übernommen worden.
Bis 1985 gelang es, den Wohnungsbau mit Eigenmitteln zu finanzieren.
Auch die zwei letzten Wohnblöcke in Stauchitz, für die zunächst Kredit erforderlich war, wurden 1991 noch mit genossenschaftlichen Mitteln bezahlt. Es gelang, die eingeschriebene Genossenschaft, eG, 1991 ohne Schulden in die Marktwirtschaft zu überführen.
Kreditaufnahme zur Modernisierung der Wohnblöcke nach der Wende war eine Entscheidung des von den Mitgliedern gewählten Vorstandes unter Kontrolle des Aufsichtsrates.
Die Entscheidung, Wohnblöcke nicht in Fertigteilbauweise zu errichten, ist nach heutigen Gesichtspunkten als besonders vorteilhaft zu betrachten.
Bedenkt man, dass den in Betonplatten-Bauweise gebauten Wohnsilos in den Städten eine Lebensdauer von höchstens 25 bis 40 Jahren zuzubilligen ist, wird einem andeutungsweise klar, mit welchem Erbe es die Bundesrepublik zu tun hat.
Wohnungsgenossenschaften stehen vor sehr schwierigen Problemen. Hinzu kommt, dass in den neuen Bundesländern zahlreiche Wohnungen leer stehen.
Zu wenig Arbeitsplätze im Osten verursachen eine regelrechte Ostflucht. Das Problem wird gelöst durch „Rückbau”. Rückbau ist der architektonische Begriff für Abriss.
Der zur Armierung eingebaute verrostete Stahl treibt die Betonplatten auseinander und in einigen Städten müssen Hochhäuser bereits abgerissen werden.
Als traurigen Beweis muss der Verfasser anführen, dass in seinem Hause Betondecken – Träger bereits starke Verschleißerscheinungen zeigen. Sie müssen bereits entlastend gestützt werden.

Mangelnde Bauqualität, Ursache für erhebliche Verluste

Den „Sonnenschein” – Bauleuten kann man leider keine besondere Qualitätsarbeit bescheinigen. Bereits beschriebenem Bautempo waren nicht geringe Baumängel geschuldet. Auf die daraus resultierenden Schwierigkeiten bei der Bauabnahme durch die staatliche Bauaufsicht wurde bereits eingegangen.
Der Berufsstolz der Bauleute hätte solche „Qualitätsarbeit“ nicht zulassen dürfen. Es hilft dabei die Entschuldigung nichts, der Vorsitzende habe die Arbeit so angewiesen. Die völlig unzureichenden Mieten ließen das Wohnbauproblem zu einem Zuschussgebiet für die Genossenschaft werden.
Man kann ohne Übertreibung sagen, dass der größte Teil der Genossenschaftsmitglieder, den in genossenschaftlichen Wohnungen Wohnenden einen gewichtigen Teil der Miete zahlte.
Die heutigen Mieten belegen, welcher Preis kostendeckendes Wohnen beinhaltet.

 

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